Florian Kringe (Benotete Einsätze 14 / Notendurchschnitt 2,7): Der Allrounder, der sowohl vorne als auch hinten auf beiden Flügel verwendbar ist, hat sich zum absoluten Leistungsträger entwickelt. Dabei machte der Blondschopf spielerisch weitere Fortschritte und legte sein bisher größtes Manko, die fehlende Torgefährlichkeit, zu den Akten. Fünf Treffer allein in der ersten Serie sprechen eine deutliche Sprache.

Die Spieler von Borussia Dortmund in der Einzelkritik zur Hinrunde 2007/2008

Petric der Einkauf des Jahres

rk
02. Januar 2008, 10:00 Uhr

Florian Kringe (Benotete Einsätze 14 / Notendurchschnitt 2,7): Der Allrounder, der sowohl vorne als auch hinten auf beiden Flügel verwendbar ist, hat sich zum absoluten Leistungsträger entwickelt. Dabei machte der Blondschopf spielerisch weitere Fortschritte und legte sein bisher größtes Manko, die fehlende Torgefährlichkeit, zu den Akten. Fünf Treffer allein in der ersten Serie sprechen eine deutliche Sprache.

Ihm kommt sicher die Tatsache, dass ihn Coach Thomas Doll fast ausschließlich im offensiven Mittelfeld einsetzt, zugute. Wurde zudem mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung zu deutlich verbesserten Konditionen belohnt.

Leonardo Dede (17 / 3,1): Nach einigen durchwachsenen Spielzeiten, in denen der Brasilianer sein Potenzial nicht konstant abrief, konnte er in dieser Saison weitaus mehr Highlights aufweisen. In der Defensive und Offensive eine sichere Bank, da seine Spielweise von sehr viel Power geprägt ist. Es zeichnet den dienstältesten Borussen aus, dass er nach dem gescheiterten Wechsel zum AS Rom nicht lamentierte, sondern sich direkt wieder voll seiner Aufgabe bei den Schwarz-Gelben ohne Grollen widmete.

Mladen Petric (13 / 3,1): Kein Frage, der Ex-Baseler ist der beste Einkauf des Jahres. Zunächst musste jedoch das Missverständnis mit der verwaisten Zehner-Position aus der Welt geräumt werden. Als der Kroate sich dann ganz vorne austoben konnte, blühte er richtig auf. Für ihn sprechen nicht nur sein Torriecher, sondern auch seine fußballerischen Qualitäten. Gepaart mit seiner gekonnten Freistoßtechnik hat er die Veranlagung für einen perfekten Spieler, an dem der BVB noch viel Freude haben dürfte.

Roman Weidenfeller (14 / 3,3): Er führte in den letzten Jahren diese Statistik jeweils mit großem Vorsprung an, doch diesmal war der Schlussmann nicht immer der grandiose Rückhalt seines Teams. Vielleicht nagte die Asamoah-Affäre doch tiefer an ihm, als er selbst geglaubt hatte? Vielleicht bremste die junge Torwart-Generation (Adler, Neuer) und die damit erschwerte Länderspiel-Hoffnung unterbewusst seinen Ehrgeiz? Vielleicht war es die lädierte Schulter, die ihn seit Monaten plagte und kurz vor Weihnachten operiert wurde?

Tinga (17 / 3,4): In seinem zweiten Jahr in Dortmund kommt der Südamerikaner richtig in Schwung. Seine kämpferischen Qualitäten sind schon beeindruckend, vor allem wenn es gegen die sogenannten großen Spielmacher geht. Inzwischen ackert er gegen die Kleinen ebenso. Der Mann mit dem Zopf ist zwar vor allem für die Abfangarbeit im Mittelfeld zuständig, hat aber ebenso gezeigt, dass er als Schaltzentrale den Angriff antreiben kann. Das beweisen zudem seine zwei Tore: Er verliert das gegnerische Gehäuse nicht aus den Augen.

Giovanni Federico (12 / 3,6): Der ehemalige Karlsruher schwebte teilweise zwischen Himmel und Hölle. Kassierte fünfmal eine gute Bewertung, auf der anderen Seite lagen seine Darbietungen genauso oft unter dem Strich. Bringt gute Voraussetzungen mit, markierte drei Treffer, wirkt auf dem Platz aufgrund seiner Spielweise teilweise zu pomadig. Das gab ihm Thomas Doll ebenfalls mit auf den Weg. Der Sprung aus der zweiten Liga ist noch nicht abgeschlossen. Es liegt an ihm, nun zu beweisen, dass er ihn komplett schafft.
Markus Brzenska (11 / 3,7): Irgendwie ist das Eigengewächs schon ein Phänomen. Er kommt immer wieder zum Zuge, kann sich aber nicht auf Dauer einen Stammplatz erkämpfen. So auch in dieser Halbserie, in der er ansprechende Vorstellungen ablieferte und nur im Heimspiel gegen den Hamburger SV komplett versagte. Wenn er noch einen Tick mehr Konstanz an den Tag legt, könnte er ständig zur ersten Elf gehören. Aufgrund seines Alters spricht die Zukunft ohnehin für ihn.

Robert Kovac (11 / 3,7): Legte einen rabenschwarzen Doppel-Start hin, der zur Folge hatte, dass er schon frühzeitig als Fehleinkauf abgestempelt wurde. Gegen Duisburg sowie Schalke war er vollkommen neben der Spur, so dass er gleich fünfmal auf der Reservebank Platz nehmen musste. Als er dann wieder ran durfte, belehrte er seine Kritiker, zu denen ehrlicherweise auch wir gehörten, eines Besseren und ließ solide Leistungen sprechen. Momentan der einzige Innenverteidiger, der gesetzt sein dürfte.

Diego Klimowicz (13 / 4,0): Eigentlich war der Argentinier als „Brechstange“ vorgesehen, wenn es im vorderen Bereich nicht so wie gewünscht läuft. Dabei sollte vor allem seine Kopfballstärke als „Geheimwaffe“ zur Geltung kommen. Durch die langwierige Verletzung von Alexander Frei stand er dann öfter auf dem Feld als vorher geplant. Wurde seinem Ruf als Torjäger dabei begrenzt gerecht. Hilft auch in hinteren Bereich aus. Kann aber trotzdem mehr als er bisher gezeigt hat.
Jakub Blaszczykowski (12 / 4,0): Die Achterbahnfahrt der Borussen ist mit der des Polen zu vergleichen. Der ungekrönte Star der Vorbereitung musste in der Bundesliga Lehrgeld bezahlen. Es fiel ihm schon schwer, als Flügelflitzer zu glänzen. Rannte sich seht oft fest, auch wenn er nie aufsteckte. In den letzten drei Begegnungen musste er aushilfsweise als Verteidiger ran. Nach zwei guten Leistungen folgte in Wolfsburg der Einbruch, doch beim VfL versagte bekanntlich die gesamte Mannschaft.

Nelson Valdez (11 / 4,2): Es bleibt uneingeschränkt festzustellen: Der Paraguayer läuft sich in jeder Partie förmlich die Lunge aus dem Hals, aber was unter dem Strich herauskommt, ist dennoch weiterhin zu wenig. Drei Treffer hören sich nicht allzu schlecht an, darunter sind aber ein DFL-Geschenk und ein Elfmeter-Präsent seiner Mitspieler. Vielleicht ist es ja ungerecht oder zu einseitig argumentiert, doch ein Stürmer wird nun einmal an Toren gemessen. Und von denen erzielt der frühere Bremer zu wenig.

Christian Wörns (10 / 4,3): Er ist nach Aussage seines Trainers ein Musterprofi, der sich auch außerhalb des Spielfeldes so verhält. Er selbst würde gerne noch im Alter von 40 Jahren in der Bundesliga aktiv sein. In dieser Saison ist der lange strahlende Stern des Kapitäns aber von dunklen Wolken überschattet worden. Der Routinier ist jemand, der Praxis braucht, um sein volles Potenzial abzurufen, die bekam er nur zu Saisonbeginn. Nicht nur die Hürde der geforderten 25 Pflichtspiele, bei denen sich sein Vertrag automatisch verlängert, wird zeigen, wohin sein Weg führt.

Delron Buckley (9 / 4,9): Dortmund war und ist für den Südafrikaner kein gutes Pflaster. Zwar setzt Thomas Doll immer wieder auf seine Schnelligkeit, der Trumpf sticht in der Regel jedoch nicht, weil der Ex-Bochumer einfach keinen direkten Zug zum Tor hat. Und wenn er dann doch einmal allein vor dem gegnerischen Torwart steht, versagen ihm entweder die Nerven oder Glücksgöttin Fortuna die Zuneigung. So bleibt die Frage: Wie viel Versuche braucht er noch, um endlich sein erstes Bundesligator für den BVB zu erzielen?
Auf weniger als die Hälfte der benoteten Einsätze kamen:
Philipp Degen (8 / 3,8), Marc-André Kruska (6 / 4,0), Martin Amedick (4 / 3,0), Marc Ziegler (3 / 2,7), Sebastian Kehl (3 / 2,7), Franck Patrick Njambe (2 / 4,5), Mehmet Akgün (1 / 4,0), Christopher Nöthe (1 / 5,0).

Autor: rk

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