Der „georgische Messi“ trifft gegen den SC Paderborn 07 zum 1:0-Erfolg und beendet damit vorerst die Trainerdiskussion.

MSV

Erster Zebra-Sieg dank Chanturia

Thomas Tartemann und Dirk Retzlaff
05. Oktober 2015, 22:09 Uhr
Foto: firo

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Der „georgische Messi“ trifft gegen den SC Paderborn 07 zum 1:0-Erfolg und beendet damit vorerst die Trainerdiskussion.

Nach 45 Minuten hatte sich das Lazarett des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg am Montag weiter vergrößert. Maskottchen Ennatz war an einem Fernsehkabel hängen geblieben und umgeknickt. Es ging nicht mehr weiter. Der Ersatzmann schlüpfte ins Kostüm. Doch ein anderer eingewechselter Mann brachte den MSV gegen den SC Paderborn 07 auf die Siegerstraße. Der in der Halbzeit eingewechselte Giorgi Chanturia traf neun Minuten vor dem Spielende zum 1:0 (0:0)-Erfolg.

Der erste Saisonsieg verschafft nicht nur dem MSV Duisburg Luft, auch Trainer Gino Lettieri kann erst einmal tief durchatmen und mit seinem Team in die Länderspielpause gehen. Die Diskussionen um seine Person sind erst einmal beendet.

Aufsichtsratschef Jürgen Marbach, der das Geschehen beim MSV Duisburg in dieser Saison bislang vornehmlich aus der Distanz beobachtete, gestern aber anwesend war, hatte sich vor dem Spiel eindeutig positioniert. Für den Spitzenfunktionär zählte nur ein Sieg. „Nichts ist teurer als der Abstieg. Wir müssen die 2. Liga mit Zähnen und Klauen verteidigen“, erklärte der Funktionär.

Präsident Ingo Wald trat in den letzten Tagen defensiver auf, er wollte Lettieri ohnehin gerne noch die Länderspielpause geben, um den Schalter umzulegen. Zur Pause sah es noch nicht nach einem Erfolg aus. „Die Mannschaft will, aber die Angst ist überall spürbar“, stellte Ingo Wald fest. Gino Lettieri sah sich nach der Partie bestätigt: „Die Mannschaft ist topfit.“ Der Coach freute sich über Torschütze Chanturia. Lettieri: „Ich habe ihm vorher gesagt, er soll ruhig bleiben und einfach sein Spiel machen.“ Chanturia freute sich auch: „Ein toller Start für mich. Es war schwierig, weil schon viele Leute über den Trainer gesprochen haben. Ich habe ihm vor dem Spiel versprochen, dass ich ein Tor für ihn erziele.“

Obinna setzte viele Akzente

Lettieri veränderte seine Startelf gegenüber dem letzten Spiel auf drei Positionen. Die zuletzt gesperrten Rolf Feltscher und James Holland kehrten ins Team zurück, Stürmer Kingsley Onuegbu spielte diesmal von Beginn an. Steffen Bohl saß nur auf der Bank neben Neuzugang Giorgi Chanturia, der zum ersten Mal dem Kader der Meidericher angehörte. Auch Dustin Bomheuer saß trotz Nasenoperation auf der Reservebank.

Der MSV begann im Spiel zweier verunsicherter Mannschaften sehr körperbetont, suchte die Zweikämpfe und versuchte, den Gästen den Schneid abzukaufen. Die ersten Akzente konnte allerdings der Bundesliga-Absteiger setzen. Idir Ouali traf aus 15 Metern jedoch nur das Außennetz (14.). Victor Obinna hatte auf der Gegenseite den Führungstreffer auf dem Fuß. Mit einem abgefälschten Schlenzer zwang er Gästekeeper Lukas Kruse zu einer Glanztat. Fünf Minuten später bewahrte MSV-Torwart Michael Ratajczak die Zebras mit einer Fußabwehr aus kurzer Distanz gegen Marc Vucinovic vor einem Rückstand. In der 32. Minute war der MSV wieder am Zug: Dennis Grote bediente Kingsley Onuegbu, doch der Nigerianer verzog aus drei Metern.

Die letzte Trumpfkarte

Gino Lettieri reagierte in der Pause und zog seine letzte Trumpfkarte. Neuzugang Giorgi Chanturia kam für den schwachen Kevin Scheidhauer auf der rechten Außenbahn zum Einsatz. der „georgische Messi“ ließ schnell aufblitzen, dass er mit der Kugel umgehen und dem MSV helfen kann. Mit Chanturia kam mehr Schwung ins Spiel, daraus ergaben sich Möglichkeiten für die Gastgeber.

In der 59. Minute vergab Victor Obinna die bis dahin größte Chance im Spiel. Auf Vorlage von Onuegbu kam Obinna aus acht Metern frei zum Schuss, setzte den Ball aber neben das Tor. Drei Minuten später hatte er erneut die Führung auf dem Fuß, scheiterte jedoch mit einem verdeckten Schuss aus 13 Metern an Kruse.

Vor dem MSV-Tor sorgte ein gebürtiger Duisburger erst in der 72. Minute wieder für Gefahr. Der eingewechselte Moritz Stoppelkamp scheiterte bei einem 18-Meter-Freistoß nur knapp.

Neun Minuten vor Schluss kam der Moment für Giorgi Chanturia. Auf Zuspiel von Kingsley Onuegbu traf der Georgier zum viel umjubelten Siegtreffer für den MSV, der diesmal auch die Nachspielzeit unbeschadet über die Runden bringen konnte.

Autor: Thomas Tartemann und Dirk Retzlaff

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