Den größten Aufreger der Hallenkreismeisterschaft um den Herbert-Graf-Pokal gab es im letzten Vorrundenspiel.

Halle

3 Tore in 80 Sekunden - Ernste Vorwürfe an VfB Annen

Marcel Kling
22. Januar 2017, 18:00 Uhr
Foto: Fynn Anders

Foto: Fynn Anders

Den größten Aufreger der Hallenkreismeisterschaft um den Herbert-Graf-Pokal gab es im letzten Vorrundenspiel.

Der VfB Annen 19 ließ sich binnen 80 Sekunden drei Treffer vom CSV SF Linden einschenken und verhalf den Bochumern damit zum besseren Torverhältnis im Vergleich mit Annens Ligarivalen SG Welper. Der sprach im Anschluss von Wettbewerbsverzerrung. Denn Welper war somit ebenso wie die drei Wittener Teilnehmer ausgeschieden.

Als Phönix Bochum am Abend den Kreismeisterpokal und 1000 Euro Siegprämie entgegennahm, da waren die Wittener allesamt längst Zuhause. Der Bezirksligist sorgte in der Endrunde für mächtig Furore, fegte erst Verbandsligist DJK TuS Hordel 3:1 vom Feld und ließ im Endspiel Landesligist CSV SF Linden mit 5:4 das Nachsehen.
Daran, dass die Lindener zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch im Turnier vertreten waren, war der VfB Annen nicht ganz schuldlos. Der Vizestadtmeister war wie schon in der Vorwoche schleppend ins Turnier gestartet und unterlag in Gruppe B Sandzak Hattingen (B-Liga) mit 1:3. Bitter wurde es im nächsten Spiel: Der spätere Titelträger Phönix Bochum glich den Führungstreffer von Jaffar Morsel zwölf Sekunden vor Spielschluss aus – 1:1.

VfB kassiert drei Gegentore in 80 Sekunden
Den Anschuldigungen aus Welper wird man erwidern können, dass der A-Liga-Spitzenreiter es im direkten Duell gegen den Verfolger aus Annen nicht geschafft hat, für klare Verhältnisse zu sorgen. Fabian Deppe und Julian Mangerich besorgten den 2:0-Sieg für den VfB und sorgten damit überhaupt erst für die spannende Konstellation vor dem letzten Spiel.

Linden benötigte einen Sieg mit drei, Annen einen Sieg mit vier Toren Vorsprung, um Welper aufgrund des besseren Torverhältnissen noch von Rang zwei zu verdrängen. 80 Sekunden vor Ende stand es 3:3, am Ende siegte Linden mit 6:3.

SG Welper unterstellt dem VfB Wettbewerbsverzerrung

Das Lager der SG Welper tat seinen Unmut auf der Tribüne lautstark kund und auf der Internetseite des Vereins wird dem VfB Annen konkret Wettbewerbsverzerrung unterstellt.

Zugegeben: Es war zumindest mal stümperhaft, wie sich die Annener Spieler beim fünften und sechsten Gegentor verhalten haben. Von Absicht wollte VfB-Trainer Horst-Dieter Obermeier aber nichts wissen: „Wir haben nichts abgeschenkt. Welper hätte gegen uns ja einfach gewinnen können.“ Für ausreichend Brisanz im Ligarückspiel dürfte damit gesorgt sein.

Weitaus weniger spektakulär verliefen die Auftritte des SV Herbede und des SV Bommern 05 in der Gruppe A. Wobei der SVH ebenfalls Grund zur Klage hätte: Denn hätte der bereits für das Halbfinale qualifizierte Verbandsligist TuS Hordel auch sein letztes Spiel gegen den SC Weitmar 45 gewonnen, wäre Herbede Gruppenzweiter geworden. Doch der Bezirksligist gewann überraschend mit 3:1 und die Wittener schieden aus.

Herbede verspielt 2:0-Führung gegen Weitmar

Anders hätte es ausgesehen, wenn die Mannschaft von Trainer Marius Kundrotas im ersten Spiel eine 2:0-Führung gegen Weitmar nicht aus der Hand gegeben hätte. Vincent Holthaus und Mike Szappanos hatten getroffen, doch die Bochumer glichen noch aus.

Es folgte eine 2:3-Pleite gegen Hordel sowie Siege gegen Bommern (5:2) und Kurdistan Bochum (3:0). „Wir haben uns gut verkauft, deshalb bin ich zufrieden“, so Kundrotas.

Bommerns Rumpftruppe scheidet punktlos aus

Ohne Chance war der personell nicht so stark besetzte SV Bommern, der alle vier Spiele verlor. Trainer Semin Salkanovic lobte aber vor allem die vier Spieler aus der dritten Mannschaft: „Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht.“

Autor: Marcel Kling

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