Die Fans harrten noch lange nach Spielende aus, um ihren Liebling einmal hautnah zu erleben. Also nahm sich Dirk Nowitzki die Zeit, eine halbe Stunde nach dem 88:55 (44:22)-Sieg der deutschen Basketballer gegen China noch einmal in die Halle zurückzukommen und zumindest einem Teil der verbliebenen rund 2000 Besucher ihre Autogrammwünsche zu erfüllen.

Fans feiern Dirk Nowitzki beim Länderspiel

"Rhythmus fehlt noch"

18. August 2007, 15:19 Uhr

Die Fans harrten noch lange nach Spielende aus, um ihren Liebling einmal hautnah zu erleben. Also nahm sich Dirk Nowitzki die Zeit, eine halbe Stunde nach dem 88:55 (44:22)-Sieg der deutschen Basketballer gegen China noch einmal in die Halle zurückzukommen und zumindest einem Teil der verbliebenen rund 2000 Besucher ihre Autogrammwünsche zu erfüllen.

Nach seinem dritten Auftritt in Hamburg im dritten Jahr in Folge wusste der NBA-Star, was er "seinem" Publikum schuldig war: "Die Fans sorgen hier immer für eine super Stimmung. Es ist kein Zufall, dass wir jetzt schon zum dritten Mal hier sind", sagte der 29-Jährige.
10.433 Zuschauer hatten zuvor Nowitzkis erstes Länderspiel seit der WM 2006 in Japan verfolgt und dem Ausnahmespieler der Dallas Mavericks einen begeisterten Empfang bereitet. "Mehr als 10. 000 Menschen bei einem Basketballspiel in Deutschland wären doch vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen", meinte Nowitzki, der erst am Mittwoch in die laufende Vorbereitung der DBB-Auswahl auf die Europameisterschaft in Spanien (3. bis 16. September) eingestiegen war. Beim zweiten Testspiel gegen China erwarten ihn und seine Teamkollegen am Sonntag in Mannheim sogar 13.500 Fans in der seit Wochen ausverkauften SAP-Arena.
Auch wenn sich der Gegner in Hamburg noch nicht als echter Prüfstein erwies, rief die Spiellaune, in der sich der "MVP" der vergangenen NBA-Saison präsentierte, wahre Jubelstürme auf den Rängen hervor. Schon Nowitzkis erster erfolgreicher Dreier nach 3:22 Minuten sorgte für Begeisterung, jede gelungene Aktion des gebürtigen Würzburgers in der Folgezeit wurde lautstark gefeiert. Dabei sah sich der mit 17 Punkten beste Werfer des deutschen Teams nach seinem ersten Spiel seit dreieinhalb Monaten noch gar nicht in Top-Form: "Konditionell bin ich schon gut drauf, aber es fehlt noch etwas am Spielrhythmus."
Im Kreis der Teamkollegen hatte er dennoch von Anfang an die Führungsrolle inne: übernahm Verantwortung, dirigierte und peitschte besonders die jüngeren Mitspieler mit Anfeuerungsrufen und Beifall nach vorn. "Wir kennen uns alle, da fällt es leicht, im Spiel schnell zusammenzufinden. Die Atmosphäre im Team stimmt einfach. Wir haben viel Spaß, darauf lässt sich in den nächsten Wochen aufbauen", erklärte Nowitzki.
Selbst Bundestrainer Dirk Bauermann hatte einen derart überzeugenden Auftritt im ersten Spiel mit dem kompletten Kader nicht unbedingt erwartet. "Ich bin fast überrascht, wie gut sich die Mannschaft präsentiert hat", meinte der Coach. Beim Gegner, immerhin 14-maliger Asienmeister und Gastgeber der Olympischen Spiele im kommenden Jahr, sah Bauermann noch Nachwirkungen des Jetlags nach der weiten Anreise aus China Mitte der Woche. Deshalb erwarte er schon am Sonntag in Mannheim ein ganz anderes Spiel: "Da werden sie sich ganz bestimmt besser präsentieren, und das kann uns nur recht sein."

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