Es ist bislang nicht die Saison der Wattenscheider Kickerinnen. Die Aufsteiger von der SGW rangieren nach acht Runden auf einem Abstiegsplatz, sind bisher noch ohne Zähler in der Fremde. Gerade eine Sache macht 09-Trainerin Tanja Schulte dabei zu schaffen: die mangelhafte Abrufung des vorhandenen Potenzials. Im RevierSport-Interview spricht die 34-Jährige außerdem über den nächsten Gegner 1. FFC Frankfurt und die bisherigen Schiedsrichterleistungen.

Wattenscheid: Tanja Schulte im Interview

„Vom Potenzial dürften wir nicht so weit unten stehen“

Matthias Dersch
07. Dezember 2007, 09:13 Uhr

Es ist bislang nicht die Saison der Wattenscheider Kickerinnen. Die Aufsteiger von der SGW rangieren nach acht Runden auf einem Abstiegsplatz, sind bisher noch ohne Zähler in der Fremde. Gerade eine Sache macht 09-Trainerin Tanja Schulte dabei zu schaffen: die mangelhafte Abrufung des vorhandenen Potenzials. Im RevierSport-Interview spricht die 34-Jährige außerdem über den nächsten Gegner 1. FFC Frankfurt und die bisherigen Schiedsrichterleistungen.

Frau Schulte, am Sonntag reichte es gegen Crailsheim trotz eines viel versprechenden Anfangs wieder nicht zum ersehnten ersten Auswärtspunkt. Woran lag es diesmal?

Es war wie schon so oft in dieser Spielzeit. Wir gehen in Führung, verspielen durch individuelle Fehler dann aber die Chance zu punkten. Man muss ganz klar sagen, dass wir zu viele Ausfälle auf dem Platz hatten, weil Spielerinnen ihr Können nicht abgerufen haben.

Ähnlich lief es zuletzt mit Jennifer Manzer, die sie nach der Freiburg-Partie öffentlich kritisierten. Gegen den TSV war sie Ihre stärke Akteurin, erzielte auch den Führungstreffer. Hat Ihre Kritik die gewünschte Wirkung erzielt?

Manzer ist da sicher ein Problemfall. Sie hat allein vom Leistungsvermögen hervorragende Fähigkeiten. In manchen Spielen kann man sie nicht halten, in anderen Matches versteckt sie sich dagegen völlig. Es freut mich natürlich, dass meine Kritik diese Wirkung erzielt hat, würde mir aber wünschen, dass sie so jede Woche agiert.

Nach dem Match haben Sie sich negativ über die Schiedsrichterleistung geäußert. Was genau gab denn den Anlass zu Ihrer Kritik?

Ich bin die Letzte, die am Ende der 90 Minuten die Gründe für eine Niederlage bei der Dame in Schwarz sucht. Natürlich ist es immer schwierig, nicht durch die Vereinsbrille zu bewerten, aber ich habe über den gesamtem Verlauf der Saison den Eindruck gewonnen, und der bekräftigt sich immer mehr, dass wir anders behandelt werden als die etablierten Teams. Diese Aussage ist beim DFB natürlich nicht gut angekommen. Ich habe deswegen ein Schreiben erhalten, die Sache ist mittlerweile aber vom Tisch.
Am Sonntag geht es gegen den ungeschlagenen Tabellenführer 1. FFC Frankfurt, eine unlösbare Aufgabe, oder?
Steffi Jones bestreitet gegen uns ihr Abschiedsspiel, es werden viele Zuschauer kommen. Ich denke, wir sind da als Kanonenfutter eingeplant. Auch wenn es nicht schön anzusehen ist, werden wir deshalb erst einmal versuchen, dass Ergebnis in Grenzen zu halten. An alles, was darüber hinaus sein sollte, denke ich im Moment noch gar nicht.
Danach geht es direkt in den Winterurlaub. Freuen Sie sich auf die Pause?
Letztes Jahr war das Gefühl schöner, da sind wir als Herbstmeister in den Winter gegangen. Zwar war damals noch nichts entschieden, aber der Druck war viel geringer als jetzt. Ich hoffe darauf, dass sich die Tabellensituation nach dem neunten Spieltag nicht groß verändert hat und wir weiterhin Sichtkontakt zum rettenden Ufer haben. Und dann versuchen wir in der Vorbereitung, unsere gemachten Fehler abzustellen, denn eins ist klar: vom Potenzial dürften wir nicht so weit unten stehen.

Autor: Matthias Dersch

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren