Eine ganz wichtige Entscheidung wird bei Schalke 04 an diesem elektrisierenden Pokal-Abend schon vor dem Anpfiff fallen:

Bayern - S04

Für das Siegtor hat Markus Weinzierl eine Idee

Manfred Hendriock
01. März 2017, 04:07 Uhr
Foto: firo

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Eine ganz wichtige Entscheidung wird bei Schalke 04 an diesem elektrisierenden Pokal-Abend schon vor dem Anpfiff fallen:

Vielleicht erst beim Aufwärmen wird man sehen, ob der angeschlagene Sead Kolasinac im Viertelfinal-Duell bei Bayern München (20.45 Uhr/ ARD) zur Verfügung steht. „Wir werden alles probieren, damit er spielen kann“, sagt Trainer Markus Weinzierl, der für Kolasinac eine Schlüsselrolle vorgesehen hat: Wie schon beim Punktspiel vor dreieinhalb Wochen in München (1:1) soll er Bayerns Arjen Robben den Spaß am Spiel nehmen. „Seo“ ist Schalkes Krieger Nummer eins: Selbst mit einer gebrochenen Nase hat er sich zuletzt ins Getümmel geworfen.

Nur mit 100 Prozent
Seit dem 1:1 am Sonntag gegen Hoffenheim plagt den Bosnier aber auch eine Adduktoren-Verletzung; es handelt sich um eine Reizung, die durch die hohe Belastung hervorgerufen ist. Weil nichts gerissen oder gezerrt ist, vermutet Weinzierl: „Der Kopf wird entscheiden, ob es geht.“ Schalkes Trainer stellt aber auch klar, dass er gerade in diesem Fall kein Risiko eingehen wird: „Wenn Seo nicht bei 100 Prozent ist, werden wir ihn auch nicht spielen lassen, dafür sind die nächsten Wochen zu wichtig.“ Dann würde Dennis Aogo oder Thilo Kehrer einspringen – für Schalke eine herbe Schwächung, weil es dem einen (Aogo) an der nötigen Härte fehlt, und dem anderen (Kehrer) an der Erfahrung.

Kolasinac hat in diesem Jahr in jedem Spiel in der Start-Elf gestanden: Er ist als Dampfmacher auf der linken Außenbahn ebenso eine Bank wie Alessandro Schöpf, sein Gegenstück auf rechts. Beide sollen defensiv ihre Seite dicht halten und zugleich das Spiel über die Flügel nach vorne treiben – eine extrem intensive Aufgabe: Nicht von ungefähr gehören beide regelmäßig zu den laufstärksten Schalker Spielern. Pausen bekommen sie fast nie, weil sich ihre möglichen Vertreter (Baba und Coke) beide das Kreuzband gerissen haben.

Weinzierl zieht den Hut davor, wie seine Flügelzange diese Belastung wegsteckt: Kolasinac auf seine robuste Art, Schöpf mit seiner Leichtfüßigkeit. „Brutal intensiv, wie er das spielt“, lobt Schalkes Trainer den Österreicher, der mit sieben Saisontreffern inzwischen auch noch zum torgefährlichsten Schalker avanciert ist. Nur über solche Willensleistungen wird es auch gehen, wenn Schalke tatsächlich an diesem Mittwoch die große Aufgabe im Pokal-Viertelfinale bei den Bayern meistern will.

„Wir müssen über uns hinauswachsen und den Bayern über die Zweikämpfe den Spaß am Fußball nehmen“, fordert der Trainer. Und dann vielleicht endlich auch mal das Glück haben, das sich Schalke irgendwie jetzt auch einmal verdient hätte, wie Weinzierl findet: „Nachdem wir im Pokal schon nicht das Losglück hatten, gehe ich davon aus, dass wir dafür jetzt das nötige Spielglück haben...“ Zum Beispiel mit einem Spielverlauf wie diesem, bei dem wieder seine Flügelzange eine Rolle spielt.

Dreimal hintereinander brachte Alessandro Schöpf die Schalker jetzt mit frühen Toren, die über die linke Seite vorbereitet wurden, in Führung – dreimal hieß es am Ende nur 1:1, weil Schalke die Führung nicht über die Zeit retten konnte. Weinzierls spontane Idee für das Pokalspiel in München: „Schöpf macht das 1:0 diesmal nicht in der dritten Minute, sondern erst drei Minuten vor Schluss...“

Autor: Manfred Hendriock

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