MSV-Frauen

Es bleibt bei vier Punkten Vorsprung

Thomas Kristaniak
01. Mai 2017, 11:55 Uhr
Foto: Stephan Eickershoff

Foto: Stephan Eickershoff

Als Schiedsrichterin Nadine Westerhoff die Partie zwischen dem MSV Duisburg und dem SC Sand abpfiff, herrschte erst einmal Ungewissheit:

Was tun mit diesem Punkt? Bejubeln? Oder doch niedergeschlagen sein? Am Ende war beides keine Option für die Gastgeberinnen. Denn am Status quo im Schneckenrennen um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga hat sich exakt nichts geändert.

Dem eigenen 3:3 (2:2)-Remis setzte Konkurrent Bayer Leverkusen ein – sicher etwas überraschenderes – 2:2 im Duell mit dem 1. FFC Frankfurt entgegen. Vier Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung der Zebras auf den ersten Abstiegsplatz folglich weiter vier Punkte – und Leverkusen kann auch bei einem eingeplanten Sieg am kommenden Sonntag gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach nicht am MSV vorbeiziehen.

Es wäre halt eben nur mehr drin gewesen. Ein echter Befreiungsschlag, mit drei Punkten, die das Team von Trainerin Inka Grings zweimal an diesem Nachmittag vor 459 Zuschauern virtuell in der Tasche hatte. Erstmals nach 26 Minuten: Da war SCS-Verteidigerin Chioma Igwe der Ball im Strafraum an die Hand gesprungen, was Schiedsrichterin Westerhoff mit einem Elfmeter ahndete. Rahel Kiwic trat an und verwandelte; damit endeten 396 torlose MSV-Minuten. Den zuvor letzten Treffer hatte auch Kiwic erzielt: zum 3:3-Endstand gegen den SC Freiburg am 26. Februar.

Dieser Treffer hätte Sicherheit geben sollen, gab er aber nicht. Nur sechs Minuten später kam MSV-Keeperin Lena Nuding bei einem langen Schlag der Gäste weit aus ihrem Tor, womit aber Kathleen Radtke nicht rechnete: Sie spitzelte den Ball an der verdutzten Nuding vorbei – und Nina Burger musste nur noch zum 1:1 einschieben. Slapstick! Den hätte es dann auch fast in der 35. Minute gegeben, als Lisa-Marie Makas nach einer Flanke von Steffi Weichelt aus einem Meter Entfernung den Ball gegen eine auf der Torlinie stehende Sanderin schob. Im Nachschuss erzielte die Österreicherin aber dann ihr erstes Tor für den MSV.

Auch diese Führung hielt nicht lange vor. Eine Minute vor der Pause tauchte erneut Burger frei vor Nuding auf, die den folgenden Schuss zwar parierte – doch den Abpraller köpfte die SCS-Angreiferin zum 2:2 ins Tor. Als Laura Vetterlein nach einer knappen Stunde das 3:2 für die Gäste nachlegte, schien eine erneute Wende nicht mehr denkbar, was auch Inka Grings nachher so sah: „Nach dem 2:3 hat mir die Körpersprache nicht gefallen. Da hatte ich zeitweise den Eindruck, dass die Mannschaft nicht mehr an sich glaubt.“ Ein nahezu perfekter Kopfball von Rahel Kiwic nach Freistoßflanke von Linda Bresonik brachte aber wieder alles ins Lot.

Autor: Thomas Kristaniak

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