Schalkes neuer Steuermann an der Konsole

25.07.2018

Esports

Schalkes neuer Steuermann an der Konsole

Foto: Michael Korte

Matthias Winkler will mit Schalke in der Fußball-Simulation „PES“ Erfolge feiern. Mit Naldo und Embolo auf dem virtuellen Rasen sowie seinem Bruder Dennis am Controller geht’s bald um Punkte.

Erst mit 35 Jahren Profi auf Schalke zu werden, ist sicher ungewöhnlich. Matthias Winkler hat es aber geschafft. Der Remscheider bildet gemeinsam mit seinem Bruder Dennis das neue Team, das für die Esports-Abteilung des FC Schalke 04 in der Fußballsimulation Pro Evolution Soccer (PES) auf Torejagd gehen wird. Schalke ist Teil des Wettbewerbs von „eFootball.Pro“, einem neuen Format für PES 2019, das am 30. August auf den Markt kommt.

Matthias Winkler kann es jedenfalls kaum abwarten, die Spieler seines Klubs endlich durch die größten Fußballarenen zu steuern. Als Spielehersteller Konami am Mittwochmorgen zum exklusiven „PES 2019 Preview Event“ einlädt, sitzt der Schalker in der ersten Reihe und hört genau hin. „Es ist jedes Mal aufs Neue total aufregend, wenn das neue Spiel vorgestellt wird“, sagt der Schalker. Ab September wird er dann versuchen, auf der PlayStation möglichst viele Spiele für den FC Schalke 04 zu gewinnen. Bis dahin heißt es: trainieren.

„Obwohl ich schon seit vielen Jahren in der Szene bin, erlebe ich gerade meinen zweiten Frühling. Es kitzelt, ich bin aufgeregt und schon voller Vorfreude“, sagt er, während er es sich im Ledersessel vor der Loge „Tibulsky“ in der Veltins-Arena bequem macht. Stolz zeigt Matthias Winkler auf das Vereinslogo auf der Brust seines Shirts: „Ich habe Lust auf eine geile Zeit. Ich will als Schalker Dinge erleben, die ich im Alltag nicht erleben würde.“ Für die königsblaue Esports-Abteilung empfohlen hat sich der Remscheider mit guten Leistungen in Online-Ligen und auf großen Turnieren. In seiner Vita steht unter anderem: Deutscher Meister 2009 sowie einmal Platz drei und einmal Platz vier bei den Europameisterschaften.

Als langjähriger Schalke-Fan würde sich Matthias Winkler nicht bezeichnen. Zumindest noch nicht. „Ich habe gar keinen bestimmten Verein, dem ich die Daumen drücke. Aber Klubs wie Bayern oder Leverkusen sind es nicht. In deren Stadien sitzt eher Theaterpublikum. Mir gefallen die Klubs, die für ihre Fans das Leben bedeuten. Dazu gehört auch Schalke.“

Heiße Bruder-Duelle im Wohnzimmer
Zum ersten Mal zum Controller griff Matthias Winkler 1996, damals hieß die Fußballsimulation International Superstar Soccer. Mit seinem sechs Jahre jüngeren Bruder Dennis lieferte er sich schon unzählige heiße Duelle im heimischen Wohnzimmer. Auf Schalke müssen beide künftig perfekt harmonieren – denn im neuen Ligamodus wird Zwei gegen Zwei gespielt. Sogar ihren Vater konnten die Söhne vom Virus Konsolen-Fußball überzeugen. Die Zeiten, in denen der Vater seine Söhne noch ärgern konnte, sind aber schon lange vorbei. Matthias Winkler nahm vor 13 Jahren zum ersten Mal an einem Turnier teil.

Wenn es die Zeit zulässt, probieren es die Brüder auch noch, mit den eigenen Füßen Tore zu schießen. Dennis spielt beim SC 08 Radevormwald in der Bezirksliga, Matthias will sich künftig mehr auf die Trainerausbildung fokussieren und nur noch im Training die Schuhe schnüren.

Als die Anfrage von Tim Reichert, Schalkes Esports-Boss, kam, sei die Entscheidung pro S04 schon nach dem ersten Gespräch gefallen. Schalke 04 und die Winklers – das passt, meint Matthias. „Wir kommen beide aus der Region und sind hier eng verwurzelt.“

Bei der Mannschaftsauswahl entscheidet er sich jetzt selbstverständlich noch häufiger für Schalke. Naldo sei in der Abwehr ein Garant dafür, dass der Gegner kaum hohe Bälle in den Strafraum spielen kann. „Da ist er eine Macht“, sagt er. Dass Schalkes 35 Jahre alter Innenverteidiger auch in der Fußball-Simulation nicht mehr der Schnellste ist, sei kein Problem. „Das bekomme ich mit gutem Stellungsspiel in den Griff“ erklärt der PES-Profi.

Und vorne? „Da ist es gut, wenn man Breel Embolo hat. Wenn er antritt, ist er schwer aufzuhalten. Und er hat einen guten Schuss.“ Gesagt, getan. Beim Demo-Spiel empfängt Schalke den FC Liverpool. Ecke Daniel Caligiuri, Liverpool blockt ab, Nabil Bentaleb spielt den Ball in den Strafraum. Breel Embolo tritt an und zieht ab – 1:0 für Schalke. „So kann es weitergehen“, sagt er und lacht.

Autor: Christoph Winkel

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