Das Trikot, das Guido Burgstaller bei seinem Debüt auf Schalke getragen hat, musste er gleich nach dem Abpfiff hergeben.

Schalkes Burgstaller

Sein bester Freund bringt Glück

Christoph Winkel
22. Januar 2017, 21:34 Uhr
Foto: firo

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Das Trikot, das Guido Burgstaller bei seinem Debüt auf Schalke getragen hat, musste er gleich nach dem Abpfiff hergeben.

Das besondere Stück Stoff in Königsblau, das den Österreicher immer an sein erstes Bundesligator für Schalke erinnern könnte, ist seit Sonntag in England. Sheffield-Wednesday-Profi Atdhe Nuhiu hat es bekommen und mitgenommen. Auf der Insel wird er es in Ehren halten. „Er ist extra für das Spiel angereist. Ich habe ihm das Trikot versprochen“, sagte Burgstaller.

Atdhe Nuhiu, ebenfalls ein Österreicher, ist Burgstallers bester Freund. Er verfolgte das Debüt seines Kumpels auf Schalke von der Tribüne und sah, wie er gegen den FC Ingolstadt mit seinem Tor in der Nachspielzeit zum 1:0 zum Mann des Tages wurde. Viel Zeit zum Feiern blieb den Freunden aber nicht. Am Tag nach dem Spiel ging es zurück, die Pflicht bei Sheffield Wednesday ruft.

Viele Zuschauer hatten die Veltins-Arena schon wütend verlassen, als Burgstaller in der 92. Minute zuschlug. Denn das, was die Schalker in den 91 Minuten zuvor gezeigt hatten, war schwach. Dann wurde ein Schuss von Alessandro Schöpf von Ingolstadts Romain Brégerie abgefälscht und landete bei Burgstaller. Der Neuzugang vom 1. FC Nürnberg blieb cool und schob mit rechts ein.

Der 1.FC Nürnberg freut sich mit

Mit weit ausgestreckten Armen rannte Burgstaller an der halben Nordkurve vorbei, von seinen neuen Mitspielern war der österreichische Nationalspieler kaum noch einzufangen. Was für ein Debüt des 27-Jährigen, der in der Hinrunde in 16 Spielen schon 14 Mal für den 1. FC Nürnberg getroffen hatte. „Das Toreschießen war auch in der 2. Liga geil. Wenn man aber in der Nachspielzeit bei seinem Heimdebüt vor dieser blauen Wand trifft – besser kann es nicht sein. Ein überragendes Gefühl“, sagte er.

Und auch die Nürnberger, zu denen die Schalker seit Jahrzehnten eine enge Fan-Freundschaft pflegen, freuten sich mit. „Mach bei Schalke einfach weiter, wo du bei uns aufgehört hast, hatten wir ihm zum Abschied gesagt. Macht er, der Burgi“, schrieb der „Club“ über Twitter.

Schalkes Cheftrainer Markus Weinzierl hatte zunächst Eric Maxim Choupo-Moting als einzige Sturmspitze aufgestellt. Burgstaller kam nach der Halbzeitpause und war gleich an fast jeder Offensivaktion beteiligt. „Ich habe ihm schon am Freitag gesagt, dass er seinen Lauf einfach mitnehmen soll“, sagte Weinzierl, dem Burgstallers Debüt nicht allein wegen des Siegtreffers gut gefallen hat. „Er ist ein Stürmer, der sich wehrt. Einer, der den Ellenbogen und den Arsch ausstreckt und sich behaupten kann. Das hat uns gut getan in der zweiten Halbzeit.“

Nach 70 Minuten vergab Burgstaller allerdings eine Riesenchance. Nach Vorarbeit von Leon Goretzka köpfte er den Ball freistehend neben das Tor. „Ich dachte, der Tormann kommt raus und bekommt ihn noch“, erklärte der Schalker. Auf die Frage, ob er sich über diese vergebene Chance geärgert hat, antwortete er: „Nein. Denn als Stürmer kriegt man immer wieder eine Chance. Die eine nutzt man, die andere vielleicht nicht. Ich habe gehofft, dass ich noch eine bekomme.“ Und so war es dann auch – in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

Übrigens: Auch Burgstallers Freund aus England liegen Auftakt-Spiele. In der 1. Liga in Österreich, in der österreichischen U20-Nationalmannschaft und bei Sheffield Wednesday gelang Atdhe Nuhiu in seinem ersten Spiel jeweils ein Tor. Freundschaft verbindet eben.

Autor: Christoph Winkel

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