Lange sah es nach einem Auswärtssieg des MSV in Münster aus – bis ein unglücklicher Patzer eines Duisburgers seinem Team zwei Punkte kostete.

3. Liga

Handelfmeter kostet Duisburg den Sieg in Münster

Julian Bischoff
10. August 2016, 21:03 Uhr
Foto: firo

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Lange sah es nach einem Auswärtssieg des MSV in Münster aus – bis ein unglücklicher Patzer eines Duisburgers seinem Team zwei Punkte kostete.

MSV-Coach Ilia Gruev hatte die zu Saisonbeginn kriselnden Preußen im Vorfeld stark geredet – und schien mit dieser Einschätzung zunächst Recht zu behalten. Die Hausherren waren zu Beginn die aktivere Mannschaft, obgleich der im Gegensatz zum Osnabrück-Spiel auf sechs Positionen veränderte MSV die erste große Chance verbuchte. Nach einem klugen Pass aus der Tiefe rannte der neu ins Team gerückte Simon Brandstetter alleine in Richtung gegnerisches Tor – Preußen-Keeper Max Schulze-Niehues eilte geistesgegenwärtig aus seinem Kasten und klärte stark (7.).

Kurz danach setzten auch die feldüberlegenen Preußen ihren ersten offensiven Akzent. Nach einem Eckball köpfte Angreifer Tobias Rühle aus wenigen Metern auf's Tor, MSV-Schlussmann Mark Flekken war auf dem Posten und parierte sicher (9.). Die Gastgeber waren fortan die klar spielbestimmende Mannschaft und kamen zur nächsten guten Gelegenheit: Nachdem er sich über rechts stark durchgesetzt hatte, scheiterte Adriano Grimaldi am stark reagierenden Flekken (15.).

Überraschende Führung der Zebras

Der Führungstreffer für die Zebras kam zu diesem Zeitpunkt überraschend: Nach einem Eckball von Zlatko Janjic stieg der aufgerückte Abwehrmann Dustin Bomheuer am höchsten und versenkte die Kugel aus sieben Metern sehenswert (20.). Das Tor verlieh den bis dato eher mäßigen Gästen Sicherheit, mit einer flachen 4-4-2-Formation ließ man den Gegner kaum einmal für längere Zeit in die eigene Spielhälfte gelangen.

Amaury Bischoffs Distanzschuss, den der starke Flekken erneut gekonnt parierte (32.), bildete die absolute Ausnahme. Kurz darauf zeigte sich der nun immer besser werdende MSV auch wieder im Spiel nach vorne, Brandstetter fand aus kurzer Distanz in Schulze-Niehues seinen Meister (34.). In die Pause ging es schließlich mit einer hochverdienten Führung der Meidericher.

Schrecksekunde nach Wiederanpfiff

Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff hätte der MSV beinahe für die Vorentscheidung gesorgt: Nach Kevin Wolzes Hereingabe von rechts rutschten sowohl Janjic als auch Brandstetter kurz vor dem Tor knapp am Ball vorbei (50.). Nachdem Duisburg in den anschließenden Minuten weiterhin alles sicher im Griff hatte, folgte eine Schrecksekunde: Nach einem der spärlichen Angriffsversuche der Preußen tauchte Jeron Al-Hazaimeh alleine vor Flekken auf – diese Prüfung bestand der Niederländer erneut mit Bravour (57.).

Die Münsteraner rückten daraufhin weiter vor und spielten energischer nach vorne, für den MSV ergaben sich so immer mal wieder Räume für Kontersituationen. Der eingewechselte Andreas Wiegel ließ in einer dieser Situationen das halbe Spielfeld hinter sich, scheiterte mit seinem Abschluss jedoch an Schulze-Niehues (62.).

Wolzes Missgeschick kostet MSV Punkte

Zu diesem Zeitpunkt schien alles auf den zweiten Saisonerfolg der Duisburger hinauszulaufen – doch dann segelte eine Flanke in den MSV-Sechzehner, die Wolze im Zurückfallen klar mit der Hand berührte, es gab Elfmeter für Münster. Bischoff ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte sicher zum 1:1 (78.).

In der Schlussphase bot sich dem Zuschauern an der Hammer Straße dann das, was beide Teams ihnen bis dato vorenthalten hatten: Ein ausgeglichenes und temporeiches Spiel auf Augenhöhe. Beide Seiten investierten noch einmal einiges nach vorne, der SCP hatte durch Grimaldi sogar noch eine gute Chance (88.). Doch blieb es am Ende beim 1:1-Unentschieden, das die Preußen am Ende sicherlich mehr erfreuen dürfte als die Duisburger.

Autor: Julian Bischoff

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