BW Oberhausen hat nach drei Niederlagen in Folge den Anschluss an die Tabellenspitze verloren. Trainer Möllmann sieht eine Kampagne gegen sich.

BW Oberhausen

Möllmann wittert Kampagne gegen sich

Marius Soyke
27. Oktober 2015, 14:17 Uhr
Foto: Ketzer

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BW Oberhausen hat nach drei Niederlagen in Folge den Anschluss an die Tabellenspitze verloren. Trainer Möllmann sieht eine Kampagne gegen sich.

Seine Mannschaft nimmt er in Anbetracht der sportlichen Krise, in deren Verlauf der Aufsteiger nach drei Niederlagen in Folge auf Platz acht abrutschte, aus der Pflicht: „Ich kann den Jungs nichts vorwerfen, man hat sie nicht gelassen“, sagt der Übungsleiter. „Gegen Ronsdorf wurde über 40 mal Abseits gepfiffen. Wir hatten Chancen, als die Spieler von der Mittellinie aus Alleingänge gemacht haben. Da konnte niemand was sagen.“

Bei der Pleite gegen Niederwenigern vor zwei Wochen hätte es nicht weniger als zehn gelbe Karten für sein Team gegeben, für den Gegner dagegen nur eine: „Ich hatte Angst, dass der Schiedsrichter die Pfeife verschluckt.“ Der Unparteiische hätte den für Oberhausen so wichtigen Spielfluss kaputt gemacht, im Spiel gegen Cronenberg Fouls vor den Gegentoren nicht richtig bewertet.

„Wenn alles fair läuft, haben wir jetzt sieben Punkte mehr. Sie sehen selbst, wo wir dann stehen“, beschwert sich Möllmann. Der Trainer ist sich sicher: Die Schiedsrichter pfeifen bewusst gegen ihn. „Vor dem Anpfiff gegen Ronsdorf kam der Linienrichter auf mich zu und sagte mir, dass es nach dem nächsten Platzverweis ein Gespräch mit dem Verband gibt. Die wollen, dass ich gesperrt werde.“

Dabei schwört der Coach, dass er nie ausfallend geworden sei, niemanden beleidigt habe. „Ich bin aufbrausend und beschwere mich auch mal. Aber wenn man sich nicht mehr aufregen kann, stirbt der Fußball.“ Er sei sich bewusst, auch Fehler zu machen, es sei eben niemand unfehlbar. „Gute Schiedsrichter, die es ja ohne Zweifel gibt, zeigen Verständnis. Manche rennen aber lieber wie von der Wespe gestochen auf mich zu und schicken mich hinter die Bande.“

Möllmann weiter: „Wir haben dreimal verloren, weil ich Trainer bin. Die Leute haben ein Problem mit der Person Möllmann. Es gibt hier 80 Prozent Neidhammel, die mir alles Schlechte wünschen.“

Sein Respekt gebühre indes der Mannschaft, die zum Teil ohne zwölf verletzte Mitstreiter auskommen musste: „Ich ziehe meinen Hut. Trotz dieser Vorkommnisse bleiben die Spieler ruhig. In der Kabine geben sie mir Recht.“

Bis zur Winterpause möchte BW Oberhausen noch so viele Punkte wie möglich sammeln. Dann hätten die jetzt Verletzten Zeit, ihre Form wieder zu finden. „Stellen Sie sich mal vor, was dann möglich wäre“, denkt Möllmann laut, „aber zuletzt lag es nicht in unserer Hand.“

Eins ist dem Kult-Trainer aber wichtig zu betonen: „Ich erkenne hoch an, dass die Schiedsrichter einen schweren Job haben. Nach 90 Minuten ist für mich alles vergessen. Es soll nur fair zugehen.“

Autor: Marius Soyke

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