Eine Niederlage gegen den VfL Wolfsburg ist für die SGS Essen keine Schande. Und schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass es am zehnten Spieltag in der Frauenfußball-Bundesliga überhaupt erst die zweite war.

SGS Essen

Die Bayern kommen zur Hafenstraße

Benedikt Burgmer
17. Dezember 2016, 04:07 Uhr
Foto: Tim Müller

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Eine Niederlage gegen den VfL Wolfsburg ist für die SGS Essen keine Schande. Und schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass es am zehnten Spieltag in der Frauenfußball-Bundesliga überhaupt erst die zweite war.

So wollte SGS-Trainer Daniel Kraus seiner Mannschaft trotz des 0:2 unter der Woche keinen Vorwurf zu machen: „Ich habe ein gutes, ausgeglichenes Spiel gesehen, in dem wir nur durch eine Standardsituation in Rückstand geraten sind.“

Vorher habe es seine Elf verpasst, selbst ein Tor zu schießen. Weil teilweise Mut, teilweise die letzten Pässe fehlten. „Hinten raus hat man dann schon gemerkt, dass der VfL professionellere Bedingungen hat und in so einer Englischen Woche über mehr Kraft verfügt“, sagt Kraus. Die höhere Qualität in der Breite ist da nicht zu verachten: Neun Minuten vor Abpfiff Olympiasiegerin Anja Mittag einwechseln zu können, ist ein Luxus, den man in Essen natürlich nicht hat. „Deshalb dürfen wir trotz der aktuellen Tabellensituation nicht abheben“, meint der 32-Jährige. Vielmehr müsse man sich eingestehen, dass man über eine Saison hinweg nicht mit den Top-Klubs mithalten könne. „Aber in einem einzigen Spiel ist immer alles möglich.“ Und das ist als Mutmacher zu verstehen, denn die nächsten Aufgaben sind nicht von Pappe. Am Sonntag (13 Uhr) ist zum Hinrundenabschluss der Meister FC Bayern München an der Hafenstraße zu Gast. Am Mittwoch (18 Uhr) geht es im Achtelfinale des DFB-Pokals zum 1. FFC Frankfurt. Regeneration ist daher aktuell der Trainingsschwerpunkt an der Ardelhütte. „Donnerstag haben wir ganz pausiert und am gestrigen Freitag nur leicht trainiert. Heute haben die Mädels noch einen freien Tag“, sagt Kraus. Trotzdem spielt er mit dem Gedanken, personelle Veränderungen in seiner Startelf vorzunehmen.

Gerade bei der 16-jährigen Nicole Anyomi sei Vorsicht geboten, um sie „nicht zu verheizen“. „Kozue Ando könnte ich, ohne Bauchschmerzen zu bekommen, in die Startelf nehmen. Aber auch Margarita Gidion und Kirsten Nesse haben ihre Sache gegen Wolfsburg nach der Einwechslung gut gemacht“, findet Kraus.

Zudem muss er klären, wer sich am Sonntag vorwiegend um FCB-Angreiferin Nina Miedema kümmern soll. „Sie ist eine richtig gute Stürmerin, die wir im Auge haben müssen. Oft macht sie entscheidende Tore“, warnt der Fußballlehrer, der ansonsten wenig Druck verspürt. Als Tabellenvierter ist man in Essen vollauf zufrieden, der FCB hat andere Ziele und droht die bei aktuell fünf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Potsdam aus den Augen zu verlieren. „Bayern muss am Sonntag gewinnen. Wir können.“

Autor: Benedikt Burgmer

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