Schritt für Schritt will die SGS Essen ihre Entwicklung nach vorne treiben. In diesem Jahr scheint der kleine Klub aus dem Ruhrgebiet einen großen Sprung zu machen.

SGS Essen

Von der grauen Maus zum Angreifer

05. November 2015, 12:31 Uhr
Foto: Kristina Steffens

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Schritt für Schritt will die SGS Essen ihre Entwicklung nach vorne treiben. In diesem Jahr scheint der kleine Klub aus dem Ruhrgebiet einen großen Sprung zu machen.

Markus Högner kann stolz sein. Seit er die SGS Essen trainiert,
haben sich die Mannschaft und der Verein stetig weiterentwickelt. Dabei
kommt es dem 48-Jährigen weniger auf Tabellenplätze und Ergebnisse an. Vielmehr legt er Wert darauf, dass aus seinen Talenten gestandene Bundesligaspielerinnen werden. Sein Ziel ist es, dass seine Spielerinnen „den nächsten Schritt machen“. Der scheint in dieser Spielzeit besonders groß zu sein.

Beim Blick auf die Tabelle können die Anhänger der Essener Fußball-Frauen aktuell schon einmal ins Träumen kommen. Nach sieben Spieltagen steht dort Platz vier zu Buche, punktgleich mit dem VfL Wolfsburg und FFC Frankfurt und sogar noch weit vor Turbine Potsdam. Vor dem Spiel im Achtelfinale des DFB-Pokals (Samstag, 7. November, 13 Uhr) beim VfL Wolfsburg muss diese Konstellation der Högner-Elf doch Selbstvertrauen geben. Zumal seine Mannschaft sich den aktuellen Erfolg redlich verdient, weil erspielt hat.

Erst zwei Niederlagen hat die SGS auf dem Konto. Dabei standen so manche der sieben Spiele auf der Kippe. Wären diese Partien in der vergangenen Saison noch verloren gegangen, so konnten die Essenerinnen sie in diesem Jahr bislang fast alle für sich entscheiden. Ganz besonders bezeichnend sind der 5:4-Sieg gegen Leverkusen und der jüngste 3:2-Erfolg gegen den 1. FC Köln, die beide durch Treffer in der Schlussminute gewonnen wurden. Auch wenn es den Trainer wenig überrascht, wie seine Mannschaft aktuell auftrumpft, für seine Mädels freut es ihn sehr. „Ich weiß ja, was sie können, das zeigt die Mannschaft Tag für Tag im Training. Darum ist es umso schöner, dass sie sich endlich für ihre Arbeit belohnt.“

Ruhe bewahren

Der Grund: Anders als noch in den letzten Jahren behalten die Essenerinnen jetzt die Ruhe. Gleich im ersten Spiel erhielten sie eine Lehrstunde in Frankfurt (0:2), gegen die sie gar nicht unbedingt unterlegen waren, aber zu kopflos agierten. Vom Gegner hat sich die SGS dafür aber abgeschaut, wie es besser geht – und in den nächsten Partien aus den anfänglichen Fehlern gelernt und auf ihre Chance gewartet. Das ist zum einen ein Erfolg der ganzen Mannschaft, zumanderenaber auch der einzelner Spielerinnen, wie Linda Dallmann,
Jacqueline Klasen oder Margarita Gidion und Sara Doorsoun, die endlich so weit sind, dass sie Verantwortung übernehmen können. Letztere wurde kürzlich sogar zur Nationalmannschaft eingeladen.

Aber nicht nur die Mannschaft hat sich weiterentwickelt, auch der Verein hat seinen nächsten Schritt gemacht. Die Verpflichtung von Kozue Ando war auch ein Zeichen an die Konkurrenz, dass die SGS durchaus in der Lage ist, hochkarätige Spielerinnen für sich zu gewinnen. Seit Jahren schon spricht Högner davon, dass den Essenerinnen eine erfahrene, internationale Spielerin fehle. Die ist mit Ando jetzt an Bord. „Kozue wird keine Wunderdinge vollbringen“, weiß Högner, „aber der Verein rückt jetzt sicherlich noch mehr in den Fokus“. Das würde auch ein Sieg am Wochenende in Wolfsburg tun.

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