In Duisburg drohte ein Konflikt um die Nutzungsverteilung von Sportanlagen zu eskalieren.

Ein. Duisburg

Konflikt um Sportplatz-Nutzungsverteilung

Miguel Thome
26. Juni 2015, 09:37 Uhr
Foto: Benjamin Neumann

Foto: Benjamin Neumann

In Duisburg drohte ein Konflikt um die Nutzungsverteilung von Sportanlagen zu eskalieren.

Eintracht Duisburg kritisiert die Stadtverwaltung, ist aber um eine Lösung bemüht. Der Streitpunkt ist ein simpler Ascheplatz auf der Bezirkssportanlage Wedau I. Er ist neben einem weiteren Kunstrasenplatz, der von Fußball- und Hockeyvereinen gemeinschaftlich genutzt wird, die einzige Sportanlage, die dem B-Ligisten zur Verfügung steht.

DuisburgSport, eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt Duisburg, plant nun den Umbau in einen Kunstrasenplatz zum 01. Oktober 2016, der ausschließlich der Hockeyabteilung des Club Raffelberg zur Verfügung stehen sollen. Langfristig soll dem Hockeysport in Duisburg eine leistungssportlich orientierte Basis geboten werden. Die Fußballer der Eintracht sollen dafür ihren Trainings- und Spielbetrieb auf den bereits bestehenden Kunstrasenplatz, der dann nur für die Fußballer vorgesehen ist, verlagern.

Der Rat der Stadt tagte am Montag erstmals über die Beschlussvorlage, die unter der Drucksachen-Nr. 15-0478 läuft. Nach der eindringlichen Kritik in den letzten Tagen wird sich DuisburgSport nun noch einmal mit allen beteiligten Parteien zusammen setzen. Der Verein Eintracht Duisburg kritisierte in einer Stellungnahme auf der vereinseigenen Homepage, dass die alleinige Bereitstellung des bestehenden Kunstrasenplatzes nicht ausreichen würde, um den aktuellen Platzbedarf des Vereins aufzufangen.

Neben den inhaltlichen Punkten der Beschlussvorlage stößt der Eintracht Duisburg vor allem die Art und Weise bitter auf. "Wir fühlen uns überfahren", stellt der stellvertretende Vorsitzende, Philipp Gorray, klar. DuisburgSport ist der Meinung, die Eintracht in den letzten Monaten ausreichend über die Pläne informiert zu haben. Das weist Gorray allerdings klar zurück: "Das stimmt definitiv nicht. Wir haben SportDuisburg zwei mal darauf angesprochen, uns wurde aber versichert, dass diese Planungen nicht weiter konkret seien."

Nachdem die Beschlussvorlage kürzlich bekannt wurde, war der Ärger bei der Eintracht groß und mündete in der öffentlichen Stellungnahme. Dieser scheint nun verflogen, man bemüht sich intensiv um eine Lösung und steht in Kontakt mit SportDuisburg sowie dem von dem Umbau profitierenden Hockey- und Tennisverein Club Raffelberg. "Unsere Aktion richtet sich nicht gegen den Club Raffelberg. Wir haben den Kontakt aufgenommen und uns entschuldigt, jetzt wird an einer Lösung gearbeitet", betont der stellvertretende Vorsitzende.

Bei der Eintracht wurde ein Alternativplan ausgearbeitet, der der Öffentlichkeit allerdings noch nicht vorgestellt werden soll. Die Überzeugung, dass man bis Oktober nächsten Jahres eine Lösung finden wird, ist aber groß. "Wir sind uns sehr sicher, dass wir einen guten Kompromiss für alle drei Seiten finden werden", zeigt sich Philipp Gorray im Namen der Eintracht Duisburg optimistisch.

Autor: Miguel Thome

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