TV Kalkum-Wittlaer hat die Sensation vor Augen: Zwei Spieltage vor Schluss stehen die Düsseldorfer kurz vor dem Durchmarsch von der Bezirks- in die Oberliga.

TV Kalkum-Wittlaer

Der große Traum eines "Dorfes"

Nils Jewko
30. Mai 2015, 10:27 Uhr
Foto: Tim Müller

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TV Kalkum-Wittlaer hat die Sensation vor Augen: Zwei Spieltage vor Schluss stehen die Düsseldorfer kurz vor dem Durchmarsch von der Bezirks- in die Oberliga.

Frisch aus der Bezirksliga aufgestiegen, ein vergleichsweise kleiner Etat und keine namhaften Neuzugänge - vor der Saison wurde der TV Kalkum-Wittlaer von der Konkurrenz belächelt und als erster Absteiger gehandelt. Die Nord-Düsseldorfer hielten den Ball ohnehin flach und stellten allein den Klassenerhalt in den Vordergrund. "Alles andere wäre vermessen", sagte Guiseppe Montalto mit Blick auf die erste Landesliga-Saison in der Vereinsgeschichte. Knapp neun Monate später muss sich der TVK-Trainer selbst die Augen reiben: Denn zwei Spieltage vor Schluss steht seine Mannschaft mit zwei Punkten Vorsprung auf Platz eins in der Tabelle und kann aus eigener Kraft den Durchmarsch in die Oberliga schaffen.

"Damit haben wir natürlich nicht gerechnet", sagt Montalto, schiebt jedoch nach: "Wir sind ohne Druck in die Saison gegangen. Bei uns stehen elf Freunde auf dem Platz, die füreinander kämpfen. Jetzt merkt man, dass die Euphorie groß ist und die Jungs es packen wollen." Vor zwei schweren Aufgaben stehen die Kalkumer auf ihrem Weg in die fünfthöchste Spielklasse allerdings noch - zunächst ein Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den Cronenberger SC, ehe es wahrscheinlich zum Entscheidungsspiel beim Tabellenzweiten, dem SC Velbert, kommt. "Mit Cronenberg erwartet uns eine der spielstärksten Mannschaften der Liga, die zusätzlich noch einen gefährlichen Torjäger in ihren Reihen hat", warnt Montallo vor [person=8465]Nino Paland[/person], der in 24 Partien bisher 32 Treffer erzielen konnte. "Dennoch wollen wir wieder das Maximum rausholen, um den Traum, den das Dorf hat, wahr werden zu lassen."

Zum Vorbild könnte sich der Verein aus der Landeshauptstadt die Erfolgsgeschichte des SV Darmstadt 98 nehmen, der jüngst den Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga perfekt machte. "Seit dem Aufstieg hört man den Vergleich jetzt öfter. Auch intern wird schon gefrotzelt und von außen bekommt man zu hören, dass wir es wie Darmstadt machen", sagt Montalto mit einem Schmunzeln. Falls die Gegner im nächsten Jahr aber tatsächlich Wuppertaler SV, KFC Uerdingen oder Ratingen 04/19 heißen, geht die Geschichte wieder von vorne los - mit dem TVK als belächeltem Aufsteiger.

Autor: Nils Jewko

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