Die "Königlichen" bieten nur Schonkost

13. September 2004, 14:31 Uhr

Die derzeit wenig begeisternde Spielweise von Spaniens Rekordmeister Real Madrid steht im krassen Gegensatz zu den namhaften Spielern im Star-Ensemble. Auch Ronaldo macht mehr abseits des Spielfeldes von sich reden.

Die Liste der Stars im Kader des spanischen Rekordmeisters lässt auf "galaktischen" Fußball hoffen: Namen wie Ronaldo, Zinedine Zidane, David Beckham, Michael Owen, Luis Figo, Roberto Carlos oder Raul versprechen viel. Nur halten sie im Augenblick wenig. Denn die raue Fußball-Wirklichkeit bei dem Renommierklub vor dem Champions-League-Duell am Mittwoch (20.45 Uhr/live bei Premiere und Sat.1) bei Bayer Leverkusen sieht anders aus. Am Samstag gewannen die Königlichen zwar zu Hause mit 1:0 gegen CD Numancia und kamen damit im zweiten Match der Primera Division zum zweiten Sieg.

Auch Camacho ist nicht zufrieden

Aber wie von einem anderen Stern spielten die "Galaktischen" keineswegs, vielmehr wurde Minimalisten-Fußball geboten. Viele unter den 83.000 Fans verabschiedeten Zidane und Co. gar mit einem Pfeifkonzert. "Ich kann die Leute verstehen. Auch ich war nicht zufrieden. Unser Spiel läuft nicht so flüssig. Außerdem müssen wir unsere Chancen besser nutzen", sagte Real-Coach Jose Antonio Camacho.

Bezeichnend ist, dass auch WM-Torschützenkönig Ronaldo zurzeit mehr durch seine private Liaison als durch sportliche Leistungen von sich reden macht. Das Model Daniella Cicarella ist seine Auserwählte. Am 2. Januar 2005 will er sie in Paris vor den Traualtar führen, und - wie jetzt bekannt wurde - soll die Hochzeitsgesellschaft durch die irische Popgruppe "U2" unterhalten werden. Ob "U2" allerdings auch Walzer spielen werden, ist bislang nicht übermittelt.

Gegen Numancia hielt sich auch Ronaldo drei Tage nach dem Länderspiel in Berlin gegen Deutschland (1:1) zurück. David Beckhams Freistoßtor (17.) bedeutete einen der wenigen Aufreger. Gute Möglichkeiten vergaben die Real-Stars häufig durch zu viel Eigensinn. Vor allem Figo tat sich in dieser Hinsicht negativ hervor.

"Real überzeugt nicht", titelte Marca nach dem zweiten 1:0-Erfolg in der noch jungen Saison für die Madrilenen. Camacho wollte allerdings die Vorstellung nicht überbewertet wissen: "Leverkusen hat auch in Mainz verloren. Im Fußball kann man nichts mehr vorhersagen."

Vorteil für Real auf dem Papier

Dies gilt wohl auch für die Neuauflage des Champions-League-Finales von 2002. Damals setzte sich Real dank des 2:1-Siegtores von Zidane im Hampden Park von Glasgow mit 2:1 gegen Bayer durch. Als moralischer Sieger erwies sich jedoch der Bundesligist, der die komplette zweite Halbzeit klar dominierte und sehr unglücklich gegen Real verlor.

Die Duelle zwischen beiden Teams haben in der Königsklasse Tradition. Bislang gelang dem Werksklub allerdings in fünf Aufeinandertreffen nur durch ein 1:1 (1997/98) ein Achtungserfolg. Und was Bayer zu leisten imstande ist, zeigte die Elf von Trainer Klaus Augenthaler beim 4:1-Triumph gegen Bayern München. Real, das erst am Dienstag ins Rheinland fliegt, ist also gewarnt.

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