Es ist eigentlich kaum zu glauben: Beim U19-Testspiel zwischen Westfalia 04 Gelsenkirchen und ETuS Bismarck kam es kurz vor der Pause zum Eklat.

U19-Test

Schlägerei, Spielabbruch, zwei Mann im Krankenhaus

Christian A. Hoch
14. Februar 2017, 20:30 Uhr
Foto: firo

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Es ist eigentlich kaum zu glauben: Beim U19-Testspiel zwischen Westfalia 04 Gelsenkirchen und ETuS Bismarck kam es kurz vor der Pause zum Eklat.

Ein ETuS-Spieler würgte seinen Gegenspieler, schlug anschließend auf ihn ein. Auch der Schiedsrichter bekam einen Schlag ab und beendete anschließend die Partie. Beide Betroffenen fuhren anschließend ins Krankenhaus. Es lief die 43. Spielminute am Gelsenkirchener Trinenkamp. Die U19 von Westfalia 04 Gelsenkirchen führte im Test-Derby gegen ETuS Bismarck mit 4:1 – ein Spiel, bis dahin ohne besondere Vorkommnisse. Doch dann das: Ein harmloses Foul am Sechzehner von ETuS - der Schiedsrichter entschied auf Freistoß für Westfalia. Einem ETuS-Spieler brannten daraufhin alle Sicherungen durch. Er packte seinen Gegenspieler am Hals und würgte ihn – daraufhin eskalierte die Situation.

Der Spieler von Westfalia 04 Gelsenkirchen versuchte, sich aus dem Würgegriff zu befreien und wurde danach mehrfach durch Schläge am Kopf getroffen. Der Schiedsrichter ging dazwischen und erlitt dabei selbst einen Kopftreffer, daraufhin beendete er die Begegnung sofort. Die Situation auf dem Platz war damit aber noch nicht geklärt. Der Spieler von ETuS Bismarck beruhigte sich nicht, ging zusammen mit einem Mitspieler immer wieder auf seinen Gegner und Betreuer von Westfalia 04 Gelsenkirchen los.

Spieler und Betreuer reagieren besonnen, Polizei leitet Strafverfahren ein

Während er permanent drohte und beleidigte, versuchte der überwiegende Teil seiner Mannschaft, die Situation zu beruhigen. Auch die Spieler und Betreuer von Westfalia 04 Gelsenkirchen gingen besonnen mit der Sache um und nicht auf die wüsten Beschimpfungen ein – sie straften den Übeltäter mit Ignoranz. Der Schiedsrichter schaltete umgehend die Polizei ein, die daraufhin das Strafverfahren gegen den Spieler von EtuS Bismarck einleitete.

Für beide Vereine ist die Situation ein absoluter Schock – immerhin teilen sie sich das Vereinsgelände und die Fußballplätze. „Ich bin einfach nur erschüttert, so etwas hat es bei meinen Mannschaften noch nie gegeben. Dieser Spieler ist für mich ein Straftäter, der nichts mehr auf einem Fußballplatz zu suchen hat. Wenn er sein Verhalten nicht drastisch ändert, wird er über kurz oder lang im Gefängnis landen“, zeigt sich Westfalia-Trainer Stefan Janßen konsterniert. „Meine Jungs haben richtig reagiert, selbst der Geschädigte (er erlitt eine Schädelprellung, Anmerkung der Redaktion) ist nicht weiter darauf eingegangen. Der Verein ETuS Bismarck kann nichts dafür, wenn ein einzelner Spieler ausrastet. Wir pflegen seit Jahren ein freundschaftliches Verhältnis zu den Verantwortlichen, das bleibt auch so. Sie müssen jetzt aber die nötigen Schritte einleiten“, führt er weiter aus.

Auch Detlef Bomsdorf, Trainer von Bismarck, ist fassungslos: „Ich bin seit 1979 Jugendtrainer. Jeder, der mich kennt weiß, dass ich jegliche Form von Gewalt verachte. Ich kann mich nur für das Verhalten des Spielers entschuldigen, er wird bei mir keine Sekunde mehr auf dem Platz stehen. Ich hoffe, dass er vor dem Sportgericht die gerechte Strafe erhält und nie wieder Fußballspielen darf.“

Der Schiedsrichter und der betroffene Spieler von Westfalia 04 haben Strafanzeige erstattet, gegen den Übeltäter wird jetzt ermittelt.

Autor: Christian A. Hoch

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