Schalkes Trainer Markus Weinzierl gab Anweisungen, nutzte jeden Zentimeter in seiner Coaching Zone, dirigierte, sprach seinen Profis Mut zu und trieb an.

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Warum sich Weinzierl gebessert hat

Thomas Tartemann
24. Januar 2017, 21:46 Uhr
Foto: firo

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Schalkes Trainer Markus Weinzierl gab Anweisungen, nutzte jeden Zentimeter in seiner Coaching Zone, dirigierte, sprach seinen Profis Mut zu und trieb an.

Trotzdem wurde es im Heimspiel gegen Ingolstadt nicht besser. Erst in der Nachspielzeit schafften die Königsblauen das 1:0-Siegtor. Zur Pause gab es Pfiffe gegen das Team, das in Sachen Kreativität und Dynamik fast alles vermissen ließ.

Markus Weinzierl bevorzugt eigentlich einen anderen Fußball-Stil, will aggressiv, druckvoll und mitreißend spielen lassen. Aktuell ist das Angebot eher mau. Weinzierl könnte deswegen toben und seinen Frust an der Seitenlinie rauslassen. Er tut das aber nicht, auch wenn es innerlich brodelt. Wenn es zu Elfmeter-Fehlentscheidungen wie beim 1:2 in Leipzig kommt, kocht es vulkanartig im 42-jährigen Fußball-Lehrer. Aber er hat sich mittlerweile im Griff. Unkontrollierte Ausbrüche gibt es nicht.

Anonyme Schiedsrichter-Umfrage

Zu Augsburger Zeiten war das anders. Weinzierl eckte mehrmals mit Schiedsrichtern und ihren Assistenten an. Zweimal flog er in seiner Laufbahn als Bundesliga-Trainer vom Platz. Weinzierl erinnert sich genau: „Einmal in München, einmal in Fürth. Die Strafe war meinem damaligen Verein FC Augsburg angepasst. Von daher ging es einigermaßen.“ Durch seine Gefühlsausbrüche an der Seitenlinie holte sich Weinzierl eine Auszeichnung, auf die er gerne hätte verzichten können. Die Schiedsrichter wählten ihn bei einer anonymen Abstimmung zum unangenehmsten Bundesliga-Trainer.

Auf Schalke ist Markus Weinzierl bisher nicht negativ aufgefallen. „Mittlerweile habe ich mich gebessert“, versichert der Schalker Kaderchef. Weinzierl weiß inzwischen, wo die Grenze ist und er hat auch erkannt, dass er gegen getroffene Entscheidungen ohnehin nichts ausrichten kann. „Ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten versucht, zurückzunehmen. Weil es als Trainer, glaube ich, Dinge gibt, die du selbst nicht in der Hand hast, die du einfach auch akzeptieren musst. Dazu zählen auch Schiedsrichter-Entscheidungen“, sagt Weinzierl. Seine Erkenntnis: „Es bringt dann nichts mehr, von außen einen Aufstand zu machen.“

Von Trainern wie Ottmar Hitzfeld und Giovanni Trapattoni, die Weinzierl bei Bayern München erlebte, schaute er sich von der Arbeitsweise und Mannschaftsführung einiges ab. „Sie haben mich auf ihre Weise beeinflusst. Ich habe sicherlich unbewusst einiges mitgenommen. Danach habe ich versucht, meinen eigenen Weg zu finden“, so der Schalker Trainer. Das Verhältnis zu Gentleman-Trainer Ottmar Hitzfeld beschreibt Weinzierl als „sehr gut“.

Fest eingebrannt ist bei ihm ein Treffen, das schon etwas zurückliegt. Weinzierl: „Ottmar hat mir mal bei Sky das Du angeboten. Er war für mich immer ein großer Trainer. Und dann hat er gesagt: Markus, wir sind Kollegen. Das war nach ein, zwei Jahren Bundesliga in Augsburg. Das hat mich sehr gefreut.“ Mittlerweile ist Weinzierl selbst fester Bestandteil der Elite-Klasse und kann Kollegen wie Ingolstadts Maik Walpurgis, der erst seit ein paar Wochen in der Bundesliga tätig ist, selbst Tipps geben...

Autor: Thomas Tartemann

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