Christian Knappmann bleibt auch 2016/17 Trainer des SC Westfalia Herne. Ein Großteil des Kaders steht schon. Ziel ist die Meisterschaft.

Westfalia Herne

Knappmanns Zukunft ist geklärt

Philipp Ziser
30. März 2016, 16:16 Uhr
Foto: Artur Makiela

Foto: Artur Makiela

Christian Knappmann bleibt auch 2016/17 Trainer des SC Westfalia Herne. Ein Großteil des Kaders steht schon. Ziel ist die Meisterschaft.

Westfalia Herne wird auch in der kommenden Spielzeit in der Fußball-Westfalenliga antreten – für diese Vorhersage benötigt man keine prophetischen Fähigkeiten, sondern nur einen Blick auf die Tabelle. Für die Verantwortlichen am Schloss ist diese Gewissheit allerdings eine ungekannt komfortable Situation: 2013, 2014 und 2015 kämpfte Westfalia jeweils bis Mitte Juni noch um den Klassenerhalt in der Oberliga, konnte erst danach mit konkreteren Plänen anfangen.

Die Folge war Stückwerk, zwanzig bis dreißig Zu- und Abgänge pro Saison Standard. Manuel Bölstlers Vorbereitungsauftakt 2014 verkam zur Castingshow für Probespieler – weil die Zeit zwischen den Spielzeiten nicht gereicht hatte, den Kader zusammenzustellen.

Er ist jung und heiß, ungestüm und wild, besonders verglichen mit der Lethargie anderer Trainer
Sascha Loch über Christian Knappmann

Der Sommer 2016 soll anders werden. Schon jetzt, Ende März, trifft Westfalia wichtige Entscheidungen die kommende Spielzeit betreffend. Die wichtigste Personalie: Christian Knappmann bleibt Trainer des SC Westfalia. Knappmann selbst wollte das auf WAZ-Anfrage am Dienstag noch nicht bestätigen, sondern erst ein Gespräch mit Vorstand Jürgen Stieneke am Mittwoch abwarten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die weitere Zusammenarbeit dann aber endgültig festgezurrt.

Der SCW-Vorsitzende Sascha Loch gab auch schon gestern bekannt: „Unser Trainer wird auch in der kommenden Saison Christian Knappmann heißen und ein Rumpfkader aus aktuellen Spielern steht auch schon fest. Knappmann kann für die aktuelle Situation am allerwenigsten.“ Die aktuelle Situation heißt: Platz sechs in der Westfalenliga, zwölf Punkte hinter dem Zweiten, sieben vor den Abstiegsplätzen. Jenseits von Gut und Böse. Da will Westfalia weg und so formuliert Loch jetzt auch schon den Anspruch für die Saison 2016/17: „Unser Ziel für 2017 heißt eindeutig Meisterschaft. Die Oberliga ist für die Zuschauer attraktiver. Es ist die höchste Amateurliga und da gehören und wollen wir auch hin.“ Knappmann hat also Druck, er lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass er bereit für den Job ist: „Ich habe richtig Bock, ich brenne für diese Aufgabe. Es kann nur unser Anspruch sein, in der kommenden Saison Meister zu werden.“ Das sei man zudem auch den Fans schuldig: „Der letzte, harte Kern, der hier immer noch hinpilgert, hat es verdient, dass wir oben mitspielen, wieder einen Aufstieg zu erleben.“

Stammspieler bleiben beim SCW

Schon im Winter hatte Knappmann im WAZ-Interview klar formuliert, dass er gerne weiter auf der Trainerbank am Schloss sitzen würde. Es folgten acht Punkte aus fünf Spielen, vor allem aber ein klar sichtbarer Mentalitätswandel in der Mannschaft. Dass Knappmann seinen neuen Vertrag ausgerechnet wenige Tage nach dem desaströsen 1:6 im Kreispokal bei Wanne 11 erhält, zeigt das Vertrauen des Vorstands in seine Arbeit. „Er ist jung und heiß, ungestüm und wild, besonders verglichen mit der Lethargie anderer Trainer“, lobt Sascha Loch. „Er kann die Spieler mitreißen – das ist nicht immer bequem für die Mannschaft, auch nicht für uns. Aber bequem war gestern, das braucht keiner.“

Das allein wird nicht ausschlaggebend gewesen sein. Knappmann hat in den letzten Wochen, in denen er mit dem Vorstand über ein weiterführendes Engagement sprach, einen Schattenkader aufgebaut – der wird am Schloss offenbar als titeltauglich angesehen. Namen wollen weder Knappmann noch Loch nennen, doch es ist zu erwarten, dass Stammspieler wie Sebastian Mützel, Fatmir Ferati, Marko Onucka, Frederik Streit oder Niklas Rieker auch 2016/17 in Blau und Weiß auflaufen. Knappmann: „Ich habe schon einige mündliche Zusagen, außer ein, zwei Planstellen hätte ich den Kader zu großen Teilen fest. Ich habe schon als Spieler unter Holger Wortmann vom Aufstieg gesprochen, weil ich von der Qualität der Jungs überzeugt bin. Wenn wir jetzt an einigen Stellschrauben drehen, gute Jungs dazuholen, muss der Aufstieg unser Ziel sein.“

Autor: Philipp Ziser

Mehr zum Thema

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren