Gezielt, auf den jeweiligen Positionen hat sich Borussia Dortmund im Sommer verstärkt. Die Neuen haben aber nicht alle gut eingeschlagen.

Borussia Dortmund

An Weigl kommt niemand ran

Sebastian Weßling
02. Januar 2016, 10:04 Uhr
Foto: firo

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Gezielt, auf den jeweiligen Positionen hat sich Borussia Dortmund im Sommer verstärkt. Die Neuen haben aber nicht alle gut eingeschlagen.

Das Transfer-Zwischenzeugnis des BVB:

Roman Bürki (SC Freiburg): Für die vergleichsweise geringe Summe von rund drei Millionen Euro kam der Schweizer Torhüter vom SC Freiburg und eroberte gleich den Stammplatz von Roman Weidenfeller. Eigentlich ein rundum gelungener Transfer also, zumal Bürki zehn Jahre jünger ist als sein Vorgänger. Allerdings hat der Neuzugang bislang nicht beweisen können, dass er dauerhaft höheres Niveau als Weidenfeller verkörpert, verschuldete zudem einige Gegentore. Transfer-Note: 2-

Joo-Ho Park (FSV Mainz 05): Der Südkoreaner sollte angesichts der langfristigen Verletzung von Erik Durm den Dauerbrenner Marcel Schmelzer auf der linken Seite entlasten - das allerdings ging nicht wirklich auf. An guten Tagen spielte Park solide, an schlechten – und die überwogen – war er auf der linken Seite ein Sicherheitsrisiko. Im Abschlussspiel in Köln etwa musste Trainer Thomas Tuchel zur zweiten Halbzeit den eigentlich geschonten Marcel Schmelzer doch einwechseln. Von diesem Transfer dürfte man sich in Dortmund mehr versprochen haben. Transfer-Note: 5

Julian Weigl (1860 München): „Ich wollte einfach ankommen, ganz viel aufsaugen und für mich lernen“ - das sagte der 20-Jährige kurz vor der Winterpause über sein erstes Halbjahr in Dortmund. Schon da war klar, dass der Mittelfeldspieler die Erwartungen absolut übertroffen hatte. Vom ersten Pflichtspiel an stand er in der Startelf, verdrängte den langjährigen Stammspieler Sven Bender ebenso auf die Bank wie den vermeintlichen Königstransfer Gonzalo Castro. Weigl bestach durch gutes Stellungsspiel, starke Zweikampfführung und sicheres, umsichtiges Passspiel – kurz: Er zeigte alles, was ein defensiver Mittelfeldspieler können muss. Und mit 2,5 Millionen Euro Ablösesumme war er ein echtes Schnäppchen. Transfer-Note: 1

Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen): Ein Schnäppchen war der langjährige Leverkusener wahrlich nicht – sondern mit elf Millionen Euro der teuerste BVB-Transfer des Sommers. Eigentlich war er als Nachfolger von Ilkay Gündogan geholt worden, musste sich aber dann mit dem nicht unwesentlichen Problem herumschlagen, dass Gündogan in Dortmund blieb. So musste er zunächst als Rechtsverteidiger aushelfen – was fürchterlich misslang. Doch der Mittelfeldspieler ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, arbeitete beharrlich weiter und überzeugte bei späteren Einsätzen im Mittelfeld. Stammspieler ist er zwar nicht, aber als erster Einwechselspieler im Offensivbereich hat er den BVB-Kader deutlich verstärkt. Transfer-Note: 2

Adnan Januzaj (Manchester United): Der Belgier gilt als eines der größten Talente Europas – in Dortmund aber hat er das bislang noch nicht unter Beweis stellen können. Eine starke Ballbehandlung und eine sensationelle Schusstechnik hat der 20-Jährige ohne Zweifel, doch bislang mangelt es ihm an Effektivität und Durchschlagskraft. Sollte in der Rückrunde aber keine Leistungssteigerung kommen, wird Dortmund den Offensivspieler wohl ohne großen Abschiedsschmerz nach England zurückkehren lassen. Immerhin: Der BVB muss für den Belgier keine Leihgebühr zahlen und teilt sich dessen Gehalt sogar mit Stammverein Manchester United – das macht ihn zu einem echten Schnäppchen. Transfer-Note: 4

Jonas Hofmann (FSV Mainz 05): Nach einjähriger Ausleihe an den FSV Mainz 05 kehrte der 23-Jährige mit großen Erwartungen nach Dortmund zurück. Zu Saisonbeginn stand er des Öfteren in der Startaufstellung, dann wurden die Einsatzzeiten immer geringer. Mit seiner Technik und Dynamik blieb er zwar eine sinnvolle Kaderergänzung und gute Einwechseloption – das aber reichte dem Offensivspieler nicht mehr. Und so entschied er sich in der Winterpause zu einem Wechsel nach Gladbach, der dem BVB immerhin knapp acht Millionen Euro einbrachte. Transfer-Note: 3

Außerdem kehrten Moritz Leitner (VfB Stuttgart) und Marvin Ducksch (SC Paderborn) nach Leihgeschäften zurück – spielen aber für die erste Mannschaft keinerlei Rolle.

Autor: Sebastian Weßling

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