Trotz zahlreicher Verletzungen seiner Teamkollegen hat Dominik Wydra beim Zweitligisten VfL Bochum lange auf seine Chance warten zu müssen.

VfL Bochum

Wydra über sein emotionales EM-Aus

23. November 2016, 18:35 Uhr
Foto: firo

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Trotz zahlreicher Verletzungen seiner Teamkollegen hat Dominik Wydra beim Zweitligisten VfL Bochum lange auf seine Chance warten zu müssen.

Das lag sicherlich auch daran, dass er in der Vorbereitung und während der Saison gesundheitlich zurückgeworfen wurde. Doch das ist Vergangenheit. „Für mich ist es hier jetzt erst vor einem Monat richtig losgegangen“, berichtet Wydra. „Denn seitdem bin ich fit und beschwerdefrei. Nach den ersten Einwechslungen habe ich jetzt zweimal von Beginn an gespielt und ich denke, ich finde mich auf der ungewohnten Position des rechten Verteidigers immer besser zurecht.“

Gegen Eintracht Braunschweig erlebte Wydra erstmals bei einem Heimspiel in der Startformation die Atmosphäre im vonovia Ruhrstadion. Er war begeistert: „Das war ein richtig geiler Abend, es fehlte nur das Siegtor.“ Längst hat sich der Wiener im Kohlenpott zurechtgefunden: „Der VfL ist ein Arbeiterverein wie mein Ex-Klub Rapid Wien. Der Teamgeist stimmt und die Leute sind hier gut drauf. Mit Verein und Stadt kann ich mich total identifizieren.“

Das konnte er sich über mehrere Jahre auch mit der österreichischen U21-Nationalmannschaft. Werner Gregoritsch, U21-Trainer Österreichs und Vater von Ex-VfL-Akteur Michael Gregoritsch, machte ihn zum Kapitän und mit ihm spielte der Nachwuchs von Österreich die wohl beste U21-Qualifikation aller Zeiten. Hinter dem diesmal herausragenden Team des DFB belegte das südliche Nachbarland Rang zwei und qualifizierte sich für die Playoffs.

Doch da fing das Unglück an: Denn von drei möglichen Gegnern zog man mit Spanien ausgerechnet den mehrfachen U21-Europameister. Doch die kleine Alpenrepublik wuchs über sich hinaus. Im Hinspiel gab es ein 1:1, beim Rückspiel in der Vorwoche in Spanien ein torloses Remis. Österreich war aufgrund des einen Auswärtsgegentors ausgeschieden. Der Kapitän: „Das war schon sehr bitter. Wir waren schon im ersten Spiel die bessere Mannschaft und haben nur einen unberechtigten Elfmeter hinnehmen müssen. Auswärts war es dann ein ganz schweres Spiel. Wer die Freude der Spanier nach dem 0:0 gesehen hat, der kann einschätzen, wie teuer wir uns da verkauft haben.“

Der anschließende Abend waren Stunden der Tränen. Trainer Gregoritsch hielt eine Ansprache, auch Kapitän Wydra meldete sich zu Wort und nach einem gemeinsamen Abendessen gab es einen Zusammenschnitt aus zweieinhalb Jahren des Jahrgangs 1994. „Es war schon ein sehr emotionaler Abschied. Wer weiß, wann eine österreichische Nachwuchsmannschaft das wiederholen kann.“

Auch wenn er zur Stunde noch ein weites Stück vom österreichischen A-Team entfernt ist, hat er die Hoffnung nicht aufgegeben. Doch seit dem Aus mit der U21 richtet sich sein Fokus ausschließlich auf den VfL: "Ich spiele da, wo der Trainer mich braucht und versuche dort die bestmögliche Leistung für die Mannschaft abzurufen."

In Fürth tat sich der Österreicher schwer, gegen Braunschweig zeigte die Formkurve nach oben. Das tut auch Not - nicht nur beim Rechtsverteidiger. Schließlich hat der VfL von den nächsten fünf Begegnungen gleich vier auswärts auszutragen. Doch Wydra ist zuversichtlich, dass die Blau-Weißen nicht weiter ins Schlingern geran und vielleicht sogar nach unten abrutschen: „Auch wenn wir bis dato auswärts nicht sehr erfolgreich waren, haben wir das Potenzial uns überall zu behaupten.“ Und wie das geht, weiß er auch: „Wenn wir aggressiv spielen wie gegen Braunschweig, haben wir überall eine Chance.“

Wydra will Dynamo-Fans zum Schweigen bringen

Die Krux ist nur, dies gelang dem VfL in der Fremde bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht. Ob es ausgerechnet im emotional aufgeladenen Stadion von Dresden besser wird, kann sich Wydra gut vorstellen: „Wir spielen gerne in einem Hexenkessel, da liegt der Druck doch bei der Heimmannschaft. Unser Ziel muss es sein, mit einer guten Leistung die Dynamo-Fans zum Schweigen zu bringen.“ Dabei dürfte er auf der rechten Seiten eine Schlüsselposition zufallen, denn nach dem Ausfall von Kapitän Felix Bastians braucht Trainer Gertjan Verbeek jeden Abwehrakteur. Wydra: „Vielleicht sind wir jetzt in einer Außenseiterposition, aber das muss ja durchaus kein schlechtes Vorzeichen sein.“

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