Otto Rehhagel, Christoph Daum, Giovanni Trapattoni. Große Namen mit internationalen Erfolgen, hohem Ansehen und einer ruhmreichen Vergangenheit – aber auch mit menschlichen Fehlern in ihrer sportlichen Laufbahn. Patrick Rhode, Spielertrainer des A-Ligisten TSG Sprockhövel II, unterlief wie den Millionen verdienenden Übungsleitern ebenso ein folgenschwerer Auswechsel-Patzer. Ein Kreisliga-Kuriosum, das den Fußballfan gleichermaßen erheitert wie mitfühlen lässt.

Hagen: Kurioser Wechselfehler in der Kreisliga

Spielertrainer wechselt vier mal aus

Tim Frische
14. Dezember 2007, 18:07 Uhr

Otto Rehhagel, Christoph Daum, Giovanni Trapattoni. Große Namen mit internationalen Erfolgen, hohem Ansehen und einer ruhmreichen Vergangenheit – aber auch mit menschlichen Fehlern in ihrer sportlichen Laufbahn. Patrick Rhode, Spielertrainer des A-Ligisten TSG Sprockhövel II, unterlief wie den Millionen verdienenden Übungsleitern ebenso ein folgenschwerer Auswechsel-Patzer. Ein Kreisliga-Kuriosum, das den Fußballfan gleichermaßen erheitert wie mitfühlen lässt.

Der zu diesem Zeitpunkt Tabellenzweite TSG Sprockhövel II lauerte mit lediglich sechs Zählern hinter Ligaprimus SC Obersprockhövel auf Patzer des direkten Konkurrenten. Stattdessen patzten sie selbst, besser gesagt: Spielertrainer Patrick Rhode.

Der Reihe nach: SuS Volmarstein erwies sich für die Gäste als erwartet harter Brocken. In der 60. Minute dann der Platzverweis für TSG-Torhüter Neumann, mit Wüllner kam ein neuer Keeper, Köpke, ein Feldspieler, musste für ihn weichen.

„Wir kamen mit der Überzahl nicht zurecht und kassierten dann das 0:1. Das war verdient, weil Sprockhövel auch in Unterzahl druckvoll weiterspielte“, analysiert Rafael Garcia, Kapitän und Leitwolf der Volmarsteiner Mannschaft.

Die knappe 1:0-Führung reichte Rhode. Er wechselte zwei weitere mal aus. Frische Kräfte, um nichts mehr anbrennen zu lassen. Volmarstein gab noch einmal alles. Und dann der folgenschwere Patzer: Rhode bereitete einen taktischen Wechsel vor. Kurz vor Schlusspfiff wechselte er sich selbst ein, um ein wenig Zeit zu schinden. Was bis dahin niemandem (nicht einmal dem Schiedsrichter) auffiel, es war bereits der vierte Wechsel. Das nach einem verschossenen Elfmeter Volmarsteins praktisch im Gegenzug das 2:0 fiel, interessiert mittlerweile niemanden mehr.

„Wir hatten uns viel vorgenommen, denn wir gelten ein wenig als Favoritenschreck. Nach der Niederlage waren wir sehr enttäuscht. Dann kommt auf einmal unser Co-Trainer rein und meinte 'Jungs, grandios, ihr habt gewonnen! Die haben vier mal gewechselt.' Wir konnten das kaum glauben, gingen nach draußen und sahen, wie die Sprockhöveler noch am Mittelkreis des Feldes standen und den Kopf geschüttelt haben“, lässt der SuS-Kapitän den kuriosen Vorfall noch einmal Revue passieren.

„Erst waren wir frustriert, weil wir trotz Überzahl noch verloren hatten, aber als wir dann von der Nachricht hörten, haben wir in der Kabine gesungen und getanzt“, erzählt Garcia und kann dabei ein wenig Schadenfreude nicht verbergen. Volmarstein legte Protest ein, die Partie wird mit 2:0 für die SuS-Kicker gewertet.

Auf Sprockhöveler Seite ist die Enttäuschung natürlich dementsprechend groß, der Aufstieg ist durch den Flüchtigkeitsfehler mit großer Tragweite so gut wie abgehakt. Vereinsinterne Vorwürfe an Rhode gibt es allerdings nicht. „Der Patrick ist ein Fachmann, ich werde ihm auch weiterhin vertrauen“, erklärt der eigentliche Coach der TSG, Wolfgang Westerkamp, der an diesem Tag verhindert war. „Solche Geschichten machen den Sport ja auch irgendwie sympathisch.“

Die TSG will die Flinte bezüglich des Aufstiegs nicht vorzeitig ins Korn werfen. „Wir geben nicht auf und wollen Obersprockhövel weiterhin jagen“, schickt Westerkamp eine Kampfansage an den Lokalkonkurrenten.

Autor: Tim Frische

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