Nach Dönerwurf und Pöbelei in einer Hotellobby droht Kevin Großkreutz erneut ein Skandal:

Dortmund

Großkreutz dementiert Tritt gegen Frau

derwesten
04. November 2015, 17:04 Uhr
Foto: Arthur Makiela

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Nach Dönerwurf und Pöbelei in einer Hotellobby droht Kevin Großkreutz erneut ein Skandal:

Am späten Montagabend soll er auf dem Sportplatz des Landesligisten VfL Kemminghausen, bei dem die Familie des Ur-Dortmunders aktiv ist, eine Frau in den Bauch getreten haben. Die Polizei ermittelt. In einem langen Beitrag auf seiner Instagram-Seite streitet Großkreutz die Vorwürfe vehement ab: "Ich werde ich mich der Verantwortung stellen mit der Gewissheit, nichts Verwerfliches gemacht zu haben."

Der Ex-BVB-Profi bestätigt, dass er zu Besuch in Dortmund gewesen sei und auf dem Gelände des VfL Kemminghausen den von seinem Verein Galatasaray Istanbul auferlegten Trainingsplan erfüllt habe. "Während meiner Laufeinheiten bemerkte ich einen Streit zwischen meiner Mutter und einer anderen Dame. Selbstverständlich bin ich daraufhin dazwischen gegangen, um das Handgemenge, bei dem insgesamt sechs Personen beteiligt waren, zu unterbinden bzw. zu beenden. Es wurde daraufhin beidseitig die Polizei verständigt", schreibt Großkreutz.

Anzeige soll zurückgezogen worden sein

Am Dienstagmorgen habe er erfahren, "dass auch gegen meine Person eine Anzeige wegen einer angeblichen Körperverletzung aufgenommen wurde", so Großkreutz. Diese sei allerdings noch am Dienstag zurückgezogen worden. "Natürlich zurecht, da ich niemals eine Frau schlagen - geschweige mit einem ausgeführten "Kung-Fu-Tritt" angehen würde", sagt der Fußballer.

Die Bild-Zeitung berichtete, dass Großkreutz' Mutter mit einer anderen Frau in Streit geraten sei, weil diese Großkreutz' Vater Avancen gemacht haben soll. Der Streit sei eskaliert. Nach Darstellung der Zeitung soll Großkreutz daraufhin zu seiner Mutter gelaufen sein und der anderen Frau in Kung-Fu-Manier in den Bauch getreten haben. "Gesagt ist gesagt, geschrieben ist geschrieben und eine (Negativ-)Schlagzeile mehr ist da", kommentiert Großkreutz die Berichterstattung. "Ich möchte mich auch nicht als mediales Opfer darstellen, denn wenn ich "Mist" baue (nach dem Pokalfinale 2014), stehe ich dazu und muss dafür gerade stehen."

In seinem Beitrag stellte Großkreutz zudem klar, "dass ich mich jederzeit, egal wann und wo, für meine Familie und insbesondere meine Mutter einsetzen würde und werde. Meine Mutter ist die wichtigste Person in meinem Leben und wer dies nicht nachvollziehen kann, dem kann ich es sowieso nicht mehr recht machen..."

Die Dortmunder Polizei bestätigt, dass es einen Einsatz am Sportplatz des Landesligisten VfL Kemminghausen, für den auch Kevin Großkreutz' Cousin Marcel spielt, gab, machte jedoch keine Angaben dazu, ob gegen den Spieler des türkischen Erstligisten Galatasaray Istanbul eine Anzeige vorliegt. Sie bestätigte jedoch, dass Strafanzeigen gegen einen 27-jährigen Dortmunder und eine 47 Jahre alte Dortmunderin wegen Tritten auf dem Kemminghausener Sportplatz vorliegen. Kevin Großkreutz ist 27 Jahre alt.

Großkreutz bestreitet Vorwürfe

Nach Angaben des Polizeisprechers Kim Freigang kam es am Montag zwischen 17.30 und 18.30 Uhr zu dem Vorfall. Gegen den 27-Jährigen wird wegen des Tritts in den Bauch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, bei der 47 Jahre alten Frau geht es "nur" um einfache vorsätzliche Körperverletzung. Sie soll der dritten Frau - einer 32 Jahre alten Dortmunderin - an den Haaren gezogen und gegen die Beine getreten haben.

Laut Freigang gab es für die Tritte Zeugen, die nun ebenso befragt werden wie die Beteiligten. Zu den Verletzungen der 32-Jährigen wurde nichts bekannt. Sie musste laut Polizei jedoch nicht im Krankenhaus behandelt werden.

Großkreutz geriet häufiger in Schlagzeilen

Im Gespräch mit den "Ruhrnachrichten" bestätigte Martin Großkreutz, Vater des Profis und Vorsitzender der Fußballabteilung des VfL Kemminghausen, dass zwar eine Anzeige gegen seinen Sohn vorliege, die mittlerweile jedoch zurückgezogen sei. Die angegriffene Frau habe Kevin Großkreutz entlastet, da es sich um eine Verwechslung handle. Nicht Großkreutz, sondern jemand anderes habe die Frau angegriffen. Genauere Angaben machte Martin Großkreutz nicht.

In den vergangenen Jahren fiel Kevin Großkreutz immer wieder mit schlagzeilenträchtigen Aktionen auf. Bei der Meisterfeier 2012 brannte er beim Meisterkorso durch Dortmund eine bengalische Fackel ab. Im Mai 2014 zeigte ihn ein Mann an, der Großkreutz beschuldigte, ihm einen Döner ins Gesicht geworfen zu haben. Die Ermittlungen wurden später eingestellt. Nach dem verlorenen Pokalfinale 2014 pöbelte Großkreutz schließlich in einer Hotellobby herum.

Autor: derwesten

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