Júnior Caiçara ist zwar noch nicht die erste Wahl bei Schalke-Trainer Markus Weinzierl, das Selbstvertrauen des 27-jährigen Außenverteidigers ist aber enorm gestiegen.

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Júnior Caiçara: "Jetzt ist wieder alles gut"

Christoph Winkel
10. November 2016, 05:37 Uhr
Foto: Firo

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Júnior Caiçara ist zwar noch nicht die erste Wahl bei Schalke-Trainer Markus Weinzierl, das Selbstvertrauen des 27-jährigen Außenverteidigers ist aber enorm gestiegen.

Júnior Caiçara hat sich am Mittwochnachmittag dick eingepackt. Über seinem Trainingspullover trägt er noch eine Regenjacke, außerdem einen Schal, der seinen Hals wärmt. Auf Schalke sind es nur vier Grad, es regnet in Strömen – wahrlich kein Wetter für einen Brasilianer. „Ich mag es immer lieber, wenn es heiß ist“, sagt der 27-Jährige. „Ich spiele aber schon seit ein paar Jahren in Europa und von daher ist das Wetter kein Problem für mich.“ Vor seinem Wechsel vor anderthalb Jahren nach Schalke stand Caiçara beim bulgarischen Klub Ludogorez Rasgrad unter Vertrag.

Markus Weinzierl hat ein Nachsehen und schickt seine Spieler schon nach einer Stunde in die Kabine. Es ist sowieso verdammt leer auf dem Platz. Ralf Fährmann, Fabian Giefer und Alexander Nübel trainieren mit Torwarttrainer Simon Henzler. Gerade mal elf Feldspieler absolvieren Passübungen und Spielformen. Von den Spielern, die am Sonntag gegen Werder Bremen in der Startelf standen, sind nur Naldo und Johannes Geis dabei. Insgesamt zwölf Spieler sind auf Länderspielreise.

Rund um den Trainingsplatz stehen fast mehr Ordner als Fans – typisch Länderspielpause eben. Margret Wiescher aus Bottrop, die so gut wie keine Trainingseinheit verpasst, hat sich auch vom fiesen Wetter nicht abhalten lassen. Sie ist allerdings verärgert, dass das Training 30 Minuten später beginnt. Es stünde doch schließlich 15 Uhr im Trainingsplan. Júnior Caiçara liefert nach der Einheit die Erklärung: „Wir haben uns vorher lange aufgewärmt, haben Fitnessübungen gemacht, damit wir bei diesem Wetter nicht mit kalten Muskeln auf den Platz kommen.“

Und dann spricht der Außenverteidiger im strömenden Regen von Schalke noch über die vergangenen Wochen – die Zeit, in der er quasi im Regen stehen gelassen wurde. Bei Markus Weinzierl spielte er nach der Auftaktniederlage gegen Eintracht Frankfurt jedenfalls keine Rolle mehr. Fünf Mal stand er nicht einmal im Kader.

Erst seit dem Europa League- Spiel vor einer Woche gegen FK Krasnodar hat man das Gefühl, dass ihn Markus Weinzierl doch noch nicht abgeschrieben hat. Wie im Hinspiel spielte Júnior Caiçara von Beginn an. Nach 24 Minuten erzielte er sogar sein erstes Tor im Trikot der Königsblauen. Den zweiten Treffer durch Nabil Bentaleb bereitete der Außenverteidiger nur vier Minuten später vor. Weinzierl nannte Caiçara nach dem Spiel einen „Gewinner des Systemwechsels.“ Lässt Weinzierl im 3-5-2 spielen, genießt Caiçara nämlich wesentlich mehr Freiheiten in der Offensive.

In der Bundesliga gegen Werder Bremen bekam allerdings wieder Alessandro Schöpf den Vorzug. Für Júnior Caiçara ist das kein Problem. Er hat endlich das gute Gefühl, dass Markus Weinzierl weiß, dass er zu 100 Prozent auf ihn zählen kann, wenn er ihn braucht. „Die Zeit war schwer, aber jetzt ist wieder alles gut“, sagt Caiçara, bevor auch er endlich in die Kabine verschwindet.
Nur Donis Avdijaj und Joshua Bitter haben noch nicht genug. Sie legen noch eine Sonderschicht ein. Joshua Bitter flankt die Bälle hoch in den Strafraum, Donis Avdijaj knallt sie aus allen Lagen aufs leere Tor. Für die beiden Jungprofis läuft es noch nicht nach Plan. Júnior Caiçara kennt das. Er weiß aber auch, wie schnell sich das ändern kann.

Autor: Christoph Winkel

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