Ist das die neue Bescheidenheit bei Rot-Weiss Essen?

RWE

Soukou und Kluft kommen zur Generalprobe

Ralf Wilhelm
23. Juli 2016, 13:52 Uhr
Foto: Tillmann

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Ist das die neue Bescheidenheit bei Rot-Weiss Essen?

Versprühten in der Vergangenheit Mannschaften wie Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach oder gar Borussia Dortmund zum ultimativen Saisoneröffnungsspiel Bundesliga-Glanz an der Hafenstraße, gibt es am Samstagmittag(14 Uhr) im Stadion Essen, nun ja: Erzgebirge Aue.

Die Partie bezieht ihren Reiz eher aus der personellen Konstellation, weist der Kader des Zweitliga-Aufsteigers zwei Akteure auf, die in Essen einen gewissen Klang haben. Zum einen Björn Kluft, der in der vorletzten Winterpause an die Hafenstraße wechselte, dort aber keine Kluft hinterließ, als er im Sommer – bis dahin viel verletzt – schon wieder seine Zelte abbrach.

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Und da wäre dann noch Cebio Soukou, als hochtalentiert gepriesen und bei RWE in gewisser Weise unter Artenschutz gestellt, ehe die Dopingsperre und eine eher unlustig heruntergespielte Hinrunde den Wechsel zum damaligen Drittligisten befeuerte. Inzwischen ist Soukou unter Trainer Pavel Dotchev wieder zu alter Leistungsstärke erblüht. Und, wie aus Aue zu erfahren war, freue er sich auf die kurze Rückkehr nach Essen. Und die RWE-Fans, die ihm heute vermutlich keinen netten Empfang bereiten werden, sollten bedenken, dass es auch im Fußball zwei Wahrheiten gibt: Soukou soll in der Ära Fascher/Harttgen auch nicht immer pfleglich behandelt worden sein, nur war der Spieler anständig genug, dies nicht zu kommunizieren.

Das sind Probleme, die den heutigen RWE-Coach überhaupt nicht scheren. Der sieht sein Team für die Saison gut vorbereitet und will von seiner Mannschaft auch bei der Generalprobe das sehen, was sie in den bisherigen Testspielen gezeigt hat: „Das Ergebnis ist zweitrangig, sie sollen Bock auf Fußball haben, Gas geben, den Ball schnell erobern und Tore machen wollen.“ Gut möglich, dass am Samstag die Startformation für das Spiel in Wiedenbrück zu sehen ist, es muss aber nicht so kommen. Demandt ist sich noch nicht schlüssig, ob es mit 4-4-2 oder 4-3-3 zum Start losgehen wird, beide Systeme wurden in der Vorbereitung reichlich trainiert und funktionieren. Und in der Startelf seien noch zwei bis drei Positionen durchaus vakant.

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Was aber nicht für das Tor gelten wird, hier wird Niclas Heimann den Vorzug bekommen. „Das ist meine Nummer eins“, legt sich Demandt klar fest. Und einen Gewinner der Vorbereitung hat er auch ausgemacht: Die Mannschaft! „Natürlich muss man abwarten, es wird eine lange Saison, entscheidend wird sein, wie die ersten Spiele verlaufen, aber wir sind gut vorbereitet“, ist sich der Coach sicher.

Ein Sonderlob erntete in der Vorbereitungsphase Tolga Cokkosan. „Der hat sich richtig gut entwickelt und einen Schritt nach vorne gemacht, wenn man bedenkt, dass er hier als Linksverteidiger begonnen hat.“ Das Problem: Auf der neuen Position wetteifert er mit Neuzugang Kamil Bednarski. Und der ist in Sachen Torgefahr noch eine andere Hausnummer.

Autor: Ralf Wilhelm

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