Mit zwei sensationellen Siegen hat der FC Kray den großen Nachbarn RWE in der letzten Saison bis auf die Knochen blamiert. Der Außenseiter wittert erneut seine Chance.

Essener Derby

"RWE steht mächtig unter Druck"

Martin Herms
26. November 2015, 14:07 Uhr
Foto: Tillmann

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Mit zwei sensationellen Siegen hat der FC Kray den großen Nachbarn RWE in der letzten Saison bis auf die Knochen blamiert. Der Außenseiter wittert erneut seine Chance.

Die sportliche Entwicklung in der laufenden Saison spricht eindeutig gegen den Underdog von der Buderusstraße. Mit nur einem Sieg und acht Punkten aus 16 Spielen haben die Krayer frühzeitig den Anschluss an das rettende Ufer verloren. Sollte das Team von Trainer Stefan Blank auch in den verbleibenden drei Spielen nicht punkten, kann im Essener Osten schon in der Winterpause die Planung für die Oberliga Niederrhein beginnen. Die Rot-Weissen spielen zwar ebenfalls eine lausige Saison, konnten zuletzt aber zumindest im heimischen Stadion Essen ihre Spiele gewinnen. Nur wenige glauben unter diesen Voraussetzungen an eine erneute Überraschung - abgesehen vom FC Kray selbst. "Das ist ein Derby und hat somit einen besonderen Charakter. Wir sind davon überzeugt, dass wir auch dieses Mal eine Chance haben, auch wenn RWE der klare Favorit ist", sagt Krays Sportlicher Leiter Fabian Decker.

Auch wenn unter dem neuen Trainer noch kein Punkt in zwei Spielen eingefahren wurde, kann aufgrund des Einzugs in das Halbfinale des Niederrheinpokals von einem kleinen Aufwärtstrend gesprochen werden. Beim 3:2-Sieg in Meerbusch musste der FC Kray zwar in die Verlängerung, gewann beim Spitzenteam der Oberliga Niederrhein aber hochverdient. FCK-Coach Stefan Blank sah einige positive Ansätze. "Unser Spiel nach vorne war viel druckvoller und zielstrebiger. Auch unsere neuformierte Abwehr stand trotz der beiden Gegentore viel besser als in den Wochen zuvor. Wir haben einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht."

Keiner rechnet mehr mit uns. Das Derby kommt für den FC Kray deshalb zur rechten Zeit
Stefan Blank

Angesichts der nahezu aussichtslosen Konstellation setzt der FC Kray auf den Faktor Unbekümmertheit. Den Blick auf die Tabelle haben sich die Spieler und die handelnden Personen in den letzten Wochen gespart. Für Blank könnte genau das am Freitagabend ein großer Vorteil sein, denn darüber hinaus haben Spieler und Fans des Gegners die Blamage aus der Vorsaison mit Sicherheit nicht vergessen. "RWE steckt unten drin und steht mächtig unter Druck, im Umfeld herrscht Unruhe. Wir haben hingegen nichts mehr zu verlieren. Keiner rechnet mehr mit uns. Das Derby kommt für den FC Kray deshalb zur rechten Zeit."

Autor: Martin Herms

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