RheinEnergie Köln hat zum drittenmal nach 2004 und 2005 den deutschen Basketball-Pokal gewonnen. Der deutsche Meister triumphierte in dramatischen Endspiel beim Top-Four-Turniers in Hamburg mit 60:58 (38:31) gegen Final-Neuling Artland Dragons. Das Team von Trainer Sasa Obradovic revanchierte sich vor 5571 Zuschauern damit für zwei Niederlagen in der Bundesliga gegen die

Köln holt den Pokal an den Rhein

Dramatisches Endspiel

29. April 2007, 19:29 Uhr

RheinEnergie Köln hat zum drittenmal nach 2004 und 2005 den deutschen Basketball-Pokal gewonnen. Der deutsche Meister triumphierte in dramatischen Endspiel beim Top-Four-Turniers in Hamburg mit 60:58 (38:31) gegen Final-Neuling Artland Dragons. Das Team von Trainer Sasa Obradovic revanchierte sich vor 5571 Zuschauern damit für zwei Niederlagen in der Bundesliga gegen die "Drachen" und übernahm vor Alba Berlin auch die Führung in der Europarangliste der Basketball-Bundesliga (BBL), die entscheidend für den Sprung in die Euroleague ist. "Der Pokal ist für uns der Lohn für die harte Arbeit", meinte Sportdirektor Stephan Baeck nach dem vierten Titelgewinn in vier Jahren.

Im "Spiel der Frustrierten" um den dritten Platz setzte sich zuvor EnBW Ludwigsburg mit 82:74 (34:31) gegen die Eisbären Bremerhaven durch. Matchwinner für die Schwaben war Gordon Scott mit 29 Punkten, darunter allein acht erfolgreiche "Dreier". Für die Norddeutschen war Adam Chubb mit 17 Zählern am treffsichersten. Köln hatte am Samstag im Halbfinale Ludwigsburg mit 85:74 (43:37) ausgeschaltet. Die Dragons konnten Bremerhaven in einem dramatischen Nordderby mit 79:78 (33:44) bezwingen, als Darius Hall die entscheidenden Punkte 3,1 Sekunden vor Schluss erzielte.

Das Finale bot von der ersten Sirene an intensives Tempo-Basketball. Dabei fanden die Kölner zunächst besser ins Spiel. Gleich ihre ersten Punkte erzielten sie mit einem "Dreier" von Demond Mallet. Nach dem ersten Viertel hatten die Rheinländer bereits neun Punkte Vorsprung. "Das Halbfinale hat uns viel Selbstvertrauen gegeben, insbesondere unsere Offensivleistung war da sehr gut", meinte Coach Sasa Obradovic.[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/843-1867_preview.jpeg Lobte die Offensivleistung seines Teams: Sasa Obradovic. (Archivfoto: Firo)[/imgbox]

Beide Teams suchten in der intensiv geführten Partie schnell den Abschluss, der Ball zirkulierte mit hoher Geschwindigkeit durch die Reihen und wie bereits im Halbfinale fand Quakenbrück mit zunehmender Spieldauer besser ins Match. Auf sieben Zähler waren die Dragon bereits zur Halbzeit herangekommen.

Während sich die Niedersachsen nach der Pause angefeuert von etwa 500 lautstarken Schlachtenbummlern immer besser ins Spiel kämpfte, verlor Köln nach der Pause völlig den Faden. Die Nervosität nahm immer mehr zu, technische Fehler und Fehlwürfe bestimmten das Kölner Spiel. Quakenbrück konnte so erstmals knapp 13 Minuten vor Spielende erstmals mit 41:40 in Führung gehen. Die Kölner aber fingen sich im Schlussabschnitt wieder und die Partie blieb bis in die Schlussphase ausgeglichen und hochdramatisch. Bester Kölner Werfer war Demond Mallet mit 21 Punkten, Quakenbrück hatte seinen erfolgreichsten Schützen in Niklas Anthorry Caner-Medley (13).

Nach 38 Jahren fand erstmals wieder ein Pokalfinale in der Hansestadt statt. Bis 2011 hat die Basketball-Bundesliga (BBL) einen Vertrag mit einer Veranstaltungsagentur und der ColorLine-Arena geschlossen. Die BBL wollte in eine Metropole, prüfte unter anderem auch Stuttgart und Köln. "Am Ende passte in Hamburg das Gesamtpaket am besten", meinte Pommer. Nach dem Vorbild der Handballer, wo das Final Four mittlerweile zu einem stets ausverkauften "Kultevent" geworden ist, erhoffen sich die Korbjäger ebenfalls, ihre Pokalendrunde auf ein neues Level zu stellen. "Es soll heißen, Hamburg, Hamburg - wir fahren nach Hamburg", sagt BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.

Das Top-Four soll dazu beitragen, mittelfristig auch in der Basketball-Diaspora an der Elbe Interesse zu wecken. "Hamburg hat Basketball-Tradition", meint Baeck: "Es braucht Mut und Konzepte, sie zu wecken." Der Markt für eine dritte, professionelle Hallensportart nach Eishockey und Handball in der Hansestadt scheint zumindest noch nicht da zu sein. Erst 2006 bot die BBL für Hamburg vergebens eine Bundesliga-Lizenz an, es fanden sich dafür aber keine Financiers.

Statt der erhofften über 6000 Zuschauer pro Tag fanden lediglich insgesamt nur rund 10.500 Besucher den Weg in die mehr als 13.000 Fans fassende Halle. Die Oberränge blieben deswegen an beiden Tagen geschlossen. Das hochsommerliche Wetter und am Sonntag der Hamburg-Marathon dürften viele neutrale Besucher abgehalten haben. Pommer verbucht das Wochenende allerdings als Lernphase ab: "Für die Zukunft sind wir beim Termin sicherlich flexibel."

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