Mittwoch war wieder Zahltag. Während sich noch etliche der rund 3000 mitgereisten Schalke-Fans in den Bars und Bodegas um, aber auch in der Kathedrale der Stadt auf das Spiel einstimmten, war seine Kneipe schon ab dem frühen Nachmittag gerammelt voll. Manuel Caceres Artesero ist ohne Zweifel einer der berühmtesten Fußballfans der Welt. Und einer, der die Zeichen der Zeit früh erkannt hat.

Der Medienstar aus Valencia: Schalker Heimspiel bei Manolo

Zehn Jahre Fanfreundschaft

sb
30. November 2007, 09:46 Uhr

Mittwoch war wieder Zahltag. Während sich noch etliche der rund 3000 mitgereisten Schalke-Fans in den Bars und Bodegas um, aber auch in der Kathedrale der Stadt auf das Spiel einstimmten, war seine Kneipe schon ab dem frühen Nachmittag gerammelt voll. Manuel Caceres Artesero ist ohne Zweifel einer der berühmtesten Fußballfans der Welt. Und einer, der die Zeichen der Zeit früh erkannt hat.

Denn er ist Valencia. Mit seiner überdimensionalen Baskenmütze und seiner großen Trommel etwas schrullig wirkend ist Manolo el del Bombo oder kurz Manolo längst so etwas wie ein gut funktionierendes Ein-Mann-Unternehmen geworden. Manolo vermarktet sich inzwischen selbst.

Nicht nur seine Gaststätte gleichen Namens an der Plaza Valencia Club de Futbol Nr. 5, direkt neben dem Estadio de Mestalla ist Anlaufstelle für Freude des Ballsports aus aller Welt. Auch die Souvenirs aus dem eigenen Andenkenshop gehen weg wie warme Semmeln.

Dabei ist sein Geschäftsmodell denkbar einfach. Das Bier oder die Tapas müssen bezahlt werden, Fotos gibt es umsonst. Und die werden anschließend auch gerne auf seiner eigenen Homepage www.manoloeldelbombo.com ausgestellt. "Manolo hat seine riesige Mütze und die Trommel immer griffbereit liegen. Auch, wenn kein Spieltag ist, ist er innerhalb weniger Sekunden für einen Schnappschuss bereit", weiß Stephan Schröter, der den 58-Jährigen Spanier seit nunmehr fast zehn Jahren kennt.

Schröter ist Mitglied im Supportersclub und einer etwa zehnköpfigen Gruppe aus Anhängern des FC Schalke und des 1.FC Nürnberg, die Manolo jährlich zum Fallas-Fest besuchen. "Eigentlich begründen sich unsere Beziehungen zum FC Valencia eher zu der Gruppe der Ultras Yomus. Das ist eine der zwei großen Ultra-Bewegungen in der Stadt, zu der wir seit 1998 gute Kontakte pflegen", erklärt Schröter, der seit Montag bei seinen spanischen Freunden weilte.

Damals hatten sich die Schalker für die freundliche Aufnahme beim UEFA Cup Viertelfinale ein Jahr zuvor bedankt und sind prompt von den Valencianos eingeladen worden. Seitdem reisen die Schalker mindestens einmal im Jahr in die Mittelmeerstadt. "Aber ein Besuch bei Manolo gehört eben immer dazu", strahle der Mann mit der Pauke, der nur die Grundschule besuchte und kein Englisch und kein Deutsch, dafür aber mit Händen und Füßen Spanisch spricht, eine unheimliche Herzenswärme aus.

Und die bringt ihm gutes Geld. Zur WM entdeckten ihn mehrere Firmen als Werbe-Ikone. Eine polnische Biermarke drehte mit ihm einen Werbespot in Südafrika. In Spanien erschien der Medienstar, der seine Iberer seit 1982 auch bei jeder WM und EM begleitete, schon auf den Titelseiten von Reklamebroschüren einer Kaufhauskette.

Trommeln ist sein Leben. Manolo, in Ciudad Real in der Region Kastillien geboren, haut seit nunmehr 39 Jahren ohne Rücksicht auf Verluste auf die Pauke. Zunächst beim Provinzclub DU Huesca, dann bei Real Saragossa, schließlich für Valencia. Als er in den 80er Jahren von einem Länderspiel aus Österreich heimkam, stand die Wohnung anschließend leer. Seine Frau und die vier Kinder hatten ihn sitzen lassen. Auch eine zweite Ehe scheiterte später an seinem Fußballtick. "Ich lebe wohl besser alleine. Fußball ist meine Leidenschaft", sagt Manolo. Gäste hat er ja genug. Längst hat er sein Hobby zum Beruf gemacht.

Autor: sb

Kommentieren