Die U19-Europameisterschaft in Österreich diente auch einem Borussia-Profi als ideale Bühne, um seine Stärken zu präsentieren: Sebastian Tyrala nutzte diese Chance und zeigte bei seinen Einsätzen, dass mancher ihn vielleicht zu schnell abgeschrieben hatte. Nur ein kleiner Trost, ist ihm die Enttäuschung über das Halbfinal-Aus noch deutlich anzumerken:

BVB: Neuer Anlauf für Sturmhoffnung Tyrala

Enttäuschung nach EM-Aus groß

md
30. Juli 2007, 15:49 Uhr

Die U19-Europameisterschaft in Österreich diente auch einem Borussia-Profi als ideale Bühne, um seine Stärken zu präsentieren: Sebastian Tyrala nutzte diese Chance und zeigte bei seinen Einsätzen, dass mancher ihn vielleicht zu schnell abgeschrieben hatte. Nur ein kleiner Trost, ist ihm die Enttäuschung über das Halbfinal-Aus noch deutlich anzumerken: "Es ist schade, dass wir nicht ins Finale einziehen konnten. Die Griechen waren sicher nicht unser stärkster Gegner, nur waren wir an dem Tag eben auch nicht besser."

Vor zwei Jahren schaffte der Youngster zusammen mit seinem Teamkollegen Nuri Sahin, der inzwischen an Feyenoord Rotterdam ausgeliehen ist, den Sprung von der Dortmunder B-Jugend in den Profikader. Doch direkt zu Beginn der Saison zog sich das Offensiv-Talent einen Kreuzbandriss zu, musste zweimal am lädierten Knie operiert werden und nahezu ein Jahr zuschauen. "Das war natürlich ein Schock, erst die Freude über den Vertrag, dann die Verletzung, das war nicht leicht zu verdauen", analysiert der 19-Jährige seine persönlich bisher schwerste Zeit.[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/762-2798_preview.jpeg Hofft auf seine Chance: Sebastian Tyrala. (Foto: firo)[/imgbox]

Letzte Saison kämpfte er sich dann über die A-Junioren wieder an die erste Mannschaft heran, kam auch zu sechs Einsätzen, doch sonderlich zufrieden zeigt sich der Fach-Abiturient mit dieser Bilanz nicht: "Zum Ende der Spielzeit saß ich in der Regionalliga häufig auf der Bank und getroffen habe ich in meinen Spielen auch nicht. Trotzdem habe ich sehr viel gelernt." So sieht es auch BVB II-Trainer Theo Schneider: "Sebastian hat im letzten Jahr gemerkt, dass der Sprung von der Jugend zu den Senioren nicht einfach ist. Wir haben ihm aber nach seiner Verletzung die Zeit gegeben, die er brauchte, so dass er sich gegen Ende wieder an die erste Elf heran gekämpft hatte." Zu Tyralas Stärken zählt der 46-Jährige dessen Antrittsschnelligkeit, Durchsetzungsvermögen und Spielverständnis. "Was er noch verbessern bzw. wieder entdecken muss, ist seine Torgefahr", fordert der Ex-Profi von seinem Schützling, "dann wird er meinem Team sehr gut zu Gesicht stehen."

Sowohl der Jung-Stürmer als auch sein langjähriger Coach sind aber vorsichtig, was die Erwartungshaltung angeht. Schneider: "Es wäre schön, wenn er den Schwung der Endrunde mitnehmen könnte. Die Signale waren sehr positiv. Sein Leistungsvermögen möchte ich jedoch noch nicht abschließend beurteilen." So sieht es auch Tyrala selbst: "Ich hoffe, dass mich der Muskelfaserriss, denn ich mir gegen Serbien zugezogen habe, nicht zu sehr ausbremst, denn mein primäres Ziel lautet, mir einen Stammplatz im Regionalliga-Team zu erkämpfen. Sollte der ein oder andere Einsatz in der Ersten am Ende herausspringen, wäre das ein schönes Bonbon."

Überhaupt lautet das Motto für die kommende Saison Spielpraxis sammeln. Deshalb schließt der beidfüßige Junioren-Nationalspieler, der mit der ersten Mannschaft trainiert, auch einen Wechsel nicht kategorisch aus: "Sollte ein interessantes Angebot, zum Beispiel aus der zweiten Liga, kommen, werde ich es mir sicher anhören. Ein Ausleih-Geschäft kann ich mir gut vorstellen." Eine Option, die angesichts der neuen Breite in Dortmunds Offensive durchaus eine sinnvolle Alternative darstellen kann.

Autor: md

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