Rasse, Kampfgeist, Torszenen, das eine oder andere spielerische Schmankerl und sechs Treffer: Das Derby zwischen Außenseiter Duisburg und den favorisierten Dortmundern endete zwar 3:3 (2:0), aber irgendwie fühlten sich die Schwarz-Gelben als Sieger. Das Ausgleichstor besorgte „Joker“ Diego Klimowicz erst in der Nachspielzeit.

3:3! Rassiges Revier-Derby ließ am Ende nur die Borussen-Fans jubeln

Bommer sah „Herz“, aber„Klimo“ klaute den Sieg!

RS
03. Februar 2008, 10:30 Uhr

Rasse, Kampfgeist, Torszenen, das eine oder andere spielerische Schmankerl und sechs Treffer: Das Derby zwischen Außenseiter Duisburg und den favorisierten Dortmundern endete zwar 3:3 (2:0), aber irgendwie fühlten sich die Schwarz-Gelben als Sieger. Das Ausgleichstor besorgte „Joker“ Diego Klimowicz erst in der Nachspielzeit. "Wir wurden für unseren Offensiv-Mut belohnt, da wir bis zum Ende an uns geglaubt haben. Alles oder nichts war da Devise. Der Ausgleich war natürlich für den MSV mehr als bitter, für uns aber wichtig für die Moral“, stellte BVB-Linienchef Thomas Doll fest. Die Gefühlswelt bei Zebra-Coach Rudi Bommer sah ganz anders aus.

[box_rsprint]„Dass wir nach so einem Ergebnis, vor allem wenn man sich den Spielverlauf anschaut, enttäuscht sind, ist doch völlig klar“, grummelte der ehemalige Frankfurter, „die ganze Mannschaft hat mit Leidenschaft und Herz bis zum Ende gekämpft, aber diese Leistung ist nicht mit einem Sieg honoriert worden. Die Jungs haben alles versucht, alles gegeben, gut nach vorne gespielt und sich sehr gut verkauft – aber es hat nicht gereicht. Am Ende haben 30 Sekunden zum Triumph gefehlt.“

Der MSV begeisterte sein Publikum zunächst mit einer beeindruckenden ersten Halbzeit, entfachte Druck und markierte zwei Treffer durch die Abwehr-Spieler Iulian Filipescu sowie Tobias Willi. „Wir haben die ersten 45 Minuten völlig verschlafen“, schimpfte Doll und ging ins Detail: „Das lag an unserer mangelnden Leidenschaft und dem fehlendem Kampfgeist. Duisburg war wacher und hat sich verdient die Führung erspielt, weil wir fast immer einen Schritt zu spät waren und nicht nah genug am Gegner.“

In seiner Kabinen-Ansrpache wählte „Dolly“ offenbar treffende Worte, denn seine Jungs präsentierten sich mit Wiederanpfiff völlig anders. „In der Pause haben wir gewisse Dinge angesprochen, umgestellt und einiges geändert. Nach dem Anschluss-Treffer kam Duisburg dann in die Druck-Situation, weil wir viel besser im Spiel waren und effektiver über die Außenbahn zu Flanken kamen“, freute sich der Borussen-Trainer.

Auch den dritten Schock, das 3:1 durch Tararaches Strafstoß, verdauten die Dortmunder. Doll: „Viele haben uns da schon abgeschrieben. Daher ein Riesen-Kompliment an meine Jungs, wie sie dann zurückgekommen sind und sich diesen Punkt mehr als redlich verdient haben.“

Dass der ausgerechnet in den letzten Augenblicken der Partie zustande kam, nachdem die Gastgeber zwei Tempo-Gegenstößte erfolglos abgeschlossen hatten, ließ Bommer verständlicherweise hadern: „Trotzdem musst du irgendwann den berühmten Sack zumachen, um ein solches Match zu gewinnen. Das ist uns nicht gelungen. Vor allem weil wir nicht in der Lage waren, die ein oder andere Kontersituation besser abzuschließen und in Tore umzumünzen. Da sind wir mit unseren Möglichkeiten einfach zu fahrlässig und viel zu kläglich umgegangen. Das müssen wir cleverer ausspielen.“

Bommer schiebt anerkennend nach: „Dortmund hat das besser gemacht und seine Chancen eiskalt genutzt. Zum Schluss haben sie mit vier Stürmern alles auf eine Karte gesetzt und wurden belohnt. Wir hingegen gucken nun enttäuscht in die Röhre.“

Autor: RS

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