Borussia Dortmund

13,5 Jahre gehen zuende

21. Mai 2015, 17:37 Uhr
Foto: firo

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Am Samstag wird Sebastian Kehl zum letzten Mal in seiner Karriere im Dortmunder Stadion auflaufen. Ein durchaus emotionaler Moment.

Eine Saison hat er sich jetzt darauf vorbereiten können. Trotzdem weiß Sebastian Kehl immer noch nicht, was am Samstag auf ihn zukommen wird. Und vor allem nicht, wie er reagieren wird, wenn er nach 13,5 Jahren zum letzten Mal ins Dortmunder Stadion einlaufen wird. Eines steht aber auf jeden Fall fest: Es wird emotional werden.

Den perfekten Zeitpunkt für das Karriereende gibt es nicht. Doch Sebastian Kehl ist stolz darauf, dass er zumindest annähernd den richtigen gefunden hat. Obwohl er inzwischen 35 Jahre ist, zählt er beim BVB noch lange nicht zum alten Eisen. Da gibt es andere Spieler, die bei den Schwarzgelben ausgedient haben. Eine Spielzeit hätte der defensive Mittelfeldmann sicherlich noch dranhängen können. Doch der einstige Kapitän hat für sich entschieden, dass er sich erhobenen Hauptes vom Fußball verabschieden möchte.

Das passt zu ihm. Während seiner gesamten Karriere ist Kehl immer seinen Weg gegangen und bei seinen Entscheidungen konsequent gewesen. Eben so auf dem Platz. Der große Techniker war der defensive Mittelfeldspieler nie. Vielmehr lebte sein Spiel von seinem Einsatz und seiner Konsequenz in den Zweikämpfen, was ihn zu einem ungeliebten Gegenspieler, aber zu einem sehr wichtigen Mitspieler machte. Während seiner 17-jährigen Profikarriere ist sich Kehl immer treu geblieben. Für das große Tamtam und die Schlagzeilen waren andere zuständig. Einen gradlinigeren Fußballprofi als ihn muss man erst einmal finden.
[infobox-right]Am Samstag könnte sich für Kehl in gewisse Weise ein Kreis schließen. Mit dem Spiel gegen Werder Bremen machten die Dortmunder in seiner Premieren-Saison 2001/02 am letzten Spieltag die Meisterschaft klar. In dieser Saison können sie mit einem Sieg die Europa-League-Quali schaffen - für diese Saison durchaus ein Erfolg. [/infobox]
Und obwohl er nie den Mund weit aufgerissen und sogar ein Angebot des FC Bayern abgelehnt hat, ist seine Karriere sehr erfolgreich geworden. „Wer kann schon von sich behaupten, dass er drei Mal Deutscher Meister geworden ist – und das Double geholt hat“, sagt Kehl.

Die erste Meisterschaft feierte er gleich nach seinem Wechsel vom SC Freiburg zum BVB (Januar 2002). „Wenn man etwas das erste Mal erlebt, dann bleibt das immer am meisten hängen“, erklärt er über seinen „wahsinnig tollen“ Einstieg bei Borussia Dortmund. Aber auch die Erfolge danach waren für „Kehli“ etwas ganz besonderes. Schließlich durfte er die Trophäen (zwei Meisterschalen, ein DFB-Pokal) alle als Kapitän entgegennehmen.

Aber nicht nur daran denkt er gerne zurück. „Es sind die vielen kleinen Momente, die im Herzen bleiben“, erklärt der langjährige Kapitän (2008-2014). Seine Zeit bei Borussia betrachtet er „als Geschenk“. Da schließt er die schwere Zeit der Beinahe-Insolvenz 2005 ausdrücklich mit ein – und auch die vielen Verletzungen. „Das sind beides Teile meiner Karriere, die ich gelernt habe zu akzeptieren. Ich bin sogar in gewisser Weise froh, dass ich auch das alles einmal mitmachen durfte.“

Doch es ist nicht nur die Entwicklung des BVB, die Kehl beeindruckt. Auch dass er bei der rasanten Entwicklung des Fußballs so lange hat mitspielen können, lässt ihn ein wenig staunen. „Es ist doch schön, wenn ich heute darauf zurückblicke, wie alles losgegangen ist und dass ich dem Ganzen jetzt immer noch meinen Stempel aufdrücken kann. Das macht mich stolz.“

Es sind die vielen kleinen Momente, die im Herzen bleiben
Sebastian Kehl

Stolz würde es ihn auch machen, wenn er sich erfolgreich aus Dortmund verabschieden könnte. Kehl wird mit einem besseren Gefühl auf die Ehrenrunde im Dortmunder Stadion gehen können, wenn er und seine Teamkollegen am Samstag der Einzug in die Europa League besiegeln.

Doch das ist natürlich nicht das einzige Ziel, das Kehl kurz vor seinem Karriereende noch hat. Nur zu gerne würde er sich mit dem DFB-Pokalsieg von der großen Fußballbühne verabschieden. „Wenn das Drehbuch so geschrieben wird, dass ich am Ende noch einmal den Pokal in den Händen halten kann, das wäre toll.“ Und irgendwie dann doch der perfekte Zeitpunkt, die Karriere zu beenden.

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