Die Stürmernot bei Schalke 04 macht den Argentinier Franco Di Santo derzeit ganz wertvoll. Trainer Markus Weinzierl hat Routinier Huntelaar aber noch nicht abgeschrieben.

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Warum Stürmer Di Santo wieder wertvoll ist

Thomas Tartemann
26. Oktober 2016, 07:07 Uhr
Foto: Firo

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Die Stürmernot bei Schalke 04 macht den Argentinier Franco Di Santo derzeit ganz wertvoll. Trainer Markus Weinzierl hat Routinier Huntelaar aber noch nicht abgeschrieben.

Mit dem Argentinier Franco Di Santo hat sich beim FC Schalke 04 vor dem DFB-Pokalspiel beim 1. FC Nürnberg (20.45 Uhr/Sky) ein Mann in den Vordergrund gekämpft, der bei vielen Experten bereits abgeschrieben war. Der 27-Jährige, im Sommer 2015 für sechs Millionen Euro von Werder Bremen verpflichtet, blüht gerade richtig auf und hat den Blinker links gesetzt.

Nach der Verletzung von Schalkes Hoffnungsträger Breel Embolo, der sich das Sprunggelenk brach und monatelang pausieren muss, sammelt Di Santo fleißig Pluspunkte. Beim 1:0 in der Europa League in Krasnodar überzeugte der Angreifer kämpferisch und läuferisch. Gegen den FSV Mainz 05 kombinierte Di Santo seine Kilometer-Laufleistung auch mit Torgefahr. Am 3:0-Sieg hatte der frühere Profi der Blackburn Rovers mit zwei Vorlagen erheblichen Anteil.

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Damit lieferte er starke Argumente, auch in Nürnberg viel Einsatzzeit zu erhalten. „Ich freue mich, dass er gut gespielt und zwei Tore vorbereitet hat“, sagt Trainer Markus Weinzierl, der den Südamerikaner aufgrund seiner kraftaufwändigen Spielweise schätzt. „Er ist ein physischer Spieler, der sehr viel mitbringt und mit den Einsätzen an Selbstvertrauen gewinnt. Wir brauchen ihn“, sagt Weinzierl.

Für Franco Di Santo, der grundsätzlich positiv denkt, aber in Phasen ohne Wettkampfpraxis zwangsläufig ins Grübeln kommt, müssen die Weinzierl-Worte runtergehen wie Öl. Lob bekam der Stürmer auch aus dem Kreis der Teamkollegen. „Franco hat unheimlich viel für die Mannschaft gearbeitet und hatte großen Anteil am Ergebnis und am Sieg“, applaudierte Kapitän Benedikt Höwedes nach dem Mainz-Spiel. Der in sozialen Netzwerken rührige Di Santo postete vielsagend: „Haltung ist eine kleine Sache, die einen großen Unterschied ausmacht.“

Umarmung für den Konkurrenten

Der Satz lässt Interpretations-Spielraum, steht aber sinnbildlich für seine Teamplayer-Mentalität. Den Sieg gegen Mainz widmete der Argentinier dem verletzten Breel Embolo: „Diese drei Punkte sind für dich, Breel.“ Und seine Umarmung von Konkurrent Klaas-Jan Huntelaar, der ihn am vergangenen Sonntag in der Endphase ablöste, war ebenfalls ein besonderes Signal. Di Santo hätte auch teilnahmslos abklatschen können – das tat er aber nicht.

Huntelaars letzter Einsatz über 90 Minuten datiert vom 21. September. Beim 1:3 gegen Köln gelang dem „Hunter“ sein bisher einziges Saisontor. Aus dem Vorjahr stehen zwölf Treffer bei 31 Einsätzen zu Buche. Die Zeit, in der Profis auf Schalke Unantastbarkeits-Status besaßen, ist vorbei. Markus Weinzierl kann in seinem Pressing-System keine Rücksicht nehmen, hat Huntelaar aber noch nicht abgeschrieben: „Er war für Schalke wichtig und ist für Schalke wichtig. Er hat seine Qualitäten im Strafraum, ist ein anderer Spielertyp als Franco. Aber wir brauchen ihn wie jeden anderen Spieler auch.“

Autor: Thomas Tartemann

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