André Maczkowiak hat eine bewegte Laufbahn hinter sich. Ein Zweitligaspiel und 78 Einsätze in der Regionalliga hat er für Rot-Weiss Essen bestritten.

Andre Maczkowiak

Ex-RWE-Keeper bleibt Heimatverein treu

30. Juni 2016, 08:37 Uhr
Foto: Tillmann

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André Maczkowiak hat eine bewegte Laufbahn hinter sich. Ein Zweitligaspiel und 78 Einsätze in der Regionalliga hat er für Rot-Weiss Essen bestritten.

Als wir ihn telefonischen erreichen war Maczkowiak gerade auf dem Heimweg von Homburg nach Monheim. Gerade hatte er den Transfer von Patrick Bade aus der U19 von Bayer Leverkusen zum FC Homburg perfekt gemacht. Nachdem er sich zu seiner Zeit in Lotte als Personal Trainer selbständig gemacht hat, ist er mittlerweile als Spielerberater mit Finanzdienstleistungen tätig. Weitere seiner Klienten sind Essens Niclas Heimann oder Sven Kreyer von Viktoria Köln.

Als Torwart ist der ehemalige Essener auch immer noch unterwegs. Dem Profitum hat Maczkowiak allerdings den Rücken gekehrt. In gewisser Weise gezwungenermaßen. Zuerst verlor er seinen Posten im Tor von Rot Weiss Ahlen, als diese zum Ende der Saison 2010/2011 Insolvenz anmelden mussten. "Wir hatten damals eine richtig gute Mannschaft und guten Fußball gespielt. Ich bin mir sicher, dass wir ohne die Insolvenz viel weiter oben platziert gewesen wären." Traurig macht ihn da nur, dass ihm seine markante weiße Kappe aus dieser Zeit abhanden gekommen ist.

"Es war eine überragende Zeit, die ich auch nicht missen will, aber nun liegt der Fokus einfach auf anderen Dingen wie Beruf oder Familie"
Andre Maczkowiak über seine Profikarriere

Nachdem er im Anschluss einige Monate vereinslos war, schloss er sich den Sportfreunden Lotte an. Dort musste er jedoch nach einer Saison und zwei Einsätzen gehen, fand danach keinen neuen Profiklub mehr und kehrte zu seinem Heimatverein, dem 1. FC Monheim zurück. Sich vom professionellen Fußballspielen zu verabschieden, war für den mittlerweile 33-Jährigen ein Umstand, der für ihn anfangs nur schwer zu ertragen gewesen ist: "Ich hatte in der ersten Zeit schon Probleme, aber damit habe ich in der Zwischenzeit komplett abgeschlossen. Es war eine überragende Zeit, die ich auch nicht missen will, aber nun liegt der Fokus einfach auf anderen Dingen wie Beruf oder Familie", berichtet der gebürtige Leverkusener, der nur unweit des Monheimer Rheinstadions lebt. Mit dem Fahrrad etwa zwei Minuten.

Kapitän bei seinem Jugendverein

Dort hat Maczkowiak auch im Herbst seiner Laufbahn noch eine Trophäe hinzufügen können: Die Monheimer haben als ungeschlagener Meister den Aufstieg in die Landesliga geschafft. "Wir haben über 100 Tore geschossen, weniger als 20 kassiert. Besser geht es eigentlich nicht. Das war wirklich sensationell", berichtet Maczkowiak. Nun gilt es, sich in der Landesliga zu etablieren. Vor zwei Jahren war dieses Unterfangen an nur einem Tor gescheitert. "Damals war das Wort Qualität für uns einfach nur noch ein Unwort. Wir konnten es nicht mehr hören, weil wir am Ende des Tages abgestiegen sind."

Bei den Blau-Weißen ist der Schlussmann Kapitän und Führungsspieler, der mit seinem Erfahrungsschatz immer wieder helfend eingreifen kann: "Gerade wenn es eng wird oder in Big-Point-Spielen kann das hilfreich sein. Da muss man Ruhe zu bewahren, an die eigenen Stärken glauben und wissen, dass man an und für sich nichts besonderes machen muss. Wenn es ansonsten noch Probleme gibt, stehe ich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite." Und wenn es mal nicht läuft, kann der 129-fache Regionalliga-Spieler auch mal dazwischenhauen. "Das möchte ich so oft es geht vermeiden, aber wenn der Schlendrian reinkommt, dann geht es manchmal auch nicht anders."

Doch auch abseits des sportlichen Geschehens erzählt Maczkowiak immer wieder gerne mal ein paar Anekdoten aus seiner Profizeit. "Da wird immer wieder mal geflachst oder der ein oder andere Spruch von Trainern gebracht, aber das sind alles Geschichten, die gehören nicht in die Öffentlichkeit", lacht er.

Maczkowiak wird "definitiv nicht mehr wechseln"

In den Jahren hat er schließlich einiges erlebt. Vor allem seine Jahre bei Rot-Weiss Essen ist beim 1,90m-Hünen immer noch präsent: "Das war mit Sicherheit die intensivste Station mit dem Zweitliga-Aufstieg. Allerdings durch die Insolvenz auch eine sehr traurige." Und wer weiß? Vielleicht kommt Maczkowiak über den Niederrheinpokal ja noch einmal in den Genuss gegen RWE zu spielen: "Es wäre definitiv noch einmal ein Highlight, mit dem 1. FC Monheim gegen sie zu spielen. Ich bin schließlich bisher nicht in den Genuss gekommen, im neuen Stadion aufzulaufen." Gewesen ist er dort allerdings schon öfter, wenn auch nur als Beobachter seiner zu beratenden Schützlinge.

Was Maczkowiak nach Beendigung seiner Karriere machen wird, steht noch in den Sternen. Darüber habe er sich bisher noch keine Gedanken gemacht. Er fühlt sich fit und schaut von Jahr zu Jahr, ob er noch eine weitere Saison bei seinem Jugendverein hinten dranhängt. Fest steht erst einmal nur eins: "Ich werde definitiv nicht mehr den Verein wechseln." Zu groß ist der Wohlfühlfaktor im Monheimer Rheinstadion für den Ex-Profi. Von da kann er auch entspannt auf seine bewegte Laufbahn zurückblicken.

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