Seine Erfolge im Kohlenpott können sich sehen lasen.

Vfl

Stiepermann freut sich auf den Neustart im Kohlenpott

Ulrich Homann
07. Juli 2016, 11:32 Uhr
Foto: firo

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Seine Erfolge im Kohlenpott können sich sehen lasen.

Die deutsche U17- und U19-Meisterschaft mit dem BVB nach vielen Spielen für die diversen deutschen Auswahlmannschaften war der Titel mit den Profis im Sommer 2011 das bisherige Highlight von Marco Stiepermann. Doch in Dortmund endete die erfolgreiche Zeit nach insgesamt 14 Jahren im schwarzgelben Trikot, danach folgte der Wechsel zu Alemannia Aachen, ehe er im Sommer 2012 endgültig in die Ferne ging. Zwei Jahre in Cottbus, zwei Jahre bei der Spvgg. Greuther Fürth – der mittlerweile 25-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er seine Heimat vermisst hat. Und als Anfang des Jahres für ihn feststand, dass er sich eine neue Herausforderung suchen würde, kam schnell Bochum ins Gespräch. Vielleicht auch, weil der VfL mittlerweile wieder eine gute sportliche Adresse ist.

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Ein Sprichwort sagt schließlich „aller guten Dinge sind drei“. Und nachdem Christian Hochstätter in den letzten beiden Jahren vergebens einen Anlauf in Sachen Stiepermann-Verpflichtung unternommen hatte, war jetzt offensichtlich die Zeit reif. Stiepermann: „Ich hatte schon länger den Wunsch, ins Ruhrgebiet zurück zu kehren. Beim VfL, das haben die Verhandlungen erneut gezeigt, habe ich eine große Wertschätzung gespürt. Dass es jetzt geklappt hat, ist die Erfüllung eines kleines Traumes.“

„In Dortmund bin ich in Zukunft nur zum Schlafen“
Marco Stiepermann

Im Pott ist alles angerichtet. Erst Ende letzten Jahres hatte der 1,91 m große Hüne in Dortmund das Haus seines Onkels übernommen. Der Einzug steht kurz bevor. Stiepermann, der die „Liebe“ zwischen Dortmunder und Bochumer Fans kennt, fügt schmunzelnd hinzu: „In Dortmund bin ich in Zukunft nur zum Schlafen.“ Und wie ernst er es mit den Farben Blau und Weiß meint, beweist eine Szene nach dem ersten Testspiel. Wenige Stunden nach dem Abpfiff postete er bei Facebook sein neues Profilbild im Bochumer Trikot. Stiepermann: „Den VfL kenne ich bestens. In der Jugend habe ich viele Tore gegen den VfL erzielt. Jetzt will ich für meinen neuen Klub regelmäßig treffen.“

Sprach damals gegen eine Rückkehr nach Bochum die sportlich und angespannte Position, in der sich der VfL befand, passte diesmal einfach alles. Stiepermann blickt zurück: „Als ich damals in Fürth unterschrieb, stand das Team auf Patz zwei und scheiterte später in der Relegation denkbar knapp am HSV. Als Bochum jetzt wieder ein Thema wurde, habe ich die Entwicklung des VfL gesehen, die seit zwei Jahren einfach überragend ist. Dieser Verein hat sich super entwickelt. Ich habe richtig Bock auf Bochum.“ Über eine genaue Position, wo er in Zukunft seine Einsätze haben wird, schweigt sich der Offensiv-Allrounder aus. „Schauen wir mal, aber eine meiner größten Stärken ist es, dass ich auf vielen Positionen einsetzbar bin.“

Auf der Sechs, der Acht, der Zehn oder auf Rechtsaußen ist er zuhause, hat aber früher in Cottbus neben Sanogo auch schon als zweite Spitze agiert. Stiepermann gibt sich diplomatisch: „Der Trainer wird mich dort hinstellen, wo ich für die Mannschaft am wertvollsten bin.“ Dass es bei seiner Vielseitigkeit auch Schwächen gibt, daraus macht er keinen Hehl. „Ich denke, in den letzten Jahren hat mir ein wenig die Konstanz gefehlt. Das muss sich ändern.“ Und nach wenigen Sekunden des Überlegens fügt er hinzu: „Mein Kopfballspiel könnte bei einer Größe von 1,91m besser sein.“

Hochzeitsreise ausgiebig zur Entspannung genutzt
Die Sommerpause hat er nicht nur genutzt, um seinen Umzug vorzubereiten, sondern auch, um nach der standesamtlichen Hochzeit im Oktober Ehefrau Jasmin vor den Traualtar zu führen. Stiepermann: „Das war ein schöner Tag mit einer super Fete in Dortmund.“ Auch die anschließende Hochzeitsreise nach Kreta sorgte für Entspannung. Und so ist er voller Ziele. „Natürlich kann man zur Stunde noch nicht sagen, was möglich ist, aber ich bin überzeugt davon, dass wir eine gute Saison spielen werden.“

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Eingewöhnungszeit, die fällt bei Stiepermann aus. So überraschte es nicht, dass er am vergangenen trainingsfreien Sonntag seine Teamkollegen Tom Weilandt und Johannes Wurtz die Schönheiten des Ruhrgebiets ein wenig näher brachte. Stiepermann: „In Bochum kenne ich viele Leute, bin seit fünf Jahren mit Patrick Fabian befreundet und Sven Holtrode aus der Jugendabteilung des VfL war früher beim BVB mein Teammanager.“ Amüsiert hat Stiepermann zur Kenntnis genommen, dass ihn das Trainingslager in der kommenden Woche in die Sportschule Kaiserau führt. „Als langjähriger Auswahlspieler ist das dort wie mein zweites Wohnzimmer. Da haben wir viele lustige Nächte verbracht.“

Lustig wird die Vorbereitung allerdings nicht. Das hat der Dortmunder schon in der ersten Woche erkannt. „Unser Trainer will Fußball spielen lassen, und deshalb machen wir in der Vorbereitung alles mit dem Ball. Das ist einfach perfekt und ich bin jetzt schon davon überzeugt, dass mich der Trainer auch persönlich leistungsmäßig weiterbringen kann. Die Vorbereitung ist kein Spaß, aber da müssen wir durch.“

Was der Offensivakteur schon bei den ersten Gesprächen mit dem Trainer beeindruckt hat, ist dessen unbedingter Wille, den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Stiepermann über Verbeek: „Ich habe einfach einen sehr ehrgeizigen Menschen kennengelernt, der unbedingt Erfolg haben möchte. Und ich bin bereit, diesen Weg mitzugehen.“ Von Marco Stieperman, für den der VfL bereit war, erstmals wieder eine größere Ablösesumme zu investieren, darf man in Bochum erwarten, dass er schnell in die Rolle eines Leitwolfs schlüpft. Stiepermann hat damit keine Probleme. „Nach Höhen und Tiefen im Fußball habe ich mich in Fürth zu einem Führungsspieler entwickelt. Und deshalb möchte ich für das Vertrauen des VfL mich bedanken und mit guten Leistungen und schönen Toren etwas zurück geben.“

Autor: Ulrich Homann

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