Wann sich die letzten Profis des Karlsruher SC von der Party in ihrer Stammdisco Rockaticki auf den Heimweg gemacht haben, ist nicht genau überliefert. Sicher ist jedoch, dass es kein Fußballer des Bundesliga-Aufsteigers am Montag zum ursprünglich für 9.30 Uhr angesetzten Training geschafft hat. Innenverteidiger Maik Franz hatte das kollektive Schwänzen bereits nach dem 1:0 gegen die SpVgg Unterhaching und der perfekt gemachten Rückkehr in die Eliteklasse nach 3277 Tagen Abwesenheit angekündigt:

KSC arbeitet mit Hochdruck an Bundesliga-Planung

Entschuldung steht im Vordergrund

01. Mai 2007, 10:26 Uhr

Wann sich die letzten Profis des Karlsruher SC von der Party in ihrer Stammdisco Rockaticki auf den Heimweg gemacht haben, ist nicht genau überliefert. Sicher ist jedoch, dass es kein Fußballer des Bundesliga-Aufsteigers am Montag zum ursprünglich für 9.30 Uhr angesetzten Training geschafft hat. Innenverteidiger Maik Franz hatte das kollektive Schwänzen bereits nach dem 1:0 gegen die SpVgg Unterhaching und der perfekt gemachten Rückkehr in die Eliteklasse nach 3277 Tagen Abwesenheit angekündigt:

`Der Trainer kann gern ein Training ansetzen, es wird aber niemand kommen. Wir machen die Nacht zum Tag.´ Es brauchte auch niemand zu kommen, denn Erfolgscoach Edmund Becker war von den nicht enden wollenden Feierlichkeiten des Teams mit den 29.500 Anhängern im Wildparkstadion derart beeindruckt, dass er seinen Profis entgegen seiner eigentlichen Pläne zwei freie Tage spendierte.

`Die Sucht nach Erstligafußball war riesig´, erklärte der von den Fans eigens mit einer Choreographie gefeierte Becker den Emotionsausbruch bei Spielern und Anhängern, die auch außerhalb der Arena zu Tausenden in den Straßen feierten und der Stadt ein friedliches Sommermärchen im April bescherten. Doch auch im Triumph blieb sich der bodenständige Becker treu und richtete den Blick schon wieder auf die kommenden Aufgaben. `Es passt überall im Klub. Hier sind keine Profilneurotiker am Werk. Deshalb ist der Aufstieg der Verdienst aller Beteiligten. Ich bin sicher, dass es uns gelingen wird, eine konkurrenzfähige Mannschaft für die Bundesliga zusammenzustellen´, sagte der seit Januar 2005 im Amt befindliche Becker, der zuvor 15 Jahre als Assistenz- und Amateurtrainer beim KSC gearbeitet hatte und den Job im Rampenlicht eigentlich nicht wollte.

Für die Arbeit gibt es nun Lob von allen Seiten. In die Liste der Gratulanten reihten sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger, die früheren KSC-Profis Oliver Kahn, Thomas Häßler, Guido Buchwald, Ex-Coach Winfried Schäfer und sogar Bundestrainer Joachim Löw ein. `Der KSC steigt völlig verdient auf. Über die gesamte Saison waren die Karlsruher die beste Mannschaft´, erklärte Löw. Auf den Lobeshymnen will sich Becker, der die Feierlichkeiten nur genehmigte, weil es im kommenden Spiel gegen Erzgebirge Aue für keines der beiden Teams noch um etwas geht (`Wir wollen uns nichts nachsagen lassen´), aber nicht ausruhen.

Deshalb arbeiten der Trainer, Manager Rolf Dohmen, Präsident Hubert H. Raase sowie die Vizepräsidenten Michael Steidl und Rainer Schütterle bereits mit Hochdruck an den Vorbereitungen für die kommende Saison. Da die Entschuldung des Klubs weiter betrieben werden soll, steigt der Etat lediglich von 5,5 auf 13 Millionen Euro. Der veranschlagte Zuschauerschnitt liegt bei 27.000, die Tickets werden im Schnitt um 30 Prozent teurer. Im Stadion, das ab Sommer 2008 in eine reine Fußball-Arena umgebaut wird, muss gemäß den Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Rasenheinzug installiert werden.

Der Profikader soll 22 Spieler umfassen. Neben den bereits sicheren Neuzugängen Christopher Reinhard (Eintracht Frankfurt), Christian Timm (SpVgg Greuther Fürth) und Stefan Buck (SpVgg Unterhaching) stehen die Karlsruher auch mit Andreas Görlitz von Rekordmeister Bayern München in Kontakt. Der KSC möchte den Rechtsverteidiger gerne ausleihen. In einem Punkt der Planungen müssen die Badener für die Sünden der Vergangenheit büßen. Obwohl die Einnahmen des KSC aus der Fernsehvermarktung von 4,7 auf 13 Millionen Euro steigen, kann der Klub nicht in vollem Umfang über das Geld verfügen.

15 Prozent des Geldes gehen an den Medienunternehmer Michael Kölmel, der dem KSC im März 2000 rund 7,5 Millionen Euro zur Abwendung der drohenden Insolvenz zur Verfügung gestellt hatte, sich im Gegenzug aber auf unbestimmte Zeit den Anteil an den TV-Geldern zusichern ließ.

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