Zu Joel Matip und Roman Neustädter sieht Schalkes Cheftrainer André Breitenreiter im Moment keine Alternativen.

Schalke

Keine Alternativen in der Wackel-Abwehr?

19. April 2016, 11:05 Uhr
Foto: Firo

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Zu Joel Matip und Roman Neustädter sieht Schalkes Cheftrainer André Breitenreiter im Moment keine Alternativen.

43 Gegentore hat Schalke in dieser Saison in der Bundesliga schon bekommen. Allein acht gab es in den vergangenen drei Spielen gegen den FC Ingolstadt (0:3), Borussia Dortmund (2:2) und zuletzt beim FC Bayern München (0:3). Dabei galt die Abwehr doch so lange als Prunkstück der Königsblauen. Nach dem Motto: Wenn wir vorne kein Tor machen, halten wir wenigstens hinten den Laden dicht.

In der vergangenen, sehr ernüchternden Saison unter Roberto Di Matteo hatte Schalke nach 30 Partien 34 Gegentore, am Ende der Saison waren es 40 – drei Gegentreffer weniger als jetzt. Keine Frage, der Ausfall von Matija Nastasic, der nur im ersten Saisonspiel bei Werder Bremen bis zum Riss seiner Achillessehne 17 Minuten auf dem Platz stand, wiegt schwer. Auch Mannschaftskapitän Benedikt Höwedes hat eine Seuchensaison erwischt. Erst eine komplizierte Knöchelverletzung, jetzt ein Muskelfaserriss. Der Weltmeister stand bislang erst in zwölf Ligaspielen auf dem Feld.

Roman Neustädter, der vom Sechser zum Innenverteidiger umgeschult wurde, machte seine Sache zu Beginn der Saison neben Matip in den meisten Spielen sehr gut. Die Bilanz nach sieben Spieltagen: Fünf Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage – und nur fünf Gegentore.

Eine Platte im Fuß macht Schalkes Matip Probleme

In der Rückrunde ist Neustädter den Erwartungen allerdings kaum noch gerecht geworden. Auch die Leistungen von Joel Matip, eigentlich „Mister Zuverlässig“ in der Abwehr, waren zuletzt schwankend. André Breitenreiter verriet, dass eine Platte im Fuß dem 24-Jährigen Probleme bereitet. „Sie führt zu Fehlbelastungen, sodass Joel Probleme am Rücken, an den Adduktoren, oder auch am Fuß hat.“ Die Folge: Matip kann nur dosiert trainieren.

Trotzdem sind sowohl Neustädter als auch Matip bei Breitenreiter gesetzt. Es gilt als wahrscheinlich, dass beide auch am Samstag gegen Leverkusen in der Startelf stehen. „Der Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung ist nicht besonders groß. Roman und Joel können sich jede Woche sicher sein, dass sie spielen“, sagte Breitenreiter vor dem Bayern-Spiel und ergänzte: „Die beiden jungen Spieler sind einfach noch einen Tick zu weit weg. Auch wenn sie auf einem guten Weg sind, reicht es noch nicht.“

Die beiden jungen Spieler, das sind Marvin Friedrich (20) und Thilo Kehrer (19). Beide stehen zwar häufig im Profikader, kommen aber nicht zum Einsatz. Friedrich hat in dieser Saison zwei Minuten Bundesliga gespielt, Kehrer eine Minute. Spielpraxis erhalten beide nur bei der Schalker U23 in der Regionalliga West. Friedrich war 13 Mal dabei, Kehrer hat 15 Einsätze.

Für die Talente ist das unbefriedigend: U19-Europameister Friedrich stand im Sommer beim Hamburger SV auf dem Wunschzettel. Schalke blockte ab. Als der HSV im Winter nochmal anfragte, lehnte Manager Horst Heldt erneut ab. Mit Kaan Ayhan wurde stattdessen ein Innenverteidiger bis zum Saisonende an Eintracht Frankfurt ausgeliehen. „Wir sind davon überzeugt, dass Marvin bei uns jetzt den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen wird“, sagte Heldt im Januar.

Thilo Kehrer gilt als ebenso talentiert wie Friedrich, in der vergangenen Saison war der Junioren-Nationalspieler Kapitän der Schalker U19, die Deutscher Meister wurde. Kehrer stellte sich im Sommer aber selbst ein Bein, als er mehrere Wochen unentschuldigt beim Training fehlte.

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