Vor dem Anpfiff waren das Ziel drei Siege aus den letzten drei Spielen - und den ersten hat Schalke mit dem 3:1-Erfolg beim feststehenden Absteiger Hannover 96 geschafft.

Schalke

3:1! Die Europa-League-Teilnahme ist perfekt

Manfred Hendriock
30. April 2016, 17:53 Uhr

Vor dem Anpfiff waren das Ziel drei Siege aus den letzten drei Spielen - und den ersten hat Schalke mit dem 3:1-Erfolg beim feststehenden Absteiger Hannover 96 geschafft.

Damit beginnt nun das Rechnen im Kampf um die Europapokalplätze, aber souverän war der Schalker Sieg in Hannover nicht.

Schalkes Tore erzielten Eric Maxim Choupo-Moting (11.), Klaas-Jan Huntelaar (45.) und Alessandro Schöpf (80.). Doch zwischendurch spielten die Gelsenkirchener wie von allen guten Geistern verlassen und hatten Glück, dass Hannover in dieser Phase nur einmal durch Artur Sobiech (21.) traf.

Man kann sich schon gut vorstellen, dass diese Schalker Mannschaft ihren Trainer André Breitenreiter manchmal wahnsinnig macht - und beileibe nicht nur den. In Hannover führte Schalke nach elf Minuten durch einen Treffer von Eric Maxim Choupo-Moting mit 1:0 - der Deutsch-Kameruner tauchte nach einem Zuspiel von Leon Goretzka völlig frei vor 96-Keeper Ron-Robert Zieler auf und schob cool zum Führungstreffer ein. Alles schien programmgemäß zu laufen, doch was sich in der folgenden halben Stunde abspielte, spottete jeder Beschreibung.

Denn der Absteiger, der eigentlich schon am Boden lag, fand ins Spiel zurück und führte die Königsblauen eine Zeit lang sogar vor. Das große Chaos in der Schalker Abwehr begann in der 15. Minute, als Salif Sané nach einem Eckball völlig frei zum Schuss kam - und die Kugel aus fünf Metern über die Latte drosch. Drei Minuten später spielte Joel Matip einen Rückpass auf Ralf Fährmann viel zu kurz - Artur Sobiech ging dazwischen, doch Fährmann rettete mit dem Fuß. Schalkes Schlussmann verletzte sich dabei, konnte nach einer Behandlung aber weiterspielen.

Wiederum drei Minuten später der inzwischen verdiente 1:1-Ausgleich durch Sobiech (21.): Auf der rechten Abwehrseite hielt Junior Caicara einen Tiefschlaf ab, ließ Sarenren Bazee davonziehen und die Flanke auf Sobiech schlagen - Schalkes rechte Flanke war sperrangelweit offen.

In Schalkes Abwehr feierte die Konfusion danach fröhliche Urständ’: Die Spieler des Absteigers waren druckvoller, gedanklich schneller und viel gefährlicher. Erwähnt seien an dieser Stelle nur zwei weitere gute Chancen durch Klaus (26.) und Kiyotake (27.) und ein Torschussverhältnis von 15:5 für die Gastgeber bis zur Pause. Doch die Schalker gingen mit einer doch arg kuriosen 2:1-Führung in die Kabine.

Ausschlaggebend war dafür eine einzige richtig gute Aktion in der 45. Minute: Klaas-Jan Huntelaar ließ ein Zuspiel von Max Meyer geschickt durch die Beine auf Leroy Sané durchlaufen, der setzte sich auf der rechten Seite gegen Albornoz durch und brachte den Ball flach zurück vors Tor, wo Huntelaar aus vier Metern nur einschieben musste - so einfach kann Fußball sein…

Zur zweiten Halbzeit zog Breitenreiter eine Konsequenz: Er brachte Sascha Riether für den indisponierten Junior Caicara, der sich vielleicht doch einmal überlegen sollte, ob “rechter Verteidiger” für ihn die richtige Berufswahl ist.

Es war nicht so, dass mit diesem Wechsel alle Schwachstellen behoben waren: Hannover sorgte in Person von Sarenren Bazee (46.), Sakai (55.) und Schmiedebach (60., Pfosten) noch einige Male für Aufregung in der Schalker Defensive, aber nach einer Stunde ging auch den Hannoveranern der Elan verloren - der Druck ließ nach. Schalke konnte sich peu a peu befreien und machte in der 80. Minute alles klar: Joel Matip tankte sich im Zusammenspiel mit Roman Neustädter schön durch, dribbelte sich in den Strafraum und bediente dort den kurz zuvor eingewechselten Alessandro Schöpf - und der schob den Ball zum 1:3 ins Netz. Doch noch das erwartete Ergebnis - aber zwischendurch hatte Schalke alle ein wenig zum Wahnsinn getrieben - nicht nur den Trainer.

Autor: Manfred Hendriock

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