Noch auf dem Rasen nahm Schalkes Manager Christian Heidel Schiedsrichter Deniz Aytekin in Empfang und stellte diesen zur Rede:

Schalke

Markus Weinzierl fordert den Videobeweis

Manfred Hendriock
13. Dezember 2016, 06:07 Uhr
Foto: firo

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Noch auf dem Rasen nahm Schalkes Manager Christian Heidel Schiedsrichter Deniz Aytekin in Empfang und stellte diesen zur Rede:

Er wollte von dem Spielleiter wissen, warum er die Grätsche von Thilo Kehrer an Leverkusens Hakan Calhanoglu als Foulspiel gewertet hatte. Die Szene zeigt: Schalke ist mit den Schiedsrichter-Entscheidungen im Moment nicht ganz glücklich – um es milde auszudrücken.

Nur eine Woche nach der Werner-Schwalbe in Leipzig ging es diesmal um den Freistoß, der am Sonntag zur 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen führte. Trainer Markus Weinzierl räumte ein, dass seine Mannschaft die Freistoßflanke auch „schlecht verteidigt“ habe, weil Leverkusens Stefan Kießling völlig ungehindert zum Kopfball kam – Eric Maxim Choupo-Moting hatte ihn aus den Augen verloren. Doch soweit hätte es nach Weinzierls Ansicht gar nicht kommen dürfen. Er sagte, dass der Freistoß aus seiner Sicht zu Unrecht gegen Schalke gepfiffen worden sei – und diese Meinung hatte er beileibe nicht exklusiv.
Der 20 Jahre alte Thilo Kehrer war im Mittelfeld mit einem langen Bein in den Zweikampf mit Leverkusens Hakan Calhanoglu gegangen und hatte die Kugel klar getroffen – „der Ball fliegt mindestens zehn Meter weit“, stichelte Heidel. Nach seiner Ansicht war es kein Foul, sondern „ein Tackling aus dem Schulbuch“. Dies teilte er auch Schiedsrichter Aytekin mit, doch der habe entgegnet, dass Kehrer erst den Mann getroffen habe und dann den Ball – deswegen habe er auf Foulspiel entschieden.

Heidel schüttelte über diese Sichtweise nur den Kopf: „Ich schaue mir die Szene gerne auch unter einer Lupe noch zehnmal an und werde dabei bleiben, dass es kein Foulspiel war. Und wenn doch, müssen wir aufhören zu tackeln und zu grätschen.“ Schiri Aytekin hatte Kehrer für seine Grätsche obendrein sogar auch noch die Gelbe Karte gezeigt, was kein Schalker nachvollziehen konnte. „Er geht zwar mit Risiko rein, aber wenn das ein Foul war, müssen wir gar nicht mehr spielen. Dann können wir den Gegner auch durchlaufen lassen und ihn zum Toreschießen einladen“, echauffierte sich Johannes Geis. Wie schon beim Spiel in Leipzig lief es in den entscheidenden Situationen gegen Schalke. „Eine Glückssträhne haben wir zur Zeit sicherlich nicht“, knurrte Heidel gequält.

Trainer Weinzierl hatte schon vor dem Spiel gegen Leverkusen drei Szenen dieser Hinrunde herausgepickt, in denen Schalke von den Schiedsrichtern klar benachteiligt worden war. Am 25. September bei der 1:2-Niederlage in Hoffenheim spielte TSG-Spieler Kerem Demirbay kurz vor Schluss nach einer Flanke von Max Meyer den Ball klar mit der Hand, doch Schiedsrichter Tobias Welz verweigerte den fälligen Elfmeter. Am 19. November wurde Benedikt Höwedes beim Spiel in Wolfsburg ein Elfmeter nicht zugesprochen – in diesem Fall gewann Schalke trotzdem mit 1:0. Und die Aufregung über die Werner-Schwalbe am 3. Dezember in Leipzig ist noch frisch, auch wenn kein Schalker damals die 1:2-Niederlage allein an dieser Szene festmachen wollte. Weinzierl fordert deshalb: „Der Videobeweis muss so schnell wie möglich kommen.“

Dann hätte Schiri Aytekin zumindest gesehen, dass Thilo Kehrer klar den Ball gespielt hatte.

Autor: Manfred Hendriock

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