Als die Sache Konturen annahm, da war auch Thomas Tuchel nur noch schwer zu halten.

Aubameyang führt BVB ins CL-Viertelfinale

4:0 gegen Benfica

Daniel Berg
08. März 2017, 22:39 Uhr
Foto: firo

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Als die Sache Konturen annahm, da war auch Thomas Tuchel nur noch schwer zu halten.

Eine Stunde lang hatte der Trainer gelitten, hatte seine Mannschaft von der Seitenlinie aus angeschrien, weil sie so fahrig und nervös spielte. Dann fielen die Tore, die sie fast alle im Stadion herbeigesehnt hatten. Und Tuchel trommelte mit den Füßen über den Rasen, die Hände zu bebenden Fäusten geballt. Erleichterung, Freude, Jubel. Zwei Treffer binnen zwei Minuten nach der Pause ebneten den Fußballern von Borussia Dortmund beim 4:0-Sieg gegen den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon den Weg ins Viertelfinale der Champions League. Das Hinspiel war mit 0:1 verloren gegangen.

Schon der Beginn war verheißungsvoll. Denn die Borussia benötigte lediglich etwas mehr als drei Minuten, um das Ergebnis aus dem ersten Duell mit Lissabon zu egalisieren. Nach einem Eckstoß von Ousmane Dembélé kam Pierre-Emerick Aubameyang am zweiten Pfosten töricht allein zum Kopfball und wuchtete den Ball ins Tor. In diese unbeobachtete Lage hatte den Torjäger eine Kopfballverlängerung von Christian Pulisic gebracht. Der 18-Jährige ersetzte in der Offensive den an einem Muskelfaserriss laborierenden Marco Reus. 1:0 - das Dortmunder Stadion bebte und Schwarz-Gelb schien die Sache schnell erledigen zu wollen. Zu schnell.

Denn trotz der Führung wirkte die Borussia in der Folgezeit seltsam unaufgeräumt. Erst produzierte sie durch zu viel Ungeduld Fehlpass nach Fehlpass, danach wirkte sie sogar verunsichert, was kein wesentlich angenehmeres Leiden war. So kam Benfica besser ins Spiel, verzeichnete durch einen eher harmlosen Schuss von Franco Cervi (24.) und einen schon gefährlicheren Kopfball Luisaos (32.) zwei Torgelegenheitchen, die BVB-Keeper Roman Bürki jeweils zunichte machte. Fast schon interessanter als die Szenen im Strafraum war das Schauspiel, das Dembélé bot. Ob er selbst foulte oder gefoult wurde, stets zeterte er Richtung Schiedsrichter, weshalb der 19 Jahre alte Ausnahmekönner zum Ende der ersten Hälfte kurz vor dem Platzverweis stand.

Mit einem Schrecken begann die zweite Halbzeit. Ein Querschläger von Lukasz Piszcek am eigenen Fünfmeterraum ermöglichte Cervi einen freien Versuch, doch der Urheber der Situation rettete, in dem er sich in den Schuss warf (47.). Auf der Gegenseite hatte Aubameyang bei einem Fallrückzieher nicht ausreichend Glück (49.), ehe sich das Spiel auf einen entscheidenden Moment zubewegte. Unmut machte sich in der 59. Minute breit, weil Aubameyang eine große Chance vergab, bei der er den frei stehenden Nebenmann Gonzalo Castro übersah. Doch nur Sekunden später war das alles vergessen: Piszczek bediente Pulisic - und der Reus-Ersatz hob den Ball zauberhaft über den Torwart hinein ins schwarz-gelb gefärbte Netz und Herz.

Keine 120 Sekunden später drückte Aubameyang eine Hereingabe von Marcel Schmelzer aus kurzer Distanz über die Linie (61.). Sein sechster Treffer im siebten Champions-League-Spiel in dieser Saison. Und die Versicherung dafür, dass der BVB in die Runde der besten acht Mannschaften Europas vorstößt. Am Ende machte Aubameyang sogar noch seinen Dreierpack perfekt. Es war nur eine Randnotiz.

Autor: Daniel Berg

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