S04-Arena

Rasen fährt zu spät ein - Spieler bleiben draußen

Manfred Hendriock und Andreas Ernst
17. Dezember 2015, 21:45 Uhr
Foto: Stefan Bunse

Foto: Stefan Bunse

Der frisch verlegte Rasen wollte nicht in die Schalker Arena fahren. Horst Heldt witzelte: „Notfalls platzieren wir 60?000 draußen um den Platz...“

Das fing ja mal gut an: Als Schalke am Donnerstag den frisch verlegten Rasen in die Arena fahren wollte, streikte die Technik. Die tonnenschwere Wanne, in der das Grün liegt, ließ sich einfach nicht von der Stelle bewegen. Guter Rat war teuer – schließlich musste das Problem bis zum Anstoß des Schalker Bundesligaspiels am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen Hoffenheim irgendwie gelöst werden. Zwischenzeitlich witzelte Schalkes Manager Horst Heldt schon mit dem ihm in diesen Wochen ureigenen Galgenhumor: „Notfalls platzieren wir 60 000 draußen um den Platz...“

Erst nach einigen Anstrengungen konnte die bockige Rasenwanne dann doch besänftigt werden: Am Donnerstagabend machte sich das gute Stück auf den Weg in die Arena – der Vorgang dauert sechs Stunden, aber nach dem Stand vom Abend dürfte der Rasen die Strecke bis zum Anstoß am Freitag zurückgelegt haben. Das Abschlusstraining der Schalker Mannschaft fand aber unfreiwillig noch unter freiem Himmel draußen vor der Arena statt: André Breitenreiter wollte, dass sich die Spieler schon mal daran gewöhnen, wieder auf einem satt grünen Teppich zu spielen – und nicht mehr auf einem seifigen Acker. „Der neue Rasen wird uns gut tun, weil das Fußballspielen wieder einfacher wird“, hofft der Trainer.

Die Panne beim Reinrollen soll das letzte Problem gewesen sein, damit Schalke gegen Hoffenheim einen guten Jahresabschluss hinbekommt: Unter Flutlicht an einem Freitagabend fühlen sich die Königsblauen bärenstark. Der Trainer lamentierte am Donnerstag auch nicht lange darüber, dass Leon Goretzka wegen einer Fußprellung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausfällt und auch Dennis Aogo erneut nicht eingesetzt wird, damit seine Achillessehnenbeschwerden nicht chronisch werden. „Wir werden eine Aufstellung finden, die spannend sein wird“, orakelte „Breite“. Hört sich an, als hätte er noch etwas anderes in petto als die üblichen Verdächtigen: [person=12381]Höjbjerg[/person] für [person=6416]Goretzka[/person] und [person=5697]Kolasinac[/person] für [person=2408]Aogo[/person].

Vielleicht will er sich ja auch etwas Besonderes für Huub Stevens ausdenken, der ja bis vor sieben Wochen als Sportbeirat noch Schalker war – und der den Königsblauen jetzt als Hoffenheimer die Feiertage vermiesen will. An sich glaubt Breitenreiter aber nicht, dass Stevens aus seinen Beobachtungen auf Schalke zu Saisonbeginn nun irgendein Kapital für das Spiel mit Hoffenheim schlagen kann. Ohnehin sei die Zusammenarbeit nicht besonders eng gewesen: „Wir haben uns wenige Male ausgetauscht – einmal im Sommer, als er uns im Trainingslager besucht hat. Und ich habe ihn auch einmal um Rat gefragt, was die Umgangsweise auf Schalke betrifft.“

"Es wird ein Geduldspiel"

Viel wichtiger ist ohnehin, dass Schalke weiß, wie Stevens Fußball spielen lässt – und worauf man sich vorbereiten muss. „Es wird ein Geduldspiel sein“, glaubt Breitenreiter, „aber wir haben den Anspruch, uns von unseren Fans mit einem Sieg in die Pause zu verabschieden.“ Manager Horst Heldt ergänzt, dass es auch mit Blick auf die Ausgangslage in der Rückrunde wichtig wäre, „gegen Hoffenheim zu gewinnen.“

Es darf nur keine Panne geben. Aber der bockige Rasen war ja am Abend auf dem Weg in die Arena...

Autor: Manfred Hendriock und Andreas Ernst

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