Nun ist es also beendet, das Arbeitsverhältnis zwischen Preußen Münster und Innenverteidiger Dominik Schmidt. Eine Zeit mit Höhen und Tiefen geht damit zuende.

Preußen Münster

Bitteres Ende einer Hassliebe

25. Juni 2015, 09:36 Uhr
Foto: firo

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Nun ist es also beendet, das Arbeitsverhältnis zwischen Preußen Münster und Innenverteidiger Dominik Schmidt. Eine Zeit mit Höhen und Tiefen geht damit zuende.

Letztlich waren es sechs dürre Zeilen, die das Ende von Dominik Schmidt beim SC Preußen Münster verkündeten. Der Drittligist erklärte am vergangenen Mittwoch per Pressemitteilung, dass Schmidts "Arbeitsvertrag vorzeitig und mit sofortiger Wirkung aufgelöst" worden sei. Ursprünglich hatte der 27-Jährige in Münster noch einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2016.

Trauriges Ende

Somit endete eine Beziehung, deren endgültiger Bruch bereits lange sichtbar gewesen war. Nach Schmidts Eskapaden mit Mitspielern, mit denen er im Training aneinander geraten war, und erst recht nach seiner Auseinandersetzung mit Fans der Preußen auf einer Kirmes Ende April (RS berichtete), orakelte der Spieler selbst schon vor rund drei Monaten: "Ich überlege, ob ich mein Amt als Kapitän niederlege, ob ich in dieser Saison überhaupt noch auflaufe – und ob ich überhaupt noch für Münster spiele."

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Unter dem Strich sollte der gebürtige Berliner Recht behalten. Die Preußen suspendierten ihn und er kam zu keinem weiteren Einsatz für den SCP. Ein trauriges und auch unwürdiges Ende einer zumindest aus sportlicher Sicht meist erfolgreichen Zusammenarbeit. Die nun erfolgte Vertragsauflösung setzte den Schlusspunkt einer ungewöhnlichen Geschichte zwischen Verein und Spieler, die wie eine Hassliebe anmutete. Neben dem Platz fiel Schmidt nicht nur mit markigen Worten, sondern auch mit der ein oder anderen Disziplinlosigkeit auf. Bisweilen konnte er offenbar nicht seine Emotionen im nötigen Rahmen halten. Auf dem Spielfeld dagegen überzeugte der 27-Jährige überwiegend, und nicht nur das: War Schmidt im Vollbesitz seiner Kräfte, dann gehörte er zum Besten, was die 3. Liga in der Defensive zu bieten hatte. Enorme Präsenz, Kopfball- und Zweikampfstärke und absolute Führungsqualitäten zeichneten den Vize-Spielführer aus.

Von den Adlerträgern zu den Störchen?

Profitieren könnte nach dem Aus in Münster nun ein Konkurrent der Preußen. Nachdem sich ein Engagement beim Zweitligaabsteiger Erzgebirge Aue, bei dem mit Pavel Dotchev seit kurzem ein erklärter Schmidt-Fan das Traineramt ausübt, zerschlagen hat, könnten die Störche von Holstein Kiel Schmidt unter Vertrag nehmen. Rein sportlich hätte sich der Innenverteidiger damit sogar verbessert, denn den nach der überragenden letzten Saison erst in der Aufstiegsrelegation am TSV 1860 München gescheiterten Kielern ist auch in der kommenden Spielzeit mehr zuzutrauen als den Preußen.

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