Für Hernes Sven Barton hat das Match in Wattenscheid ein grauenvolles Nachspiel. Der Außenbahnmotor der Westfalia wird am heutigen Donnerstag im Knappschafts-Krankenhaus Recklinghausen operiert.

WESTFALIA HERNE: Schulz sauer auf Schiedsrichter

Bartons Gesichtshälfte nach Zusammenprall taub

tr
10. Mai 2007, 21:37 Uhr

Für Hernes Sven Barton hat das Match in Wattenscheid ein grauenvolles Nachspiel. Der Außenbahnmotor der Westfalia wird am heutigen Donnerstag im Knappschafts-Krankenhaus Recklinghausen operiert. "Zwischen acht und neun Uhr muss ich da sein", seufzt Barton, der sich noch nie unters Messer legen musste. Barton hat es schwer erwischt: "Nasenbein, Kiefer sowie meine Augenhöhle sind an- beziehungsweise gebrochen.

Außerdem ist seit dem Schlag meine rechte Gesichtshälfte taub und die Ärzte können mir nicht garantieren, ob sich das noch einmal legen wird, da ein Nerv abgeklemmt ist." Was war passiert? In der 55. Minute knallte Barton mit SGW-Keeper Daniel Pommer zusammen, der ihn mit der Faust am Kopf erwischte. "Ich hatte gerade zwei Wattenscheider Spieler überlupft, wollte nun auch den Torwart überspielen", erinnert sich Barton an die Sekunden vor dem Zusammenstoß.

"In der Luft hat sich der Torhüter dann wohl verschätzt und mich umgemäht. Als Schlussmann kann man doch abschätzen, ob man an den Ball kommt oder nicht. Er hätte vielleicht lieber die flache Hand nehmen sollen." Einen Vorwurf will Barton Pommer, der ihm auch schon per SMS gute Besserung wünschte, allerdings nicht machen: "Das kann passieren."

Nach dem Unfall dauerte es satte 13 Minuten, bis Barton endlich ins Krankenwagen abtransportiert wurde. "Die Sanitäter haben sich Zeit gelassen, aber das habe ich kaum mitbekommen, weil ich total fertig war", berichtet Barton. "Die hatten nicht einmal eine Trage da, deshalb musste ich auf den Rettungswagen warten." Um Barton kümmerte sich Wattenscheids "Doc" Werner. Barton überrascht: "Der war eher vor Ort als das Rote Kreuz. Das kann doch nicht sein."

Und die Pleiten, Pech und Pannenserie ging weiter. Denn der 26-Jährige wurde ins Wattenscheider Martin-Luther-Krankenhaus gebracht. "Dort wurde ich geröntgt, aber es wurde nichts festgestellt", kann sich Barton die erste Diagnose nicht erklären. "Am Montag habe ich dann unterm Auge einen Knochen gefühlt, der ein Stückchen herausschaute und bin dann sofort wieder ins Spital." Und dann der Schock. "Ich verstehe nicht, warum nicht sofort Schichtaufnahmen von meinem Kopf gemacht wurden."

Der Ansicht ist auch Trainer Frank Schulz, der sich maßlos über den Schiedsrichter-Assistenten Hennig Thimm ärgert: "Ich wollte auf den Platz zu Sven und bekomme gesagt, dass ich die Coaching-Zone nicht verlassen dürfte. Dabei lag Sven regungslos auf dem Boden und es war für jeden offensichtlich, dass etwas schlimmes passiert war." Schulz gibt zu, aufgebracht gewesen zu sein, doch "wenn es um die Gesundheit geht, sollten sich alle darum kümmern". Es geht nicht um ihn, "sondern ums Prinzip. Mir reicht es, dass bis in die tiefsten Regionen alles professionalisiert wird. Aber es geht hier um Menschlichkeit und nicht um Bürokratie."

Erst als Schulz den Unparteiischen Martin Thomsen direkt ansprach, durfte er zu Barton. "Er hat sich dann korrekt verhalten, aber die Maßregelungen im Vorfeld sind einfach nicht okay." Schulz weiter: "Und wenn die Schiedsrichter überfordert gewesen wären, hätten sie nach dem Spiel auch mal etwas sagen können. Aber es kam nichts. Das ist traurig."
Auch Barton bringt das Verhalten der Unparteiischen auf die Palme: "Wenn ich das höre, würde ich gerne mal mit den Leuten persönlich reden und denen sagen, was ich davon halte."
RevierSport wünscht auf jeden Fall gute Besserung.

Autor: tr

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