27.08.2017

Eishockey

Tom Fiedler hat mit Moskitos ehrgeizige Ziele

Foto: Michael Gohl

Zur neuen Spielzeit müssen sich die Fans der Wohnbau Moskitos wieder an viele neue Gesichter gewöhnen, denn nur acht Akteure aus der Vorsaison laufen auch künftig am Westbahnhof auf.

Viele junge Spieler sind dazugekommen, weshalb man getrost weiterhin von den jungen Wilden sprechen darf. Rund 22 Jahre beträgt der Altersdurchschnitt der 13 Sommer-Verpflichtungen. Und der würde noch niedriger ausfallen, wäre da nicht Tom Fiedler.

Mit 32 Jahren ist der Zugang von Oberliga-Absteiger FASS Berlin nun der Älteste unter den Jungspunden. Er stand schon in der DEL für die Eisbären aus Berlin auf dem Eis, als einige seiner heutigen Mitspieler noch die Grundschule besuchten. Der Außen- und Mittelstürmer soll mit seiner Erfahrung für den nötigen Ruhepuls im Offensivspiel der Mücken sorgen, aber natürlich auch selbst vor dem Tor gefährlich werden. 672 Scorerpunkte (274 Tore, 398 Vorlagen) stehen bei ihm in 840 Partien in den drei höchsten deutschen Spielklassen zu Buche. In der Vorsaison war er mit 39 Punkten Top-Scorer bei FASS Berlin, eine Leistung, „an die ich in Essen gerne anknöpfen möchte“, sagt Tom Fiedler. Und beim Testspiel am Sonntag gegen den EC Bad Nauheim (18.30 Uhr, Westbahnhof) hat er erneut Gelegenheit, sich mit seinen Nebenleuten abzustimmen.

ESC-Teamchef Frank Gentges schätzt seinen neuen Angreifer als „spielintelligenten, routinierten Stürmer mit Scorer-Qualitäten“. Bereits 2012 spielte Fiedler unter der Regie von Gentges bei den Frankfurter Löwen. Allerdings war die Wiedervereinigung der beiden nicht ausschlaggebend für den Wechsel. „Ich habe die beeindruckende Entwicklung in Essen schon länger verfolgt. Die Chance, mit einer jungen Mannschaft zu spielen, in der ich eine Führungsrolle übernehmen kann, hat mich sehr gereizt“, sagt Tom Fiedler: „Hier entsteht etwas, und es ist ein gutes Gefühl, ein Teil dieses Prozesses zu sein.“

Zwar lebt Tom Fiedler derzeit noch im Hotel, doch der gebürtige Berliner hat sich schon bestens eingelebt. Beim ESC hat er auch einige alte Weggefährten wiedergetroffen, allen voran Sturmpartner Dennis Thielsch (31), mit dem er in der Jugend zusammenspielte. Aber auch mit den anderen Teamkollegen kommt er bestens aus: „Wir müssen uns zwar noch einspielen, aber das Mannschaftsklima ist super.“ Da stört ihn auch nicht, dass er gut zehn Jahre über dem Altersschnitt liegt. „Ich fühle mich im besten Hockey-Alter“, sagt er. „Die Jungs lassen mich nicht spüren, dass ich der Älteste bin.“

Schon in Duisburg und Herne aktiv

Außerdem kennt der Offensivspieler das Ruhrgebiet bereits. Zwischen 2009 und 2011 schnürte er die Schlittschuhe Duisburg und Herne. Bei den Füchsen spielte er die beste Runde seine Karriere und erzielte 71 Punkte in 38 Spielen. Stürmt Tom Fiedler am Westbahnhof auch nur annähernd so erfolgreich, werden ihm die Fans das Intermezzo beim ungeliebten Nachbarn schnell verzeihen. Aber die persönliche Bilanz spielt ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. „Mein Anspruch ist die Teilnahme an den Play-offs“, betont Tom Fiedler. „Aber am liebsten würde ich bis Ende April spielen.“ Dann nämlich stehen die Play-off-Halbfinals und die Finalspiele auf dem Programm.

Autor: Erik Asmussen

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