Nach dem Abpfiff konnte man sehen, wie nah Glück und Pech beieinander liegen können. Während die Akteure des in orangenen Jerseys angetretenen VfvB Ruhrort/ Laar jubelnd auf Olaf Rusche, ihren Keeper zurannten, der so eben einen Strafstoß von Malte Wiebus pariert hatte und somit den Aufstieg der Ruhrorter nach zwei Jahren Abstinenz in die Bezirksliga festhielt, waren auf Seiten der Kicker das VfL Duisburg-Süd die Köpfe geknickt. Und auch Torwart Wilhelm Paeßens musste trotz dreier parierter Strafstöße einsehen, dass sein Team gerade haarscharf den Gang eine Klasse höher verpasst hatte.[i]Ein Ortstermin[/i]

Kreis DU/MH/DIN: Entscheidungsspiel: VfL Duisburg-Süd - VfvB Ruhrort/ Laar 1:1 (1:1), 4:3 n. E.

VfvB Ruhrort/Laar jubelt nach Elfmeterkrimi

Heiko Gaeb
28. Mai 2007, 21:35 Uhr

Nach dem Abpfiff konnte man sehen, wie nah Glück und Pech beieinander liegen können. Während die Akteure des in orangenen Jerseys angetretenen VfvB Ruhrort/ Laar jubelnd auf Olaf Rusche, ihren Keeper zurannten, der so eben einen Strafstoß von Malte Wiebus pariert hatte und somit den Aufstieg der Ruhrorter nach zwei Jahren Abstinenz in die Bezirksliga festhielt, waren auf Seiten der Kicker das VfL Duisburg-Süd die Köpfe geknickt. Und auch Torwart Wilhelm Paeßens musste trotz dreier parierter Strafstöße einsehen, dass sein Team gerade haarscharf den Gang eine Klasse höher verpasst hatte.[i]Ein Ortstermin[/i]

Rund 600 Zuschauern, die sich trotz widrigen Wetters auf der neutralen Platzanlage in Duisburg-Duissern eingefunden hatten, wurde in der ersten Hälfte ein temporeiches Match geboten, das einen auch für den weiteren Spielverlauf Hoffnung auf mehr machte.

In den ersten 20 Minuten hatte Ruhrort/Laar-Akteur Daniel Kirstein zwei Tormöglichkeiten, konnte diese aber nicht verwerten. Nach gut 20 Minuten boten die in blau angetretenen Kicker die bis dato schönste Kombination, als der sehr spielfreudige Adnan Munischi Erol Kwirak hervorragend in Szene setzte, der wiederum den Ball zu Serkan Kircivaloglu in den Strafraum genau vor die Füße passte. Doch der 23-Jährige traf die Kugel nicht richtig und spielte den Ball so genau in die Arme von Rusche. Der 37-jährige Schlussmann absolvierte erst seine vierte Partie in dieser Saison, nachdem ihn der bisherige Stammkeeper Gürcan Al, der zur kommenden Spielzeit in den Betreuerstab wechselt, freiwillig den Vorzug ließ.

Nach 29 Minuten durfte dann das erste Tor der Partie bejubelt werden: Den schnell ausgeführten Konter schloss der bis dahin unauffällige Marco Spindel erfolgreich ab. Das sorgte sowohl auf dem Platz als auch unter den anwesenden Zuschauern für mehr Stimmung.

Fortan waren die VfvB´ler das spielbestimmende Team und hatten durch Michael Dolata, Sezgin Özhan und Dennis Jasquemot exzellente Chancen, den Spielstand zu erhöhen. Doch wer seine Chancen vergibt, wird dafür bestraft, die Phrasenschwein-These wurde erneut bestätigt. Und zwar als Eyüp Özhan kurz vor der Pause den Ball mit der eigenen Hand im Strafraum berührte. Der gute Schiedsrichter Stephan Nerlich entschied folgerichtig auf Strafstoß. Diesen verwandelte dann Vergaro souverän zum Ausgleich.

Die zweiten 45 Minuten waren dann für die Zuschauer weniger spannend, da man den Akteuren beider Teams deutlich die Angst anmerkte, einen Gegentreffer zu kassieren. So fallen diese 45 Minuten eindeutig unter die Kategorie Sicherheitsfußball. In der 50. Minute verließ der auffällige Munischi humpelnd das Feld. Für ihn kam Michael Jost. Doch sein Einsatz war nur von kurzer Dauer, denn bereits nach 72 Minuten ließ sich der 42-Jährige auswechseln, nachdem er kurz vorher von Torwart Rusche bei einer Rettungsaktion ungünstig am Brustkorb getroffen wurde. Die Folge der Langeweile nach dem Wechsel: Verlängerung.[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/158-2186_preview.jpeg Hatten nach dem Elfmeterschießen allen Grund zum Jubeln: Die Kicker des VfvB Ruhrort/ Laar und ihre Anhänger[/imgbox]

Erster Aufreger dort: In der 97. Minute entschied Referee Nerlich auf Strafstoß, nachdem Vergaro im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Der Gefoulte trat selbst zum Schuss an. Doch dieses mal scheiterte "Totti" mit einem schwach geschossenen Elfmeter an Rusche. Die letzte Möglichkeit hatten dann die Ruhrorter vier Minuten vor Abpfiff. Die Freistoßflanke von Daniel Kirstein nutzte Ozan Dirim zu einem Kopfball, doch Paeßens kratzte den Ball, den viele schon im Netz gesehen hatten, in allerletzter Sekunde von der Linie. Kurze Zeit später war dann auch Schluss, so dass das Elfmeterschießen den Aufsteiger ermitteln musste. Der sechste Versuch war der erste, der den Weg ins Netz fand. Esat Elshani brachte die Akteure aus dem Duisburger Süden in Front, doch da im weiteren Verlauf Kircivaloglu und Wiebus ihre Strafstöße verschossen und alle Akteure des VfvB Ruhrort/ Laar trafen, waren sie es, die am Ende jubeln konnten.

Emanuel di Sciacci, Trainer des unterlegenen Teams, war nach dem Elfmeter-Krimi sehr geknickt: "Wir sind jetzt ganz knapp an einem tollen Erfolg vorbeigeschrappt. Das muss ich erst einmal sacken lassen und realisieren. In der regulären Spielzeit war unser Gegner besser, aber in der Verlängerung hatten wir die klareren Chancen." Gregor Grillemeier, Chefcoach des neuen Bezirksligisten, sagte überglücklich: "Wir hatten nach unserer Führung die Gelegenheit zu erhöhen. Das haben wir nicht genutzt. Stattdessen haben wir uns ein Tor gefangen und mussten gegen einen gut spielenden Gegner alles geben. Jetzt feiern wir erst einmal ausgiebig in unserem Vereinsheim den Sieg."

Tore: 0:1 Spindel (29.), 1:1 Vergaro (45. / HE)

Elfmeterschießen:
Dennis Jasquenot (Ruhrort/ Laar) verschießt
Ramazan Öztürk (Duisburg-Süd) verschießt
Holger Böhlke (Ruhrort/ Laar) verschießt
Sven Melesen (Duisburg-Süd) verschießt
Metin Piricek (Ruhrort/ Laar) verschießt
Esat Elshani (Duisburg-Süd) trifft
Daniel Kirstein (Ruhrort/ Laar) trifft
Serkan Kircivaloglu (Duisburg-Süd) verschießt
Sezgin Özhan (Ruhrort/ Laar) trifft
Alessandro Vergaro (Duisburg-Süd) trifft
Ozan Dirim (Ruhrort/ Laar) trifft
Malte Wiebus (Duisburg-Süd) verschießt

Damit siegt Ruhrort/ Laar mit 4:3 n. E. und steht als zehnter Duisburger Bezirksligist fest.

Autor: Heiko Gaeb

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