Fleiß zahlt sich aus. Am Montag unterzeichnete der 17-jährige Ulrich Bapoh seinen ersten Profivertrag beim VfL Bochum, der bis zum 30. Juni 2020 datiert ist.

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Bapoh mit Siebenmeilenstiefeln zum ersten Profivertrag

RS
19. Januar 2017, 20:35 Uhr
Foto: Firo

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Fleiß zahlt sich aus. Am Montag unterzeichnete der 17-jährige Ulrich Bapoh seinen ersten Profivertrag beim VfL Bochum, der bis zum 30. Juni 2020 datiert ist.

Die Entwicklung des Offensivallrounders mit kamerunischen Wurzeln, der 2009 vom Bochumer Vorort Klub Blau-Weiß Grümerbaum zum VfL wechselte, ist erstaunlich, denn viele Zaungäste bei den Nachwuchsspielen hätten ihm bis vor einem Jahr den Sprung in den Profibereich nicht zugetraut.

Positionsmäßig hatte er im Trikot des VfL eine turbulente Vergangenheit: Als er kam, spielte er noch auf der Sechser-Position, in der U14 gar Innenverteidiger, später dann auf der Achterposition und im B-Jugendalter auch des Öfteren als Mittelstürmer. Zu diesem Zeitpunkt gab es den einen oder anderen Fan, der ihn als Chancentod bezeichnete. Doch als er dann gegen Ende seiner U17-Zeit zurückgezogener agierte, bekam er einen richtigen Leistungsschub. Das zusätzliche Athletiktraining und die kluge Führung durch die Jugendabteilung ließen Ulrich Bapoh regelrecht explodieren. Die Entwicklung ist auch statistisch belegbar. Gehörte er noch in der Sommervorbereitung zu den Youngstern, die von Coach Gertjan Verbeek in den Testspielen Berücksichtigung fanden, wendete sich dies ab Ende August schlagartig. In allen vier weiteren Tests des letzten Jahres kam Bapoh zum Zug und am 29. Oktober 2016 erzielte er gegen die U23 des FC Schalke 04 sein erstes Tor bei den Profis.

Zu diesem Zeitpunkt hatten auch andere Klubs längst ein Auge auf den talentierten Offensivspieler geworfen. Grund dafür: Beim Länderpokal in der Sportschule Wedau in Duisburg des Jahrgangs 1999 wusste er sich gänzlich ins rechte Licht zu setzen und schlagartig standen andere Vereine bei Bapoh auf der Fußmatte. Letztlich aber setzte sich die Überzeugungsarbeit der VfL-Verantwortlichen durch und am Montag unterschrieb er seinen Vertrag. Sportvorstand Christian Hochstätter macht keinen Hehl daraus, dass die Entwicklung des Offensivtalents alle überrascht hat: „Eine der positiven Überraschungen in dieser Saison. Er gehörte schon bei der U17 zu den Leistungsträgern und hat sich sehr stark entwickelt.“

Für die VfL-Fans, die den Namen Ulrich Bapoh bisher nicht registriert hatten, änderte sich dies schlagartig in der gerade auf Hochtouren laufenden Vorbereitung. Bei seinen Einsätzen im Vonovia Ruhrstadion gegen den 1. FC Köln (0:1) und Greuther Fürth (3:0) wusste er bei seinen Einsätzen zu überzeugen und auch bei den weiteren Spielen in Darmstadt (15 Minuten) und Leverkusen (45 Minuten) mischte der 17-Jährige munter mit. So würde es nicht überraschen, wenn Bapoh auch am kommenden Samstag bei der Generalprobe in Münster zum 18er Kader gehört, auch wenn der VfL in der Rückrunde noch nicht mit dem Offensivallrounder plant.

Warum auch? Noch ist der eineinhalb Jahre für die U19 aktiv, für die er in der laufenden Spiele bisher zwölf Spiele absolviert hat und dabei drei Tore erzielen konnte. Verbessern allerdings muss er sich sicherlich noch im technischen Bereich und auch im Torabschluss, denn auch bei den Profikurzeinsätzen fehlte ihm im Abschluss noch ein wenig die Entschlossenheit. Auch wenn aus dem „Chancentod“ in Sachen Bereitschaft längst ein Musterprofi geworden ist.

Autor: RS

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