Nach wie vor sind sich die Verantwortlichen beider Vereine über die Vorkommnisse an der Hafenstraße am letzten Wochenende nicht ganz einig. RS holte sich eine weitere Meinung ein und sprach mit Fortunas Fanbeauftragten Jörg Emgenbroich über

Düsseldorf: Fanbeauftragter Emgenbroich im Interview

"Glimpflich davon gekommen"

kru
18. Dezember 2007, 18:32 Uhr

Nach wie vor sind sich die Verantwortlichen beider Vereine über die Vorkommnisse an der Hafenstraße am letzten Wochenende nicht ganz einig. RS holte sich eine weitere Meinung ein und sprach mit Fortunas Fanbeauftragten Jörg Emgenbroich über "Fremdfans", "Unbelehrbare" und die im Raum stehende Strafe, dass die Düsseldorfer beim ersten Heimspiel 2008 nur 15.000 Zuschauer in die LTU-arena lassen dürfen.

Wie haben Sie die Vorkommnisse erlebt?

Aus meiner Sicht ist das Verhalten nicht akzeptabel und tolerierbar. Aber so lange wir keine Videobilder gesehen haben, werden wir auch keine vorschnellen Verdächtigungen äußern. Aber wir haben durchaus einen Verdacht, aus welcher Gruppe die Krawallmacher kommen. Andererseits habe ich in unserem Block auch Fremdfans gesichtet, beispielsweise aus Rostock und Saarbrücken.

Der Essener Sicherheitsdienst musste auch mit Kritik leben. Schließen Sie sich dieser an?

Ich habe unter der Woche eine Sammelaktion gestartet, bei der ich mittlerweile an um die 80 Eintrittskarten gelangt bin, mit denen die Leute zwar im Stadion waren, die aber nie kontrolliert und demzufolge auch nicht entwertet wurden. Ich gehe davon aus, dass ein Drittel unserer Anhänge nicht durchsucht wurde.

Eigentlich sollte das in zwei Abschnitten passieren. Aber?

100 Meter hinter der kleinen Brücke hinter dem Gästeblock sollte die erste Einlass-Kontrolle stattfinden, aber wegen des großen Andrangs sind die meisten dort so durchgekommen. Auch ich musste nicht mal meinen DFB-Ausweis zeigen, sondern es reichte, dass ich gesagt habe: "Ich bin Fanbeauftragter von Fortuna Düsseldorf". Natürlich kann das passieren, wenn 1000 Leute vom Hauptbahnhof aus auf einmal kommen, aber es sollte nicht. Die Polizei musste dort schon dem Sicherheitsdients helfend zur Seite stehen. Das Ganze soll jedoch keineswegs als Entschuldigung verstanden werden.
Wie bewerten Sie die Strafe für die Fortuna?

Wir haben davon am Mittwochabend erfahren und ich war im ersten Moment geschockt. Aber in Wirklichkeit sind wir schon glimpflich davon gekommen und hatten Glück im Unglück. Ich hatte eigentlich mit dem Schlimmsten gerechnet, einem Geisterspiel. Das könnte uns bei dem nächsten Vergehen drohen.
Wie kann man das verhindern?
Wir haben eine Woche vor dem Essen-Match einige Gespräche mit szenekundigen Beamten geführt und ich dachte eigentlich unsere Botschaften seien angekommen. Wir hatten doch deutlich gemacht, was passieren kann.
...wenn Unbelehrbare ausrasten!
Genau, diese Leute können keine Liebe zum Verein in sich tragen, denn am meisten kommt der Club und der wahre Fan durch seine Aktion zu Schaden.

Autor: kru

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