Die schwarz-gelbe Vertreibungs-Jagd des Abstiegsgespenstes kann beginnen. Sie wird aber nach Auffassung von Thomas Doll nur erfolgreich sein, wenn die Spieler das umsetzen, was der Coach von ihnen verlangt:

BVB: "Platz nicht mit einem sauberen Trikot verlassen"

Doll: "Es muss Spaß machen, ausgepfiffen zu werden"

rk
30. März 2007, 14:47 Uhr

Die schwarz-gelbe Vertreibungs-Jagd des Abstiegsgespenstes kann beginnen. Sie wird aber nach Auffassung von Thomas Doll nur erfolgreich sein, wenn die Spieler das umsetzen, was der Coach von ihnen verlangt: "Am Freitag darf kein Spieler den Platz mit einem sauberen Trikot verlassen." Doch ebenso wie dem Trainer reicht Michael Zorc, Sportdirektor, bedingungsloser Einsatz, "der ist sowohl beim Ringen um einen Champions League-Platz als auch beim Bestreben, die Klasse zu halten eine Normalität", alleine nicht: "Wir müssen auch Fußball spielen."
Überraschungen jeglicher Art wird es nach den Vorstellungen des einstigen Hamburgers Doll in der SchücoArena nicht geben:

"Die Mannschaft muss wissen, was in Bielefeld auf sie zu kommt. Sie muss sich gedanklich darauf einstellen und die Situation annehmen. Wenn das gelingt, haben wir eine Riesenchance." Und was bitte, hat das Team zu erwarten? "Es dürfte wohl jedem klar sein, dass die Kulisse uns nicht willkommen heißen wird. Es muss Spaß machen, ausgepfiffen zu werden. Außerdem ist es mehr als logisch, dass die Heimmannschaft, die noch unter uns in der Tabelle rangiert, die Ärmel hochkrempeln und um jeden Zentimeter fighten wird."

An der Grundeinstellung, mit der er vor knapp zwei Wochen den Abwärtstrend gegen Nürnberg stoppen konnte, will Doll festhalten: "Wir fahren nicht dahin, um zu mauern. Es muss jedoch noch mehr Torgefahr von allen Mannschaftsteilen ausgehen. Damit der Gegner spürt, wir können ihm auch weh tun." Ähnlich stellt sich auch Philipp Degen das Gastspiel bei den Ostwestfalen vor:

"Wenn bei uns hinten erneut die Null steht, dann werden wir gewinnen, da wir diesmal vorne bestimmt einmal treffen werden." Dem Präsidenten, Dr. Reinhard Rauball, müssen diese Worte runtergehen wie Öl, immerhin bemängelt er zurecht: "Es wird Zeit, dass wir endlich auch auswärts einmal überzeugen. Schließlich haben wir in diesem Kalenderjahr in der Fremde noch absolut nichts gerissen und keinen einzigen Punkt geholt."
Für Torhüter Roman Weidenfeller steht fest, dass nun auch in anderen Revieren kräftig gewildert werden muss: "Aus Bielefeld und Aachen sind mindestens vier Zähler eine absolute Pflicht."

Also muss auf der einstigen Alm mindestens ein Remis mitgebracht werden, sonst kann die Hochrechnung schon nach der ersten Teiletappe zu den Akten gelegt werden."
In der SchücoArena wird Dortmunds Linien-Verantwortlicher auch auf Nationalspieler zurückgreifen, die in den letzten Tagen reichlich durch die Welt gejettet sind. Der Coach analysiert diese Spiele mit gemischten Gefühlen: "Auf der einen Seite ist es positiv, da die Jungs Mal aus dem Umfeld herausgekommen sind und durchpusten konnten. Außerdem haben sie teilweise positive Erlebnisse gehabt und ihre Partien gewonnen. Auf der anderen Seite muss ihnen klar sein, in Bielefeld absolvieren wir kein Freundschaftsspiel, da geht es ganz anders zur Sache." Logisch, denn in aller Freundschaft wird sich das Abstiegsgespenst nicht vertreiben lassen.

Autor: rk

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