Leonardo Dede denkt kurz nach, aber auf die Anzahl seiner bisherigen Pflichtspiel-Duelle gegen den FC Schalke 04 kommt er dennoch nicht: „Ich habe nicht mitgezählt.“ Wir können einspringen, der Brasilianer, der 1998 von Atletico Mineiro zum BVB gewechselt ist, wird in zwei Tagen sein 21. Revierderby bestreiten, in den vorherigen ging es 18 Mal um Bundesligapunkte, zweimal um das Weiterkommen im DFB-Pokal. Aber am Samstag wird es nicht so sein, wie in den vergangenen Jahren, denn sein bester Freund Lincoln streift sich nicht mehr das Konkurrenz-Trikot über, sondern verdient sein Geld nun am Bosporus. „Trotzdem bleibt dieses Match ein ganz besonderes“, stellt der 29-Jährige klar, „auch wenn den Schalkern nun das Herz fehlt, sie verfügen trotzdem über eine gute Mannschaft.“

"Asa" gegen Dede: Eine fast unendliche Derby-Geschichte

Hart aber fair - Fakten zum Knaller-Derby

rk/hb
18. August 2007, 08:45 Uhr

Leonardo Dede denkt kurz nach, aber auf die Anzahl seiner bisherigen Pflichtspiel-Duelle gegen den FC Schalke 04 kommt er dennoch nicht: „Ich habe nicht mitgezählt.“ Wir können einspringen, der Brasilianer, der 1998 von Atletico Mineiro zum BVB gewechselt ist, wird in zwei Tagen sein 21. Revierderby bestreiten, in den vorherigen ging es 18 Mal um Bundesligapunkte, zweimal um das Weiterkommen im DFB-Pokal. Aber am Samstag wird es nicht so sein, wie in den vergangenen Jahren, denn sein bester Freund Lincoln streift sich nicht mehr das Konkurrenz-Trikot über, sondern verdient sein Geld nun am Bosporus. „Trotzdem bleibt dieses Match ein ganz besonderes“, stellt der 29-Jährige klar, „auch wenn den Schalkern nun das Herz fehlt, sie verfügen trotzdem über eine gute Mannschaft.“

Für ihn ist das Match zwischen den Schwarzgelben und den Königsblauen das Derby in Deutschland schlechthin: „Es gibt keine Partie, die die Massen mehr fasziniert und begeistert.“ Dementsprechend motiviert wird er auch zu Werke gehen: „Ich freue mich ganz einfach auf diese Begegnung.“ Obwohl er gleichzeitig einräumt, dass die Spannung auch diesmal wieder sehr hoch ist, aber nicht so extrem wie vor dem letzen Aufeinandertreffen am 12. Mai: „Jedes Derby ist wichtig, ist etwas Besonderes, doch das Spiel, in dem wir den Schalkern den Titel genommen haben, war das bedeutungsvollste in meinen neun Dortmunder Jahren.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/180-182_preview.jpeg Dede (Foto: firo)[/imgbox]
Da Lars Ricken nicht mehr dem Profikader angehört, ist der Südamerikaner nun der dienstälteste Borusse. Auf nur eine Spielzeit weniger bringt es Gerald Asamoah, mit dem sich Dede schon so manches heißes Duell geliefert hat und zudem beide auch schon einmal die eine oder andere gelbe bzw. rote Karte präsentiert bekommen haben. Eine Tatsache, die er keinerlei besondere Bedeutung beimisst: „Ich verstehe mich eigentlich gut mit Gerald, aber auf dem Platz kenne ich nun einmal keine Freunde.“

Außerhalb schon, deshalb pflegt er auch einen guten, wenn auch nicht so intensiven Kontakt wie zu Lincoln, mit Marcelo Bordon und Rafinha: „Wir haben regelmäßig Kontakt.“ Auch diesem Duo hat er zuletzt den Titel vermasselt. Hat er ein wenig Angst vor der Rache? „Das Wort kenne ich überhaupt nicht. Ein Mann sollte nie Angst haben, weder auf dem Platz noch in seinem Privatleben.“ Zumal er hofft, dass jeder aus der Heimpleite gegen den MSV Duisburg seine Lehren gezogen hat: „Jetzt haben hoffentlich alle erkannt, dass wir voll konzentriert arbeiten und spielen müssen, von der ersten bis zur letzten Minute.“

Denn nur dann kann vermieden werden, was Dede bei Borussia Dortmund noch nie erlebt hat: Zwei Niederlagen in den ersten zwei Saisonspielen. Daran verschwendet er ohnehin keinen Gedanken: „Das darf und wird nicht passieren.“ Randnotiz: Es wird sein 261. Bundesligaspiel sein, somit ist er der Brasilianer mit den meisten Einsätzen in Deutschlands erster Klasse. 260 hat der Ex-Münchner Elber.

Die Fakten zum Spiel

- In der Bundesliga-Bilanz der Duelle zwischen Schwarzgelb und Blauweiß hat der BVB die Nase vorn. 26 Mal verließen die Borussen den Platz als Sieger, 23 Mal gewannen die Schalker, 21 Partien endeten unentschieden.

- Den höchsten Sieg in Gelsenkirchen feierten die Dortmunder am 26. September 1964. Bereits zur Pause führte der BVB mit 6:0, ein Resultat, das weiterhin absolute Ligaspitze ist, denn kein Gastverein war bisher in der Lage, diese Marke nach 45 Minuten zu brechen. Die Partie ging übrigens 6:2 aus.

- Vor eigener Kulisse steht ein 7:0-Kantersieg im Februar 1966 im Stadion Rote Erde ganz oben auf der Erfolgsbilanz.

- Das erste Meisterschafts-Derby überhaupt fand am 3. Mai 1925 statt, der erste Pflichtspiel-Erfolg gegen den S04 glückte der Borussia erst in der Saison 1943/44. Nach dem Schützen des 1:0-Siegestreffer, August Lenz, ist heute das Gebäude (einstige Geschäftsstelle) neben dem Signal Iduna Park benannt.
[imgbox-right]http://www.reviersport.de/include/images/imagedb/preview_344-348.jpeg Gerals Asamoah (Foto: firo).[/imgbox]
- Eine besondere Rolle spielt in dem Nachbarschaftsduell das erste Tor. In den letzten 20 Begegnungen gegeneinander gelang es nur den Schalkern im August 2005 (2:1) nach einem 0:1-Rückstand noch drei Zähler einzufahren.

- Überhaupt tun sich die beiden Teams schwer, ein Spiel noch zu drehen. Der BVB schaffte es in der letzten Saison keinmal, der S04 nur einmal (beim 2:1-Sieg gegen Alemannia Aachen).

Die Story um Asamaoah und Dede

Das Derby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund ist auch eine lange, fast unendliche Geschichte zwischen Gerald Asamoah und Leonardo Dede. Beide Spieler sind inzwischen die dienstältesten Profis in ihrer jeweiligen Mannschaft, für die sie seit 1998 auch im direkten Duell die Fetzen fliegen lassen. Während der Brasilianer in den vergangenen neun Spielzeiten 16 Mal für den BVB gegen Schalke auflief und nur in zwei Partien fehlte, war der deutsche Nationalspieler auf der anderen Seite zwölf Mal am Ball, wobei er in vier Spielen eingewechselt wurde.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/004/159-4204_preview.jpeg Asamoah gegen Dede aus dem Jahr 2005 (Foto: firo).[/imgbox]
"Wir sind beide sehr lange im jeweiligen Verein, das bedeutet auch eine gewisse Wertschätzung uns gegenüber", weiß Asamoah, der sich auf das erneute Aufeinandertreffen mit dem Borussen freut: "Dede ist ein guter Spieler, gegen den es immer schön zur Sache geht. Wir spielen beide aggressiv und hart, aber fair. Das sieht man schon allein daran, dass noch nie einer von uns im direkten Duell vom Platz geflogen ist." Da Dede sehr offensiv sei, "muss ich versuchen ihn am Samstag ständig zu beschäftigen, damit er keine Gelegenheit hat sich nach vorne einzuschalten".

"Asa"s Bilanz gegen den BVB und Dede

Saison Sp. Datum Erg. H/A Aufst. Asa Dede
98/99 13 14.11.98 0:3 A - +
98/99 30 05.05.99 1:1 H - +
99/00 16 15.12.99 0:0 H + -
99/00 33 13.05.00 1:1 A + (eing.) +
00/01 06 23.09.00 4:0 A - +
00/01 23 24.02.01 0:0 H - +
01/02 06 15.09.01 1:0 H + (eing.) +
01/02 23 16.02.02 1:1 A + +
02/03 05 14.09.02 1:1 A + +
02/03 22 22.03.03 2:2 H - +
03/04 01 02.08.03 2:2 H + +
03/04 18 30.01.04 1:0 A + -
04/05 16 05.12.04 1:0 A + +
04/05 33 14.05.05 1:2 H + +
05/06 02 13.08.05 2:1 A + (eing.) +
05/06 18 04.02.06 0:0 H + (eing.) +
06/07 16 10.12.06 3:1 H - +
06/07 33 12.05.07 0:2 A + +

Autor: rk/hb

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