Geht es nach Donis Avdijaj, könnte es eigentlich schon wieder mit der Meisterschaft losgehen.

Schalke

Burgstaller-Verpflichtung löst nur ein Problem

Thomas Tartemann
10. Januar 2017, 09:54 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Geht es nach Donis Avdijaj, könnte es eigentlich schon wieder mit der Meisterschaft losgehen.

Als das Schalker Talent nach der Trainingseinheit am Montagvormittag im spanischen Benidorm mit seinem Teamkollegen Johannes Geis Freistöße übte, traf er gleich beim ersten Versuch. Rund 30 angereiste Ultras stimmten daraufhin Avdijaj-Sprechchöre an. Der 20-Jährige rannte direkt auf die Anhänger zu und ließ sich am Spielfeldrand herzen.

Doch ganz so gelöst, wie es diese witzige Trainingsszene vermuten lässt, geht es bei den Schalkern nicht zu. Trainer Markus Weinzierl plagen unter spanischer Sonne einige Sorgen – auch wenn er sich über den ersten Neuzugang der Winterpause freuen kann. Wie der Verein am Montagabend verkündete, hat er mit dem Zweitligisten 1. FC Nürnberg Einigkeit über einen Wechsel von Guido Burgstaller zu den Königsblauen erzielt. Der 27-jährige österreichische Nationalspieler muss noch den Medizincheck bestehen, erst danach will Schalke auch die Vertragslaufzeit bekanntgeben.

Burgstaller ist ein Angreifer, er hat in 16 Zweitligaspielen 14 Tore für den Club geschossen und kann sowohl im Zentrum als auch außen spielen. Doch dieser Transfer, der nötig wurde, weil die Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, Breel Embolo und Franco Di Santo langfristig ausfallen, löst bei weitem nicht alle aktuellen Schalker Probleme.

So beklagt Trainer Weinzierl in Spanien den Ausfall einiger wichtigen Säulen. Kapitän Benedikt Höwedes war mit einer Hüftreizung angereist und konnte noch kein einziges Mal mit der Mannschaft arbeiten. Den Bundesliga-Wiederbeginn wird Höwedes, der auf seinen Körper hören und nicht zu früh anfangen will, mit großer Wahrscheinlichkeit verpassen. Matija Nastasic, den die Achillessehne zwickt, und Thilo Kehrer (Adduktoren-Verhärtung) setzten am Montag ebenfalls mit dem Training aus. „Wenn man sieht, dass mit Naldo nur noch ein Innenverteidiger auf dem Platz stand, dann ist das eine Position, auf der wir genauer hinsehen müssen“, sagt Manager Christian Heidel über mögliche weitere Transferaktivitäten.

Die Antwort auf die Frage, ob Bayern-Abwehrspieler Holger Badstuber (27) eine Option für Schalke sein kann, ist komplex. Badstubers Vertrag in München endet im Juni. Bevor Bayern ein Ausleihgeschäft anstreben könnte, müsste das Arbeitspapier mit dem Ex-Nationalspieler zunächst verlängert werden. Im Falle einer Fest-Verpflichtung müssten Interessenten, zu denen auch der VfL Wolfsburg und Manchester City zählen sollen, jetzt im Januar eine entsprechende Ablösesumme zahlen.
Haken aus Schalker Sicht: Bad-stubers Gehalt beim Rekordmeister wird als so üppig eingestuft, dass es Schalkes Rahmen sprengen würde. Nach Informationen dieser Zeitung gab es noch keinen direkten Kontakt zwischen Bayern und Schalke. Weinzierl: „Holger Bad­stuber ist ein sehr erfahrener Spieler. Über seine Qualität müssen wir nicht reden. Ob so etwas für uns machbar ist, weiß ich nicht.“

An diesem Dienstag (17 Uhr/Sport1) testet Schalke gegen den belgischen Erstligisten KV Oostende, am Mittwoch jettet das Team zurück in die Heimat. Die Hoffnungen, Neuzugänge während des Trainingslagers integrieren zu können, haben sich also zerschlagen.
Etwas wohler wäre Markus Weinzierl auch, wenn früh klar wäre, dass Eric Maxim Choupo-Moting und Sead Kolasinac in der nächsten Saison auf Schalke spielen würden. Choupo-Moting sieht noch keine Eile, eine Entscheidung zu treffen. Kolasinac, dessen Vertrag ebenfalls im Juni endet, wird bei mehreren englischen Klubs gehandelt. Gespräche mit dem italienischen Top-Verein Juventus Turin gab es nicht. Sky Italia hatte voreilig berichtet, Juve sei sich mit dem Bosnier einig.
Auf Schalke bleiben also noch einige Baustellen offen.

Autor: Thomas Tartemann

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren