Einen Tag früher als gewohnt bezieht Borussia Dortmund das Quartier in Portugal. Für das Champions-League-Spiel am Dienstag sucht der Trainer noch Verteidiger.

BVB

Mit Zweckoptimismus nach Lissabon

Daniel Berg
17. Oktober 2016, 10:17 Uhr
Foto: Firo

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Einen Tag früher als gewohnt bezieht Borussia Dortmund das Quartier in Portugal. Für das Champions-League-Spiel am Dienstag sucht der Trainer noch Verteidiger.

Ganz normal ist das nicht, wenn sich Michael Zorc (54) fragen lassen muss, ob er denn womöglich auch ein paar Fußballschuhe in seinem Koffer verstaut hat, den er soeben am Flughafen in Dortmund aufgegeben hat. Aber so ganz normal ist das ja auch alles gerade nicht. „Nein“, sagt der Ex-Profi von Borussia Dortmund, „das würde auch nicht mehr wirklich helfen.“ Die Frage war nicht ganz ernst gemeint – die Antwort eher –, aber die Tatsache, dass aus dem Reisegepäck des Sportdirektors zumindest vage Hoffnung auf Besserung der Situation erwachsen könnte, ist zumindest erstaunlich.

Die Personallage sei „sehr angespannt“, sagt Zorc vor dem wegweisenden Champions-League-Duell bei Sporting Lissabon am Dienstag (20.45 Uhr), zu dem Schwarz-Gelb schon am Sonntag und damit zwei Tage vor dem Anpfiff aufbrach.

Wann immer sich der BVB in den vergangenen Jahren auf internationale Reisen begab, erreichte er am Tag vor dem Spiel den Schauplatz des Geschehens. So war es eigentlich auch dieses Mal geplant, aber Trainer Thomas Tuchel verwarf die ursprüngliche Planung schon vor einigen Wochen zugunsten einer früheren Ankunft.

Nach dem 0:2 gegen Leverkusen und dem ebenfalls etwas tristen 1:1 gegen Hertha BSC am Freitag mutet der Trip nun wie eine Flucht aus dem etwas freudlosen Alltag an, die die Borussia an einen warmen, schönen Ort am Atlantik führt.

„Wir können hier gezielter arbeiten, sind schon vor Ort, haben weniger Hektik“, begründet Zorc den Viertagestrip, der sicher auch positiven Einfluss aufs Gemüt haben soll. Tuchel will seine Männer den ganzen Tag um sich haben, mit ihnen arbeiten, wie er es in den vergangenen zwei Wochen wegen der Länderspiele rund um den Globus nicht tun konnte. Er muss Puzzleteile seines Personals zu einem neuen Bild zusammenfügen.

Schmelzer ist der elfte Ausfall

Seit Freitag ist das vor allem in der Abwehr noch ein bisschen schwieriger geworden. Kapitän Marcel Schmelzer erlitt einen Muskelfaserriss in der Leiste und fällt 14 Tage lang aus. Damit stieg der Krankenstand zu diesem Zeitpunkt auf elf Profis. Und weil der für Schmelzer eingewechselte Joo-Ho Park ebenso nicht für die Champions League gemeldet ist wie Innenverteidiger Mikel Merino, fehlt es vor dem Auftritt in der Königsklasse akut an defensivem Fachpersonal.

Marc Bartra scheint genesen und wird wohl in der Innenverteidigung auflaufen. Sein Nebenmann dürfte Matthias Ginter sein.

Sokratis trat die Reise nach Lissabon zwar ebenso wie Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek an, doch ihr Zustand ist mit Fragezeichen versehen. „Wir haben noch Hoffnung, dass beide einsatzfähig sein werden“, sagt Zorc.
Nachwuchsmann Burnic an Bord

Piszczek wird von diesen beiden noch ein bisschen dringender benötigt, denn ohne ihn befände sich genau ein Spieler im Kader, der zuletzt auf Erstliganiveau als Außendienstler tätig war: Felix Passlack, 18 Jahre alt. Deshalb hat Tuchel für die Defensive vorgesorgt, indem er den spielberechtigten Dzenis Burnic (18) von der sogenannten B-Liste für vereinseigenen Nachwuchs für diese Reise kurzerhand zu den Profis beförderte.

Autor: Daniel Berg

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